Sozialpsychologie (Fach) / Klausur (Lektion)
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- wissen, dass soziale Kognition ein Schnittstellengebiet der Sozialpsychologie und der kognitiven Psychologie ist und können Daniel Kahneman als wichtigsten Vertreter der kognitiven Psychologie benennen. wissen, dass soziale Kognition ein Schnittstellengebiet der Sozialpsychologie und der kognitivenPsychologie ist und können Daniel Kahneman als wichtigsten Vertreter der kognitiven Psychologiebenennen.
- wissen, dass und inwiefern sich schnelles, automatisches Denken und langsames, kontrolliertes Denken unterscheiden und wie diese zusammenspielen. Automatisches Denken„Autopilot“Schnelles Denken ---- > unbewusst/ nicht willentlich/ gesteuert/ mühelosSystem 1 Kontrolliertes Denken„Pilot“ ------> bewusst zielgerichtet willentlich gesteuertaufwändig Langsames DenkenSystem 2
- wissen was man unter sozialer Kognition versteht und warum soziale Kognition für Wirtschaftspsychologen relevant ist Soziale Kognition als „Art und Weise, in welcher der Mensch über sich selbst undseine soziale Welt nachdenkt; genauer gesagt die Art und Weise, in der er sozialeInformationen auswählt, interpretiert, abspeichert und abruft“ Personal Abteilung
- können die Begriffe Schema und Stereotyp definieren und ihren Einfluss im Rahmen der sozialen Kognition erläutern Unter einem Schema versteht man in der Psychologie ganz allgemein Emotionen, Gedanken und Verhaltensmuster, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erwirbt und die die individuellen Anschauungen und Verhaltensweisen bestimmen sowie auch Einfluss auf seine sozialen Beziehungen nehmen. Die Entwicklung solcher Schemata erfolgt in der Regel so, dass es dem Betroffenen nicht bewusst ist. (Stangl, 2019). Verwendete LiteraturStangl, W. (2019). Stichwort: 'Schema'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.WWW: https://lexikon.stangl.eu/2271/schema/ (2019-07-01) STereotyp Menge von Überzeugungen bezüglich derindividuellen Merkmale der Mitglieder einer ----> Unterform von Schemabestimmten sozialen Gruppe
- können das Videospiel-Experiment zu Stereotypen von Correll et al. (2002) mit seinen zentralen Ergebnissen beschreiben. Videospiel, bei dem die Probanden Männer sehen, die entweder einen harmlosenGegenstand (z.B. Handy) oder eine Pistole tragen Probanden sollen auf den Knopf „schießen“ drücken, wenn der Mann bewaffnet istund „nicht schießen“ wenn nicht wenig Zeit zum Antworten (etwas über eine halbe Sekunde) Probanden waren ausschließlich Weiße,abgebildete Männer waren zur Hälfte Weiße, zur Hälfte Schwarze Ergebnis: Unbewaffnete Schwarze wurden häufiger "erschossen" als unbewaffnete Weiße.
- können den Begriff des Priming definieren und erläutern, wie durch Priming die Zugänglichkeit von Schemata beeinflusst werden kann Psychologie die Beeinflussung der Verarbeitung (Kognition) eines Reizes dadurch, dass ein vorangegangener Reiz implizite Gedächtnisinhalte aktiviert hat Priming als Erhöhung der Zugänglichkeit von Informationen, z.B. eines Schemas
- können den Perseveranzeffekt und den Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung im Kontext von Schemata erläutern Fortbestehen eines Schemas nach dessen Widerlegung-> Überzeugungen über sich selbst und über die Welt bestehen fort, selbst wenn dieGrundlagen für diese Annahmen widerlegt worden sind
- wissen was Heuristiken sind und können praktische Beispiele dafür nennen Beim schnellen, automatischen Denken kommen verstärkt Heuristiken zum Einsatz Heuristiken: Mentale Faustregeln / Abkürzungen, mit denen sich Urteile schnell undeffizient bilden lassen Beispiele: Experten-/Autoritätsheuristik (siehe Cialdini) Knappheitsheuristik (siehe Cialdini) Verfügbarkeitsheuristik (siehe Präsentationen in Einführung in die Psychologie) Preisheuristik (teuer = gut)
- können die Vor- und Nachteile schnellen Denkens nennen und erläutern Vorteile: mühelos anwendbar, verbraucht wenig Ressourcen reduziert die Mehrdeutigkeit sozialer Situationen hilft uns, Wissenslücken zu schließen und Entscheidungen zu treffen führt in vielen Fällen zu einer guten Lösung Nachteile: keine bewusste Fehlerkontrolle Gefahr von Fehldeutungen von Situationen / Informationen Gefahr ungerechtfertigter Vorurteile gegenüber Angehörigen bestimmtersozialer Gruppen
- wissen was man unter sozialer Wahrnehmung versteht und warum soziale Wahrnehmung (am Beispiel von nonverbaler Kommunikation und Attribution) für Wirtschaftspsychologen relevant ist. Prozesse, mit denen der Mensch Eindrücke von anderen Menschen gewinnt und darausSchlüsse ziehtWichtige Aspekte dabei: Nonverbales Verhalten / nonverbale Kommunikation Attributionsprozesse
- können verschiedene Signale der nonverbalen Kommunikation nennen. Gesichtsausdruck (Mimik) Blicke Berührungen Körperhaltung Körperbewegungen Abstand/Distanz Gestik Tonfall Kleidung/Frisur/Schmuck
- kennen die Basisemotionen im mimischen Ausdruck und können erläutern, wie diese von Paul Ekman erforscht wurden und welche Ergebnisse diese Forschung erbrachte. Freude Überraschung Furcht Ekel Trauer Wut FÜFETW Untersuchung bei einem Bevölkerungsstammin Neuguinea ohne Kontakt zur westlichenKultur Ergebnis: Vom Gesicht ausgedrückteBasisemotionen sind nicht kulturspezifisch,sondern über verschiedene Kulturkreisehinweg allgemein erkennbar
- können erläutern, warum Probleme bei der Decodierung mimischer Informationen auftreten können Affektmischungen Versuch der Unterdrückung sichtbarerEmotionen Kulturspezifische Darstellungsregeln fürmimischen Ausdruck(wie auch für nonverbale Kommunikationgenerell)
- können die Begriffe „Attribution“ und „Attributionstheorie“ definieren und erklären. Attribution = Ursachenzuschreibung Attributionstheorie Beschreibt und erklärt, wie wir vorgehen, wenn wir demVerhalten von Menschen (dem Verhalten anderer Menschenund dem eigenen Verhalten) Ursachen zuschreiben
- können die grundlegende Unterteilung von Attributionen gemäß der Attributionstheorie von Heider wiedergeben und erläutern. Internale Attribution:Ursache des Verhaltens liegt in der handelnden Person selbst Externale Attribution:Ursache des Verhaltens liegt in der Situation
- können den fundamentalen Attributionsfehler (Korrespondenzverzerrung) beschreiben, mögliche Ursachen dafür erläutern und dieses Wissen auf praktische Beispiele übertragen Bei der Beurteilung anderer Personen neigen wir zu internaler Attribution ihresVerhaltens Ursache für das Verhalten anderer Personen wird verstärkt in der Person und wenigerin der Situation gesehen Verhalten anderer wird als Widerspiegelung von Persönlichkeit und Einstellunggesehen, Einfluss der Situation wird unterschätzt
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- können das Phänomen der Akteur-Beobachter-Divergenz beschreiben, mögliche Ursachen dafür erläutern und dieses Wissen auf praktische Beispiele übertragen Akteur-Beobachter-Divergenz:Unterschied in der Attribution je nachdem ob wir Akteur sind (also eigenes Verhaltenbeurteilen) oder Beobachter (Verhalten anderer Personen beurteilen) Bei anderen Personen: verstärkt internale Attribution Bei Interpretation des eigenen Verhaltens: verstärkt externale AttributionMögliche Ursachen für Akteur-Beobachter-Divergenz perzeptuelle Salienz:Aufmerksamkeit bei anderen handelnden Personen eher auf die Person gerichtet, beieigenen Handlungen eher auf die Situation unterschiedliche Zugänglichkeit von Informationen:Bei eigenen Handlungen Informationen über die Situation oft eher zugänglich
- Können das Phänomen selbstwertdienlicher Attributionen beschreiben und auf praktische Beispiele übertragen Unterschiedliche Attribution eigener Erfolge und Misserfolge eigene Erfolge werden verstärkt internal attribuiert eigene Misserfolge werden verstärkt external attribuiert
- wissen was man unter einem Selbstkonzept versteht und warum dieses innerhalb der Sozialpsychologie und der Wirtschaftspsychologie relevant ist. Selbstkonzept: „Bild von sich selbst“ kognitive Struktur, die das selbstbezogeneWissen beinhaltet Erleben bezüglich der eigenen Identität Beantwortung der Frage: „Wer bin ich? Gedanken und Überzeugungen über sich selbst sind relevant für das Erleben undVerhalten von Menschen in der Wirtschaft, z.B. als Mitarbeiter, Führungskraft,Konsument,…
- können erklären, wie man das Vorhandensein eines Selbstkonzepts bei Menschen und Tieren mit Hilfe des Spiegeltests überprüfen kann, und was zentrale Erkenntnisse aus diesem Test sind. Spiegeltest zum Nachweis des „Ich-Gefühls“: Markierung im Kopfbereich mit rotem Farbfleck Beobachtung, des Verhaltens beim Blick in denSpiegel: Wird erkannt, dass der Fleck sich aneinem selbst befindet? Ergebnisse: Selbstkonzept existiert nicht nurbeim Menschen, auch bei manchen Tierarten(Schimpansen, Orang Utans, Delphine, mancheElefantenarten, manche Elsternarten) Bei Kindern ab ca. 18-24 Monaten entwickelt
- können zentrale kulturelle Unterschiede und Geschlechtsunterschiede in der Herausbildung des Selbstkonzepts nennen und erläutern. in westlichen Kulturen eher independente Sicht des Selbst:Selbstdefinition auf Grundlage der eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen In vielen asiatischen und anderen nichtwestlichen Kulturen eher interdependenteSicht des Selbst:Selbstdefinition basiert auf den eigenen Beziehungen zu anderen Menschen Bei Frauen eher relationale Interdependenz (Konzentration auf enge Beziehungen) Bei Männern eher kollektive Interdependenz (Zugehörigkeit zu großen Gruppen)
- können die Theorie des sozialen Vergleichs von Festinger erläutern und auf praktische Anwendungsgebiete im Kontext des Selbstkonzepts übertragen. bei Unsicherheit / wenn kein objektiver Maßstab existiert mit wem der Vergleich erfolgt, ist abhängig von derZielsetzung des Vergleichs Vergleich mit ähnlichen Menschen möglichst exakte Bewertung Menschen mit besseren Fähigkeiten (aufwärts gerichteterVergleich) Chance auf Selbstverbesserung (aber auchGefühl der Unterlegenheit) Menschen mit schlechteren Fähigkeiten (abwärts gerichteterVergleich) Selbsterhöhung Soziale Anpassung durch Übernahme von Einstellungen anderer
- können die Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion von Schachter und das klassische Experiment dazu von Schachter und Singer erläutern und auf praktische Anwendungsgebiete übertragen. Physiologische Erregung + kognitive Bewertung = EmotionExperiment von Schachter & Singer (1962) Experiment angeblich zur Untersuchung der Auswirkung einesVitaminpräparats auf das Sehvermögen Injektion eines Medikaments (Adrenalin vs. Placebo) Bitte Fragebogen auszufüllen, gemeinsam mit anderemTeilnehmer – anderer TN reagiert wütend / euphorisch Ergebnisse:TN, die nicht wussten, dass Erregung auf das Medikament zurückzuführen war,empfinden emotionale Reaktion wie die vom anderen TN gezeigte Fehlattribution des Erregungszustandes
- können die Selbstwahrnehmungstheorie von Bem erläutern und auf praktische Anwendungsgebiete übertragen. Theorie über die Entstehung von Einstellungen Einstellungsbildung oder Einstellungsänderungaufgrund von Selbstbeobachtung:Menschen schließen durch die Beobachtung ihreseigenen Verhaltens und der Situationen, in denen dasVerhalten gezeigt wird, auf ihre Einstellungen. gilt nur unter folgenden Bedingungen: Unsicherheit bezüglich der eigenen Einstellungen undGefühle beobachtetes eigenes Verhalten beruht auf intrinsischerMotivation und ist nicht z.B. durch Zwang entstanden
- können den Korrumpierungseffekt (overjustification effect, Effekt der übermäßigen Rechtfertigung) aus der Selbstwahrnehmungstheorie herleiten, den Effekt mit seinen Rahmenbedingungen erläutern und ihn auf praktische Anwendungsgebiete übertragen. Unterschätzung intrinsischer Beweggründe deseigenen Verhaltens bei Vorliegen zwingenderextrinsischer Gründe (z.B. Belohnung fürAusführen eines Verhaltens) Belohnungen können sich negativ auf dieintrinsische Motivation auswirken – intrinsischeMotivation wird durch extrinsische ersetzt. Korrumpierungseffekt tritt insbesondere auf: wenn Motivation ursprünglich hoch war bei aufgabenabhängigen Anreizen(demgegenüber ist bei leistungsabhängigenAnreizen auch ein motivierender Effekt durchBelohnung möglich)
- können die starre und wachstumsorientierte Denkweise nach Dweck unterscheiden und die Konsequenzen dieser Denkweisen in der Praxis erläutern. Starre Denkweise (fixed mindset): Vorstellung, dassFähigkeiten unveränderlich sind Wachstumsorientierte Denkweise (growth mindset):Vorstellung, dass Fähigkeiten förderbar sind und wachsenkönnen Denkweise des Menschen entscheidend für Umgang mitRückschlägen Menschen mit starrem Selbstkonzept geben bei Rückschlägenschneller auf, arbeiten wenig an ihren Fertigkeiten. Menschen mit wachstumsorientiertem Selbstkonzept sehenRückschläge als Gelegenheiten zur Selbstverbesserung. Auswirkung auf Leistung / Erfolg Denkweise selbst ist veränderbar!
- wissen was kognitive Dissonanz gemäß der kognitiven Dissonanztheorie von Festinger ist und können anhand von Beispielen erläutern, wie diese entsteht. Kognitionen (Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen,Einstellungen, Wünsche, Absichten) können in verschiedenenBeziehungen zueinander stehen: Irrelevant: Kognitionen haben nichts miteinander zu tun Relevant: Kognitionen stehen in einer bedeutsamenBeziehung zueinander Konsonant: Kognitionen passen zueinander,sind gut miteinander vereinbar Dissonant: Kognitionen passen nicht zueinander,widersprechen sich Konsonante Beziehungen zwischen Kognitionen werden als angenehm empfundenund daher aktiv gesucht. Kognitive Dissonanz als unangenehm empfundener Spannungszustand, der dadurchentsteht, dass verschiedene Kognitionen nicht miteinander vereinbar sind-> wird vermieden oder reduziert (Dissonanzreduktion)
- kennen die Möglichkeiten, wie kognitive Dissonanz reduziert werden kann und können diese auf praktische Anwendungsbeispiele übertragen. Änderung des Verhaltens --- kein Kauf von Coffee to go im Einwegbecher Abwertung / Änderung dissonanter --- „Umweltschutz ist mir doch nicht so wichtig“, oder „Einwegbecher sind gar nicht umweltschädigend“ Informationen Aufwertung / Hinzufügen konsonanter ---- „ Coffee to go ist besonders wichtig für mein persönliches Wohlbefinden“ „In vielen anderen Kontexten verhalte ich mich ja umweltfreundlich“ Informationen
- können an verschiedenen Beispielen (z.B. Studienergebnisse, Verhalten der Heaven´s Gate Sekte, Inhalte des Trainings) erläutern und begründen, warum man von eher rationalisierendem statt rationalem Denken und Verhalten von Menschen ausgehen kann. Bedürfnis, ein positives Selbstbild aufrecht zu erhalten, führt nicht immer zu rationalemsondern oft zu rationalisierendem Denken und VerhaltenExperiment von Jones & Kohler (1959) in den Südstaaten der USA: Auswahl von expliziten Befürwortern und Gegnern der Rassentrennung als Probanden Vorlage von plausiblen und unplausiblen Argumenten für und gegen Rassentrennung Überprüfung, welche Argumente von den Teilnehmern am besten erinnert wurden Ergebnis: Am besten erinnert wurden die plausiblen Argumente für die eigene Position die unplausiblen Argumente für die Gegenposition Informationen werden nicht unvoreingenommen verarbeitet, sondern verzerrtwahrgenommen, um Dissonanz zu vermeiden.
- wissen warum bei Entscheidungen Dissonanz entsteht und wie diese reduziert wird und können dies auf praktischen Anwendungsbeispiele übertragen. Nach Entscheidungen entsteht in der Regel Dissonanz (Nachentscheidungsdissonanz) Nachteile der gewählten Alternative Vorteile der nicht gewählten Alternativen unbewusste Prozesse der Dissonanzreduktion Experiment von Brehm (1956) Beurteilung von Küchengeräten durch Frauen Als Belohnung freie Wahl zwischen zwei etwa gleich gut bewerteten Produkten alsGeschenk Nach Entscheidung nochmalige Bewertung der Produkte Ergebnis: Ausgewähltes Gerät nach Entscheidung positiver beurteilt Nicht ausgewähltes Gerät nach Entscheidung negativer beurteilt
- können begründen, warum nicht widerrufbare Entscheidungen gemäß der Dissonanztheorie glücklicher machen. Dissonanz zunächst größer und damit Bedürfnis nach Dissonanzreduktion stärker bei wichtigeren Entscheidungen schwerer widerrufbaren EntscheidungenFallbeispiel:Sie möchten ein Handy kaufen und entdecken das gleiche Modell in zwei Lädenzum exakt gleichen Preis. Geschäft A: Möglichkeit, das Handy innerhalb von 30 Tagen umzutauschen Geschäft B: endgültiger Kauf ohne UmtauschmöglichkeitMit welcher Wahl werden Sie eine Woche nach dem Kauf glücklicher sein?Ergebnis:Nach Kauf ohne Umtauschmöglichkeit aufgrund von Dissonanzreduktionsprozessenglücklicher
- können das Phänomen der Rechtfertigung von Anstrengung erläutern und Konsequenzen daraus in der Praxis aufzeigen. Rechtfertigung von Anstrengung (justification of effort):Tendenz, Dinge positiver zu bewerten, die nur mit viel Anstrengung erlangt wurden Experiment von Aronson & Mills (1959) Aufnahme von Studierenden in eine Gruppemit unterschiedlichen Aufnahmebedingungen Harte Aufnahmebedingung: Anspruchsvolles,unangenehmes Auswahlverfahren Gemäßigte Aufnahmebedingung: Mäßigunangenehmes Auswahlverfahren Kontrollgruppe ohne Aufnahmebedingung:Direkte Aufnahme ohne Auswahlverfahren Beurteilung einer bewusst langweiligen Diskussionder Mitglieder dieser Gruppe
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- können erklären, inwiefern einstellungsdiskrepantes Verhalten zu Einstellungsänderungen führen kann und sind in der Lage, dies am Beispiel der klassischen Studie von Festinger & Carlsmith zu erläutern. Experiment von Festinger & Carlsmith (1959) TN müssen eine langweilige Tätigkeit durchführen und diese nachher anderenProbanden als interessant und spannend verkaufen 3 Gruppen Geringe Bezahlung für die positive Darstellung des Experiments (1 Dollar) Hohe Bezahlung für die positive Darstellung des Experiments (20 Dollar) Kontrollgruppe: Kein Überreden anderer, keine Bezahlung Anschließend Einschätzung der wahrgenommenen Attraktivität der Tätigkeit Ergebnisse:Gruppe mit geringer Bezahlung bewertete Tätigkeit als deutlich attraktiver als Gruppemit hoher Bezahlung und Kontrollgruppe Einstellungen können verändert werden, indem man eine Person bei kleinerBelohnung zu einstellungsdiskrepantem Verhalten (z.B. einstellungskonträreArgumentation) bringt.
- können die Auswirkung von großer vs. kleiner Belohnung und harter vs. milder Bestrafung auf Einstellungsänderung und Verhalten an praktischen Anwendungsbeispielen erläutern und daraus Empfehlungen für die Praxis ableiten. sie Folie
- wissen was man unter Konformität versteht. Konformität:Einfluss von Einzelpersonen oder einer Gruppe auf ein Individuum → Individuum schließtsich den Meinungen/Verhaltensweisen anderer anHierbei werden zwei Arten sozialer Einflüsse wirksam:Informationaler* sozialer Einfluss:bei Unsicherheit werden andere als Informationsquelle dafür genutzt, was richtig ist→ führt zu privater AkzeptanzNormativer sozialer Einfluss:basiert auf dem Bedürfnis, von anderen akzeptiert zu werden→ führt zu oberflächlicher öffentlicher Compliance (aber nicht zu privater Akzeptanz)
- können die autokinetische Experimente von Sherif und ihre Ergebnisse als Beispiel für informationalen sozialen Einfluss darstellen. Vorgehensweise: In dunklem Raum Aufmerksamkeit auf Lichtpunkt richten Schätzung, wie weit sich dieser Lichtpunkt bewegt In Wirklichkeit keine Bewegung des Lichtpunktes, sondernWahrnehmungstäuschung: autokinetischer Effekt(individuell unterschiedlich stark, aber recht stabil) Zunächst Einzeleinschätzungen, dann laute Einschätzungen in einer GruppeErgebnisse: Nach mehreren Versuchsdurchgängen Angleichung der Einschätzungen derTeilnehmer Auch bei anschließender nochmaliger Einzeleinschätzung Urteil der Gruppebeibehalten (→ informationaler sozialer Einfluss, kein normativer sozialer Einfluss)
- wissen, unter welchen Bedingungen informationaler sozialer Einfluss besonders wirksam ist und können dies auf praktische Anwendungsbeispiele übertragen. Wann ist der informationale soziale Einfluss besonders stark? in mehrdeutigen Situationen (Unsicherheit bezüglich korrekten Verhaltens) bei hoher Bedeutsamkeit der Aufgabe bei schneller Handlungsnotwendigkeit (z.B. in Krisensituationen) wenn andere als Experten wahrgenommen werden
- können die klassischen Linienexperimente von Asch und ihre Ergebnisse als Beispiel für normativen sozialen Einfluss darstellen. Warum wird hier insbesondere ein normativer sozialer Einfluss angenommen? Teilnehmer der Kontrollgruppe antworteten überwiegend korrekt Situation nichtmehrdeutig Wenn die Rückmeldung schriftlich vorgenommen werden durfte statt öffentlich, gingdie Konformität stark zurück (Asch, 1957) Folie
- wissen, unter welchen Bedingungen normativer sozialer Einfluss besonders stark ist und können dies auf praktische Anwendungsbeispiele übertragen. Social Impact Theorie von Latané (1981) Strength: Bedeutung der Gruppe Immediacy: Unmittelbarkeit (räumliche und zeitliche Nähe) Number of People: GruppengrößeEbenso Einigkeit in der Gruppe als relevanter Einflussfaktor:Vorhandensein eines Verbündeten (also Uneinigkeit) hilfreich, um sich sozialem Druckzu widersetzen
- wissen, inwiefern auch Minderheiten einen sozialen Einfluss ausüben können. Nicht nur Mehrheiten, sondern auch Minderheiten können sozialen Einfluss ausüben. Erstmals erforscht durch Serge Moscovici (Moscovici, Lage, & Naffrechoux, 1969;Moscovici & Lage, 1976) Minderheiteneinfluss erfolgt über informationalen sozialen Einfluss → führt zuprivater Akzeptanz Wichtiger Faktor Konsistenz (Vertreten der abweichenden Auffassung über einenlängeren Zeitraum), sowie Einigkeit unter unterschiedlichen Mitgliedern derMinderheit
- wissen wie eine soziale Gruppe definiert werden kann und welche Merkmale diese aufweist. Nach Aronson, Wilson & Akert (2014, S. 311) (soziale) Gruppe definiert als„zwei oder mehr Personen, die miteinander interagieren und insofern interdependentsind, als ihre Bedürfnisse und Ziele eine gegenseitige Beeinflussung bewirken“Merkmale: Interaktion untereinander Wir-Gefühl Gemeinsame Normen, Werte und Ziele Rollendifferenzierung innerhalb der Gruppe
- können formelle und informelle Gruppen unterscheiden. Soziale Gruppen können in formelle und informelle Gruppenklassifiziert werden: Formelle Gruppen:durch formelle Organisation, Strukturen und Zielebegründetz.B. Abteilungen, Arbeitsgruppen, Projektteams, Vereine Informelle Gruppen:durch gefühlsmäßige Bindungen zwischen denGruppenmitgliedern begründetz.B. Cliquen, Freundeskreise
- können erläutern, warum Menschen sich Gruppen anschließen Evolutionärer Vorteil des Zusammenschließenszu Gruppen (Sicherheit, Versorgung, Partnersuche) Gruppen als Informationsquelle über die soziale Welt Gruppenzugehörigkeit wichtig für das Selbstkonzept / soziale Identität Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen Unterscheidung / Abgrenzung von anderen Gruppen Soziale Zugehörigkeit wird als angenehm, soziale Zurückweisung als unangenehmempfunden (Auswirkung z.B. auch auf Wärme-/Kälteempfinden)
- können erläutern, warum Gruppen häufig relativ homogen sind und können dies auf praktische Anwendungsbeispiele übertragen. Gruppen sind häufig relativ homogen in Bezug auf bestimmte Merkmale(z.B. Alter, Geschlecht, Überzeugungen, Meinungen, Verhaltensweisen)Ursachen: stärkere Attraktion unter ähnlichen Personen (siehe Sympathie nach Cialdini) Angleichung der Gruppenmitglieder (siehe Konformität, soziale Normen) Soziale Rollen: gruppeninterne gemeinsame Erwartungen an das Verhalten einzelnerMitglieder (z.B. geschlechterspezifische Rollen) Gruppenkohäsion:innerer Zusammenhalt einer Gruppe „die Aspekte einer Gruppe, die die Mitglieder aneinander binden und die Zuneigunginnerhalb der Gruppe fördern“ (Aronson, Wilson & Akert, 2014, S. 317) „beschreibt die Stärke der Beziehungen, die die Mitglieder einer Gruppe an die Gruppebindet und damit ein indirektes Maß der Attraktivität und Bedeutung einer Gruppeinsgesamt und für die einzelnen Gruppenmitglieder“ (Six, 2014)
- können das Phänomen des Groupthink (Gruppendenken) mit seinen Voraussetzungen, Symptomen und Folgen erläutern und daraus Empfehlungen ableiten, wie Groupthink in praktischen Anwendungskontexten vermieden werden kann. Folie
- können erläutern, welche Auswirkungen die Arbeit in Gruppen in Abhängigkeit von der Aufgabenschwierigkeit und der Messbarkeit von Einzelleistungen auf die Leistung hat, können in diesem Zusammenhang die Phänomene Social Facilitation (soziale Erleichterung) und Social Loafing (soziales Faulenzen) erklären und können diese Erkenntnisse auf praktische Anwendungsgebiete übertragen. Beeinflussung der Leistung von Individuen durch die Arbeit in Gruppen Neben der Wirksamkeit von Leistungsnormen (im Sinne von Konformitätseffekten)weitere Effekte nachweisbar Richtung der Leistungsveränderung abhängig von Tatsache, ob die Einzelleistung messbar/beobachtbar ist oder nicht Schwierigkeitsgrad/Komplexität der AufgabeIhre Hypothesen: Wie wirkt sich die Arbeit in einer Gruppe auf die individuelle Leistungaus, wenn Einzelleistung messbar, Aufgabe einfach Einzelleistung messbar, Aufgabe komplex Einzelleistung nicht messbar, Aufgabe einfach Einzelleistung nicht messbar, Aufgabe komplex
- Soziale Erleichterung und Faulenzen Soziale Erleichterung (social facilitation) bezieht sich nur auf dieLeistungsverbesserung in Anwesenheit anderer, die unter bestimmtenRahmenbedingungen eintritt (Einzelleistung messbar, leichte Aufgaben). Soziales Faulenzen (social loafing) bezieht sich nur auf dieLeistungsverschlechterung in Anwesenheit anderer, die unter bestimmtenRahmenbedingungen eintritt (Einzelleistung nicht messbar, leichte Aufgaben)
- wissen was unter interpersoneller Attraktion verstanden wird und warum diese auch in einem wirtschaftspsychologischen Kontext relevant ist. interpersonelle Attraktion = zwischenmenschliche Anziehung bezieht sich nicht nur auf Liebesbeziehungen, sondern auch auf freundschaftlicheBeziehungen, Anziehung durch unbekannte Menschen (z.B. in der Werbung) undBeziehungen im Arbeitskontext Konstrukt vergleichbar mit „Sympathie“ bei Cialdini
- können vier bedeutsame Einflussfaktoren auf die interpersonelle Attraktion nennen und erläutern. Bedeutsame Einflussfaktoren auf die interpersonelle Attraktion physische Attraktivität („Was schön ist, ist gut“-Stereotyp) räumliche Nähe (Nähe-Effekt) – beruht auf Mere-Exposure-Effekt Ähnlichkeit / Gemeinsamkeiten wahrgenommene Sympathieempfindung des anderen für einen selbst
- können die Theorie des sozialen Austauschs von Thibaut und Kelley darstellen, erläutern und auf praktische Anwendungsfelder übertragen. Zufriedenheit mit einer Beziehung abhängig von: Einschätzung des Nutzens, der aus der Beziehung resultiert Einschätzung der Kosten, die durch die Beziehung entstehen Vergleichsniveau: eigene Erwartung bezüglich des Kosten-Nutzen-VerhältnissesVerbleiben in einer Beziehung abhängig von: Nutzen Kosten Vergleichsniveau für Alternativen: Abschätzung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses derAlternativen
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