Klinische Psychologie (Fach) / Klinische Psychologie Bamberg (Lektion)

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Bamberg SS17

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  • Definition Klinische Psycho Teildisziplin der P, die sich mit psychischen Störungen und den psychischen Aspekten somatischer Störungen und Krankheiten in der Forschung, der Diagnostik und Therapie beschäftigt
  • Definition Psychotherapie Teilbereich der Klinischen P, befasst sich auf GL der gesamten wissenschaftlichen P mit der psychologischen Therapie von Menschen, die unter definierten psychischen Störungen leiden
  • Definition psychische Störung klinsich bedeutsames Verhaltens- oder psychisches Syndrom oder Muster, das mit momentanem Leiden (z.B. einem schmerzhaften Symptom) oder einer Beeinträchtigung (z.B. Einschränkung in einem oder mehreren Funktionsbereichen) oder einem erhöhten Risiko zu sterben einhergeht unabhängig von dem ursprüngl. Auslöser sollte eine verhaltensmäßige psychische oder biologische Funktionsstörung bei dfer Person zu beobachten sein
  • Was ist normal? Arten von Normen statistische Norm: Normal ist, wer sich in einem bestimmten Bereich um den Mittelwert befindet Idealnorm: Zustand einer vordefinierten "Vollkommenheit" Sozialnorm: gesellschaftlich definierte Verhaltensnormen subjektive Norm: individuelle Definition funktionale Norm: normal ist, wer bestimmte Funktionen erfüllt
  • Ziele der Klassifikation psychischer Störungen Stellung und Beziehung der einzelnen Störungen im Gesamtzusammenhang aller pathopsychologischen Erscheinungen klären (Taxonomie) einzelne Fälle sollen den Klassen des Systems eindeutig zugeordnet werden können (Diagnose)
  • Definition "Diagnosen psychischer Störungen" zeitlich begrenzte Konstrukte, die auf dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Forschung und Erkenntnis in einem Konsensusverfahren von internationalen Experten für einen gewissen Zeitraum festgelegt werden  neuerliche Revision -> wenn neue Erkenntnisse nahe legen, einzelne Störungen / Einteilungsgründe / Strukturen zu ändern
  • Merkmale ICD-10 International Classification of Diseases, Injuries and Causes of Death von der WHO entwickelt, erste Publikation im Jahr 1948, gegenwärtige ICD-10 aus dem Jahr 1992 nur eines der 21 Kapitel = psychische Störungen -> Kapitel V System mit 10 Hauptgruppen und 398 Störungsdiagnosen Hauptgruppen werden 2-stellig, von F0 - F9 gekenntzeichnet und dann weiter abgestuft
  • Merkmale DSM und deren Ziele entwickelt von der american Psychiatric Association  gilt ausschließlich für psychische Störungen Ziele Bemühen um begriffliche Klarheit und Eindeutigkeit bei den Definitionen psychischer Störungen Verbesserung der Zuverlässigkeit der Diagnosen durch Kriterienkataloge und Handlungsanweisungen Einbezug von aktuellen Forschungswissen
  • Was istDSM-5 - strukturelle Veränderungen und geänderte und neue Störungskategorien Wegfall des multiaxialen Systems  Reorganisation zwischen und innerhalb der Kapitel Berücksichtigung von Entwicklung über die Lebensspanne: Wegfall - Störungen im Kindes- und Jugendalter GAF durch WHODAS 2.0 ersetzt Bsp veränderte und neue Kategorien: Störungen der Neuronalen und Mentalen Entwicklung, Fütter- und Essstörungen, Störungen der Ausscheidung, Störungen im Zusammenhang mit Psychotropen Substanzen und Suchtstörungen Bsp neue Kategorien: Soziale (pragmatische) Kommunikationsstörung, pathologisches Horten, Binge Eating Störunge, Zentrale Schlafapnoe, Cannabis- und Koffeinenztug, Pathologisches Glücksspiel, schwere oder leichte Neurokognitive Störung
  • Pro und Contra Klassifikation GEGEN: Infoverlust + Stigmatisierung durch "Etiketten"/Etikettierung Gefahr der Reifikation künstlicher Einheiten ("Selbstbestätigung") Gefahr der Verwechslung von Deskription und Erklärung  Typologien können zugrundeliegende Dimensionen verschleiern FÜR:  Kommunikation (einheitliche Nomenklatur) Organisation und Reduktion von Infos ökonomische Infovermittlung GL für Wissensakkumulation (Praixs, Forschung) entspricht auch anderen medizinischen Bereichen Handlungsanleitung für Diagnostik und Therapie explizite Klassifikation besser als implizite
  • Definition Psychologische Diagnostik und Arten der Diagnostik = wissenschaftliche Disziplin, deren Methodologie Verfahren und Strategien begründet, mit deren Hilfe Daten für Entscheidungszwecke gewonnen werden Klassifikatorische Diagnostik: Zuweisen von Diagnosen zum Symptomkomplex der Person, Regeln = in der Psychopathologie festgelegt Dimensionale Diagnostik: Ausprägungsgrad verschiedener Symptome funktionale Diagnostik: Bedingungsanalyse zur Mikroplanung einer Behandlung Prozessdiagnostik: Verlaufsmessung
  • Aufgaben klassifikatorischer Diagnostik Beschreibung Klassifikation Diagnose Differentialdiagnostik Erklärung Indikation Prognose Begründung und Rechtfertigung institutionelle Zuweisung Evaluation Qualitätskontrolle und -sicherung Dokumentation
  • Ablauf Klassifikatorische Diagnostik Beschwerden, Klagen, Verhaltensweisen(physiologisch, motorisch, sozial, kognitiv, affektiv) Symptome / Befunde (ausgewählte spezifische und explizit definierte Aspekte) Syndrom (überzufällig häufige, theoretisch und empirisch sinnvolle Symptomkombination) Diagnose : Störung / Krankheit (Einbeziehung von Zusatzkriterien: Beginn, Verlauf, Ausschlusskriterien)
  • Diagnoseinstrumente psychischer Störungen halbstrukturierte psychopathologische Interviews (z.B: AMDP System) Strukturierte diagnostische Interviews: SKID-I, SKID-II, DIPS standardisierte diagnostische Interviews: DIS, CIDI, computerisiertes Expertensystem DIA-X
  • AMDP - Ziele System zur Befunderhebung und Dokumentation Vereinheitlichung von Anamnese und psychopathologischen/somatischen Merkmalen in der Diagnostik und Forschung sozioökonomische Grunddaten biographische Grunddaten und bisherige kritische Lebensereignisse Krankheitsanamnese psychischer Befund somatischer Befund
  • AMDP - wichtige Symptombereiche Bewusstseinsstörungen Orientierungsstörungen Störungen der Aufmerksamkeit und Konzentration Auffassungsstörungen Gedächtnisstörngen Störungen der Intelligenz formale Denkstörungen Wahn Wahrnehmungsstörungen (Halluzinationen und sonstige Wahrnehmungsstörungen) Ich-Störungen Störungen der Affektivität Zwänge, Phobie, Ängste und hypochondrische Befürchtungen Störungen des Antriebs und der Psychomotorik
  • Merkmale SKID vorgegeben werden Fragen zur Erfassung der einzelnen diagnostischen Kriterien Regelung der Kodierung der Antworten der/des Patientne Interviewer steht es frei, die Reihenfolge und das Frageformat anzupassen, um zu einer Beurteilung des jeweiligen Kriteriums zu gelangen Vorgabe expliziter Auswertungsalgorithmen, wie die beurteilten Kriterien zu einer Diagnose verrechnet werden Voraussetzungen: klinisch-psychiatrische Erfahrung, Kenntnis des DSM5 Manuals
  • Pro und Contra: strukturierte klassifikatorische Diagnostik PRO: Erstellung reliabler Diagnosen unstrukturierte klassifikatorische Diagnostik zu unsicher Qualitätssicherung sicherere Aufklärung von Patienten Verbesserung der Kommunikation für viele Diagnosen direkte Beziehung zwischen Diagnose und differentieller Therapieindikation CONTRA abhängig von wissenschaftlichen (Grundlagenforschung und klinische Forschung) und politischen Entscheidungen bei akuten schweren Störungen, geordnete Kommunikation z.T. unmöglich (z.B. akute Psychose, Demenz) ersetzt nicht Strukturdiagnostik (Persönlichkeit), Prozessdiagnostik (Verlauf) und verfahrensspezifische funktionale Diagnostik es gibt kaum eindeutige "natürliche" Grenzen und cut-offs, die 100%ig gesund und krank trennnen
  • Definition Epidemiologie Untersuchung der Verteilung, Determinanten und Risikofaktoren gesundheitsbezogener Zustände in Bevölkerungsgruppen
  • Ziele / Aufgaben der Epidemiologie Feststellung der Häufigkeit von Störungen Erforschung des Verlaufs von Störungen Optimierung der Definitionen (deskriptive Epidemiologie) Erforschung der Ätiologie (analytische Epidemiologie) Evaluation von Versorgungssystemen Ableitung von Konsequenzen für Prävention, Therapie und Versorgung
  • epidemiologische Trias schädlicher Agens: akute oder chronische soziale, psychische, physikaltische Belastung oder Noxe Umwelt: aktuelle soziale und physische Umwelt Wirt: Person: Disposition, Genetik, Physiologie
  • Methoden zur Erfassung der Epidemiologie Querschnittstudie: einmalige Untersuchung einer Kohorte zu einem bestimmten Zeitraum Hybride Designs: wiederholte Querschnittsstudie experimentelle Designs + Interventionsstudie Fallkontrollstudie: Vergleich vn Personen mit vs. ohne einer bestimmten Störung Kohortenstudie experimentelle Studien Längsschnittstudien: Ausgangs-SP in verschiedenen "Wellen"
  • Merkmale für gute methodische Qualität einer epidemiologischen Erhebung Stichprobenziehung: möglichst repräsentativ, hohe Ausschöpfungsquote, angemessene Größe Datenerhebung: standardisierte Verfahren und Interviews, Optimierung der Durchführung druch Trainings, Prüfung und Analyse von Missings Transparente Darstellung der Ergebnisse (somit replizierbar)
  • Definition Prävalenz Anzahl Krankheitsfälle in einer definierten Population
  • Definition Punktprävalenz + Lebenszeitprävalenz Punkt: Prävalenz zu einem bestimmten Zeitpunkt Lebenszeit: Aneil an einem Stichtag lebender Personen, die irgendwann in ihrem Leben Erkrankungsmerkmale hatten
  • Inzidenz Zahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum und einer bestimmten Population (Anmerkung.: Krankheit muss am Ende der Untersuchung nicht mehr vorliegen)
  • kumulative Inzidenz Relation der Neuerkrankten innerhalb eines Zeitraums zur Bezugsgruppe, die das Merkmale bei Untersuchungsbeginn noch nicht hatte
  • Definition Risiko Wahrscheinlichkeit, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Krankheit jemals gehabt zu haben
  • Lebenszeitrisiko Wahrscheinlichkeit, eine Diagnose zu haben oder noch zu bekommen
  • Auswertung und Interpretation epidemiologischer Daten / Begriffsdefinitionen relatives Risiko oder Odds Ratio: Größe des Zshgs zwischen einem (Risiko-) Faktor und einer Erkrankung attributable Risk: Häufigkeit mit er ein Merkmal A bei Fällen mit Merkmal B beteiligt ist Mediatorvariable: vermittelt Zshg Moderatorvariable: beeinflusst Stärke des Zshgs Survivalanalyse: Verfahren, die die Zensierung von Daten berücksichtigen (bestimmte Personen befinden sich aufgrund des Alters in unterschiedlichen Risikophasen)
  • große epidemiologische Studien ECA: Epidemiological Catchment Area Study NCS: National Comorbidity Survey NCS Replication Bundesgesundheitssurvey
  • Merkmale Bundesgesundheitssurvey erster bundesweiter Morbiditäts- und Gesundheitssurvey Ziel: diagnosespezifische umfassende Gesundheitsberichterstattung (Prävalenz, Risiken, Korrelate) repräsentative bundesweite Einwohnermelde-SP N=7200 zwei-stufiges Vorgehen: 1. alle Kernsurvey-TN: Stammfragebogen-Screening, 2. alle Screen-Positiven und 50 % der Screen-Negativen wurden untersucht (N=4181) standardisiertes Interview (CIDI) zur Erfassung von 42 ICD-10 und DSM4-Diagnosen Auswertung: gewichtet (Screening, Ausfälle, Bundesrepräsentativität)
  • Bedeutung sozialer Faktoren für die Entstehung psychischer Störungen biopsychooziale Modelle gehen davon aus, dass die Entstehung und Verlauf psych. Störungen von einem Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren beeinflusst werden soziale Faktoren lassen sich verschiedenen Gruppen zuteilen: soziodemographische Faktoren Einflüsse der sozialen Umgebung dysfunktionale Verarbeitung sozialer Informationen und dysfunktionale soziale Einstellungen und Kompetenzdefizite -> Betrachtung im Rahmen kognitiver Modelle
  • Einflüsse der Sozialsicht und der sozialen Umgebung für die Entstehung psychischer Störungen Sozialschicht nierige Sozialschicht; erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Depression, niedrige Sozialschicht der Eltern erhöht Wahrscheinlichkeit für das Auftreten depressiver Störungen bei deren Kindern <-> keine Assoziation psychischer Störung der Eltern mit späteren niedrigerem Sozialstatus der Kinder Sozialschicht als Risikofaktor niedrige Sozialschicht als chronischer Stressor Risikofaktor für akute Stressoren (z.B: finanzielle Probleme) geringes Selbstvertrauen geringe soziale Unterstützung soziale Umgebung Medieneinflüsse Rollenstress und -konflikte Fehlen sozialer Unterstützung, soziale Zurückweisung und soziale Verluste gestörtes Sozialverhalten von Bezugspersonen Krankenrolle, Stigmatisierung und soziale Etikettierung
  • Darstellung des neurobiologischen Störungsmodells Ursachen psychischer Störungen liegen in der Funktionsweise der Gene, der Beschaffenheit und des Stoffwechsels des Gehirns, des Nerven- und endokrinen Systems Störungen werden durch strukturelle und biochemische Prozesse erklärt (Bsp.: Mangelnde Expression von bestimmten Neurotransmittern als Ursache für Symptome und Diagnose: MD) Krankheitsursachen = (neuro-)biologische, psychologische und Umweltfaktoren --> Krankheit = pathologische Veränderungen in der Person --> Kranksein = Beschwerden, Symptome, Befunde --> Krankheitsfolgen = Krankenrolle und Einschränkungen normalen Rollenverhaltens
  • Konsequenzen eines (neuro-)biologischen Störungsmodells Konzentration auf (neuro-)biologische Faktoren bei der Erklärung der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen Gefahr der Vernachlässigung psychischer und sozialer Faktoren als zumindest modulierende Variablen Ausrichtung der Diagnostik auf (neuro-)biologische Faktoren --> bildgebende Diagnostik Schwerpunkt der Therapie: pharmakologische Interventionen, Elektrokrampftherapie, Tiefenhirnstimulation
  • Darstellung des tiefenpsychologischen Störungsmodells psychoanalytisch, einsichtsorientiert, psychodynamisch bezeichnete Psychotherapien -> verschiedene Schulen teilen bestimmte Annahmen und Prinzipien: dynamisch Unterbewusste, Bedeutung der Erfahrungen und Entwicklung in frühester Kindheit, intrapsychischer Konflikt, unbewusste Konflikte Ursachen psych. Störungen = primär intrapsychischer und nicht biologischer Natur meisten psych. Störungen = Erweiterungen normaler, d.h. von allen Menschen erfahrenen, Prozesse zentrale These: entscheidene Determinanten menschlichen Verhaltens sind unbewusst ---> werden verdrängt psych. Krankheiten entstehen aus Problemen des Unbewussten oder Konflikten zwischen Über-Ich, Es und Ich
  • Krankheitsverständnis und Therapietechniken bei tiefenpsychologischen Störungsmodellen Symptome und Konflikte sind nicht durch gegenwärtige widrige Umstände und Bedingungen des Lebens verursacht gehen auf lebensgeschichtlich frühe Erlebnisse zurück werden beschrieben als unbewusste Konflikte, unbewusste Phantasien, pathogene Überzeugugnen, Traumatisierungen, entwicklungsdefizite, Störungen des Selbstwerterlebens Ziel der Therapie: Konflikte erkennen und aufarbeiten psychoanalytische Techniken: therapeutische Neutralität freie Assoziation Deutung Übertragungsreaktion
  • Darstellung des kognitiv-verhaltenstheoretischen Modells lernpsychologische GL der Verhaltenstherapie: klasische und operante Konditionierung, Modelllernen, instrumentelles Lernen Erweiterung des behavioristichen Ansatzes um kognitive Prozesse: neben Kontext von Reizen, Verstärkern und beobachtbarem Verhalten = bei Entstehung psychischer Störungen fehlerhafte Wahrnehmung der Situationswirklichkeit, fehlerhafte Schlussfolgerungen oder inadäquate Problemlösungen ebenso von Bedeutung Bezug zu Erkenntnis- und Methodeninventar der gesamten P Grundstein für Integration der gesamten empirischen P in die klinische P und Verhaltenstherapie
  • Erklärung des kognitiven Ansatzes (Beck) dysfunktionale Denkmuster führen zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen automatische Gedanken: schnell einschießende, unbewusste Gedanken, situationsspezifisch Grundannahmen: Annahmen über sich, andere Menschen und seine Umwelt; sind fundamental, meist nicht direkt zugänglich; situationsunspezifisch bedingte Annahmen: entstehen aus Grundannahmen, werden mit Erfahrungen verknüpft
  • Grundannahmen Rational-emotive Therapie (RET) von Albert Ellis Erleben der Realität hängt davon ab, wie Menschen Ereignisse wahrhnehmen und über sie denken insbesondere Gefühle sind dadurch beeinflusst, wie jemand ggü. seinem Leben/ Arbeit / Familie/ Freunde eingestellt ist psychische Probleme, wenn die Bewertung von Ereignissen sehr stark von unangemessenen, "irrationalen" Denkmustern beeinflusst ist ABC-Schema: Auslöser - konkretes Ereignis / Problemsituation, Gedanken - Interpreation, Bewertung, Schlussfolgerung, Konsequenz - emotionale, physiologische oder Verhaltensreaktionen
  • Definition Verhaltenstherapie eine auf der GL der empirischen P basierende psychotherapeutische Grundhaltung umfasst störungsspezifische und unspezifische Verfahren, die aufgrund von möglichst hinreichend überprüftem Störungswissen und psychologischem Änderungswissen eine systematische Besserung der zu behandelnden Problematik anstreben Maßnahmen verfolgen konkrete und operationalisierte Ziele auf verschiedenen Ebenen des Verhaltens und Erlebens -> leiten sich aus Störungsdiagnostik und der individuellen Problemanalyse ab und setzen an auslösenden / aufrechterhaltenden Problembedingungen an
  • allgemeine psychotherapeutische Wirkprinzipien Problembewältigung, Beziehungsperspektive, motivationale Klärung, Ressourcenaktivierung --> offen bleibt die Reichweise der verschiedenen Theorien
  • Integrative Perspektive von Therapiemodellen Konvergenz der verschiedenen Modelle in einem biopsychosozialen Ansatz (= Vulnerabilitäts-Stress-Modell) menschl. Verhalten und psych. Störungen werden über Interaktion biologischer, psych. und sozialer Variablen erklärt relative Bedeutung der verschiedenen Variablen bei der Entstehung spezifischer psych. Störungen kann unterschiedlich sein ermöglichen Einordnung neuer Erkenntnisse bislang liegt kein Modell vor, dass widerspruchsfreie Einordnung versch. Erkentnisse zur Entstehung und Aufrechterhaltung erlaubt
  • Definition Substanzmissbrauch ICD-10 Konsummuster mit tatsächlichen schädlichen Gesundheitsfolgen für Psyche und/ohder Physis des Konsumenten = körperliche aber auch psychische Störungen (z.B. depressive Episoden nach massivem Alkoholkonsum) Ablehnung des Konsumverhaltens durch andere Personen oder negative soziale Folgen (Eheprobleme) -> kein Kriterium für schödlichen Gebrauch akute Intoxikation beweist allein NICHT den Gesundheitsschaden, der für Diagnose erforderlich ist
  • Definition Abhängigkeitserkrankungen ICD-10 mindestens 3 der 6 Kriterien: starker wunsceh (Zwang) Substanz zu konsumieren verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung des Konsums oder Verminderung von Entzugssymtomen durch Substanzkonsum Toleranz (i.S. erhöhter Dosis für gewünschte Wirkung) fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums Anhaltender Konsum trotz Nachweis eindeutig schädlicher Folgen (körperlich, sozial, psychisch)
  • DSM5-Kriterien "Störungen durch Alkoholkonsum" problematisches muster von Alkoholkonsum führt in klinisch bedeutsamer Weise zu Beeinträchtigungen und Leiden -> 2 der folgenden Kriterien innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten: Konsum in größeren Mengen oder länger als beabsichtigt anhaltender Wunsch oder erfolglose Versuche, Alkoholkonsum zu verringern oder zu kontrollieren hoher Zeitaufwand, Alkohol zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von seiner Wirkung zu erholen Craving oder starkes Verlangen, Alkohol zu konsumieren wiederholter Alkoholkonsum, der zu einem Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause führt fortgesetzter Alkoholkonsum trotz ständiger oder wiederholter sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme Einschränkung oder Aufgeben wichtiger sozialer, beruflicher oder Freitzeitaktivitäten Konsum führt zu körperlicher Gefährdung Fortgesetzter Substanzgebrauch trotz ständiger oder wiederholter sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme Fortgesetzter Konsum trotz körperlicher oder psychischer Probleme Toleranzentwicklung charakterisiert durch ausgeprägte Dosissteigerung oder verminderte Wirkung unter derselben Dosis Entzugssymptome oder deren Linderung bzw. Vermeidung durch Substanzkonsum --> frühremmittiert oder anhaltend remittiert? --> in geschützter Umgebung ?? --> Schweregradbestimmung: F10.10 leicht: 2 - 3, F10.20 mittel: 4 - 5, F10.20 schwer: 6 oder mehr --> keine Unterscheidung mehr zwischen Missbrauch und Abhängigkeit
  • DSM5-Kriterien "Störung durch Glücksspielen" mindestens 4 der folgenden Kriterien innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten: Notwendigkeit des GS mit immer höheren Einsätzen, um gewünschte Erregung zu erreichen Unruhe und Reizbarkeit bei dem Bersucht, das GS einzuschränken / aufzugeben wiederholte und erfolgslose Versuche, das GS zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben starge gedankliche Eingenommenheit durch GS häufiges GS in belastenden Gefühlszuständen Rückkehr um Verluste auszugleichen Belügen anderer, um Ausmaß der Verstrickung in GS zu vertuschen Gefährdung oder Verlust einer wichtigen Beziehung / Arbeitsplatz / Aufstiegscahncen aufgrund des GS verlassen auf finanzielle Unterstützung durch andere, um die durch das GS verursachte finanzielle Notlage zu überwinden kann nicht besser durch manische Episode erklärt werden --> episodisch oder andauernd? --> frühremittiert oder anhaltend remittiert? --> Schweregrad: leicht: 4 -5, mittel: 6 - 7, schwer: 8 - 9 
  • Merkmale Computer- und Internetabhängigkeit fehlangepasstes Muster des Computer- und Internetgebrauchs, das zu klinisch bedeutsamen Leiden des Betroffenen oder der Angehörigen führt der Betroffene... verbringt häufiger und längere Zeit am Computer als in der Vergangenheit versäumt Verabredungen und Verpflichtungen ständig online während der Arbeitszeit oder versäumt Schule vernachlässigt sich selbst wirkt gereizt, nervös und wütend, wenn der online Zugang nicht möglich ist
  • diagnostische Kriterien von Computer- und Internetabhängigkeit nach Ko et al. (2009) A: 6 oder mehr der folgenden Symptome sind aufgetreten: eingeschränkte WN auf Inernetaktivitäten wiederholtes versagen, den Impulsen der Internetnutzung zu widerstehen Toleranzentwciklung Entzugssymptome Internetgebrauch länger als ursprünglich berücksichtigt fortdauerndes Begehren nach Einschränkung oder Reduktion bzw. erfolglose Versuche der Reuktion des Internetgebrauchs exzessiver Zeitverbrauch exzessiver Aufwand, um Internetzugang zu erreichen fortgesetzter intensiver Internetgebrauch trotz des Wissens andauernder oder wiederholter körperliche oder psychologischer Symptome B: funktionelle Beeinträchtigung: mind. 1 System: Vernachlässigung bedeutsamer Verpflichtungen oder Rollenerwartungen am Arbeitsplatz, in der Schule oder zu Hause wichtige soziale Beizehungen oder Freizeitaktivitäten werden aufgegeben wiederholte Probleme mit dem Gesetz aufgrund illegalen Verhaltens im Internet C: internetsüchtiges Verhalten nicht besser auf psychotische Störungen, Bipolar-I-Störung oder andere psychiatrische Erkrankung zurückführbar
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