Entwicklungspsychologie (Fach) / Theorien der kognitiven Entwicklung (Lektion)

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Theorien

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  • Leistung kognitiver Entwicklungstheorien -         Erklärungsmodell für Entwicklungsphänomene-         Grundannahmen über menschliche Kognition-         Motivation von Forschungsfragen -> Erklärungsmodell erstellen, Testen der Grundannahmen, Forschungsfragen aufstellen -> ob Beobachtung der Empirie standhält
  • Piagets Theorie -> Beginn „wissenschaftlichen Experimentierens“  „Genetische Epistemologie“ (Entwicklung des Erkennens) o   Theorie ab 1920o   Basis. Beobachtung und Befragen v. Kindern verschiedenen Alterso   Breite: von Geburt bis Adoleszenz; Bereichsübergreifend (Sprache, Gedächtnis, Moral. etc.)o   Entwicklung des Denkens in aktiver Auseinandersetzung mit der Umwelt ->  Stadientheorie der kognitiven Entwicklung: Kontinuitäten u. Diskontinuitäten in der Entwicklung-> Piaget interpretiert das bereits kleine Babys Experimente machen-> Epistemologie: Erkenntnistheorie: Beobachtung und Befragen seiner eigenen Kinder und ein paar anderer; nicht nur für Kognition, sondern Moral und Sozialverhalten etc. Grundidee: Konstruktivistische Annahme des Denkens, Dauerhafte Prozesse (kontinuierliche) -         Zentrale Eigenschaften der Stadientheorieo   Vier Stufen, aufeinander aufbauendo   Qualitative Veränderungen: Kinder verschiedenen Alters denken qualitativ unterschiedlicho   Breite Anwendbarkeit: versch. Themen u. Domäneno   Kurze Übergangzeito   Invariante Abfolge (nicht umkehrbar) -> Anwendbarkeit breit: moralisch und Sprache nicht nur Kognition; Invariant: nicht zurück, sondern immer eine Stufe nach der anderen
  • Piaget: Zentrale Eigenschaften der Stadientheorie o   Vier Stufen, aufeinander aufbauendo   Qualitative Veränderungen: Kinder verschiedenen Alters denken qualitativ unterschiedlicho   Breite Anwendbarkeit: versch. Themen u. Domäneno   Kurze Übergangzeito   Invariante Abfolge (nicht umkehrbar)
  • Piaget: Erkenntnistheoretische Grundannahmen o   Konstruktivistische Erkenntnistheorie- Wissen als Produkt eines aktiven, erfahrungsgetriebenen Konstruktionsprozesses- Lernen durch konstruktivistische Aktivität wichtiger als direkte Wissensvermittlung o   Intrinsische Neugier des erkennenden Subjekts: Konstruktion von Wissen: Kind aktiv -> Umwelt (Lernen aus Erfahrung) -> Umweltauseinandersetzung -> aktive Auseinandersetzung konstruktiv -> Gegensatz zum Lernen durch Lehrer -> Individuum muss selbst erfahren, erleben: Intrinsische Neugier von Geburt -> diese Erfahrung nutzen um Wissen zu generieren
  • Piaget: Interkation von Anlage und Umwelt in der kognitiven Entwicklung o   Anlage: reifendes Gehirn, Körper, Wahrnehmung, aus Erfahrung lerneno   Umwelt: jegliche Erfahrungen, die das Kind macht -         Grundlegende Prozesse o   Adaption: Kinder verfolgen ihre Handlungsziele in adaptiver Weise (reagieren auf Umweltanforderungen)o   Organisation/Strukturierung: Partikulare Erfahrungen werden in kohärentes Ganzes integriert ->  Annahme: Anlage auch aus Erfahrung lernen; Adaption: Kinder sind in der Lage Handlungsziel zu verfolgen, Kind versucht Theorie aufzustellen = kohärent: Apfel immer Apfel und nicht plötzlich Birne
  • Piaget: Quellen der Kontinuität o   Assimilation: eintreffende Informationen in Konzepte einordnen, die sie schon verstehen (vorhandene Schemata)o   Akkommodation: vorhandene Wissensstrukturen als Reaktion auf neue Erfahrungen anpassen -> Äquilibration: eine Balance zw. Assimilation und Akkommodation herstellen, um stabiles Verstehen zu schaffen
  • Piaget: Quellen der Diskontinuität: o Distinkte (differenzierbar/unterscheidbar) hierarchische Stadien der kognitiven Entwicklungo Qualitative Unterschiede: Kinder verschiedenen Alters denken unterschiedlich (Art der Wissensrepräsentation, logisches Denken)o Breite: Stadientypische Kennzeichen des Denkens über alle Themen und Domänen hinwego Kurze Phasen der Diskontinuität („altes“ vs „neues“, fortgeschrittenes Denken) im Übergang zw. Stadieno Invariante Abfolge: Stabile Ordnung, Universalität, nicht umkehrbar (irreversibel), kein Stadium wird übersprungen
  • Piaget: Stadien o Sensomotorisch: Geburt – 2; Sinneserfahrungen und Handlungeno Präoperational: 2 – 7; Sprach und Symbolgebraucho Konkret Operational: 7 – 12; logisches Denken und Kategorisierungo Formal Operational: ab 12; Hypothetisches Denken, Wissenschaftliche Rationalität
  • Piaget: Sensomotorisches Stadium: (Geburt – 2) o Intelligenz: Handlungsgebunden, praktisch, nicht reflexiv, nicht symbolisch-repräsentational, vorbegrifflicho Schema: Hanldungs/Denkstruktur, Wissenseinheit, Vorlage: um eigene Informationen einzuordnen und strukturierte Handlungen zu produzieren -> innere Repräsentationen, aus Erfahrung aufgebaut  Zunächst präkognitiv, sensomotorisch (Beispiel)• Assimilation: Mutterbrust wird an angeborenen Saugreflex assimiliert• Akkommodation: Anpassung des Saugreflexes an unterschiedliche Objekte (fehlgeschlagene Assimilation)• Aus Saugreflex wird (durch Erfahrung) Saugschema (angepasste Handlungsstruktur)  Noch keine mentalen/symbolischen Repräsentationen der Außenwelt o Motivation für Verknüpfung von Schemata zu komplexeren Einheiten: Intrinsische Neugier, Entdeckungslust -> Assimilation ist vor Akkommodation -> motorisch und sensorisch-> Mittel-Zweck: Tischtuch an sich heranziehen um zum Objekt zu gelangen, 6. Symbolisch -> Vorstellungskraft benennen einer Repräsentation-> Sensomotorisches Stadium: A-nicht-B-Suchfehler: Tendenz, ein verstecktes Objekt dort zu suchen, wo es zuletzt gefunden wurde und nicht dort, wo es zuletzt versteckt wurde. 
  • Piaget: Präoperationales Stadium (2 – 7) o   Erwerb der Symbolfunktion & mentaler (interner) Repräsentationen: Nachahmung, symbolisches Spiel, Spracheo   Einschränkungen im Altersbereich 2-4 Jahre:- Symbole Teil von Gegenständen (z.B. Name nicht von Objekt trennbar)- Idiosynkratischer (persönlicher) Symbolgebrauch (eher ikonisch) o   Egozentrismus: Welt ausschließlich vom eigenen Standpunkt aus wahrnehmen -> Egozentrisches Sprechen, keine Perspektivenübernahme  o   Symptome für egozentrisches, präkausales Denken:- Realismus (eine Perspektive auf die Welt: die eigene -> wahr, objektiv -> allen zugänglich)- Animismus (unbelebte Gegenständen als belebt wahrnehmen, z.B. „Der Wind will!“)- Artifizialismus (Dinge sind menschen-/Gott gemacht, z.B. „Starke Leute machen Berge“) -> Unangemessene Generalisierungen, Ursachen werden unsystematisch attribuiert -> für Kind ist Apfel -> Ding und Name nicht trennbar (also das man sich auch auf einen anderen Namen einigen könnte), nur eine Ansicht auf die Welt akzeptieren; Symptome: Realismus: eine Sicht und die ist immer Wahr -> auch allen anderen zugänglich; Animismus: Wind will; Artifizialismus: Dinge sind Menschen Berge von starken Leuten
  • Piaget: Präoperationales Stadium (2-7): Beispiele Antimismus und Artifizialismus Kind: „Die Wolken gehen langsam, weil sie keine Füße haben…) -> Animismus  „Man hat die dahin getan, die Felsen… sehr starke Leute… waren zuerst klein und sind groß geworden“-> Artifizialismus -> Assimilation des Konzeptes Wachsen/Entwicklung auf Materie (Animismus), „Menschen machen Berge“ -> artifizialistische Naturdeutung
  • Piaget: Präoperationales Denken (2 – 7) Zentrierung Irreversibilität Invarianzkonzept (Konservierung) Klasseninklusion Logisches Denken -        Zentrierung: Sich auf nur eine(n) Aspekt/Dimension eines Objekts/Ereignisses konzentrieren-       Irreversibilität: Kinder bilden mentale Repräsentationen, aber sind noch nicht fähig, diese mental zu manipulieren/rückgängig zu machen-       Kein Invarianzkonzept (Konzept der Konservierung): Unfähigkeit, relevante von irrelevanten physikalischen Transformationen zu unterscheiden (Masse, Gewicht, Volumen, Zahl)-       Klasseninklusion: Eingeschränkte Fähigkeit zur Klassenbildung und zur Repräsentation der Inklusionsbeziehungen zwischen Klassen (z.B. „Gibt es mehr Kinder oder mehr Menschen?“)-       Logisches Denken: Unfähigkeit zur Repräsentation linearer Ordnungen (<,>…)und Ableitung von Schlussfolgerungen aus solchen Transitive Inferenz: Aus A > B und B > C folgt A > C „Max ist größer als Emma“ & „Emma ist größer als Ruth“ folgt „Max ist größer als Ruth“ -> Insgesamt: Denken ist nach Piaget unorganisiert, egozentrisch, prälogisch (vor dem logischen), präkausal (vor dem kausalen), zentriert und wahrnehmungsorientiert -> Zentrierung: nur ein konzentrieren: Irreversibilität: dass ihre Schwester ist aber sie auch Schwester sind, Invarianz: Transformation Objekte/Flüssigkeit in anders großen Gläsern; Klasseninklusion: Unterstufen in Klassen nicht ausgeprägt
  • Piaget: Präoperationales Denken (2 – 7) Beispiele: Egozentrismus, Perspektivenübernahme, Zentrierung, - Egozentrische Kommunikation zw. Kindern- Unfähigkeit der Perspektivenübernahme (was sieht die Puppe dir gegenüber- Zentrierung: Dimension Distanz -> Zug ist zeitlich länger gefahren und nicht schneller gewesen -> Distanz -> Balkenwage-Studie: Zentrierung: Dimension Gewicht und ignorieren Abstand
  • Piaget: Konkrete Operationen (7 – 12) o   Beginn des logischen Denkenso   Reversibilität (manipulativ) mentaler Repräsentationen, arithmetische Operationen, transitive Inferenz (Schlussfolgerung von Ordnungsrelation: <,>…), Klasseninklusion-  Konkret nicht abstrakt! Theoretisch oder Hypothetisch („was wäre, wenn..“) ->  konkret nicht abstrakt oder eine andere Sicht der Dinge auf die Welt, Züge gleichzeitig losfahren können mehrere Dimensionen verstanden werden, Erhaltungsbegriff: etwas gleich viel auch wenn es seine Form ändert (Glas mit Wasser) o   Fähigkeit zur Perspektivenübernahme ab 6-7(konkret auf Person bezogen, nicht abstrakt z.B. gesamtgesellschaftliche Perspektive)o   Grundbegriffe unseres Realitätsverständnisses (Erhaltungsbegriff, Raum, Zeit, Kausalität)o   Erhaltungsbegriffe (Konservierung): Veränderungen der Form oder der Anordnung von Objekten sind nicht physikalisch bzw. numerisch relevant -> Dezentrierung: Berücksichtigung mehrerer Dimensionen (Anzahl, Masse, Menge)
  • Piaget: Formale Operationen (ab 12) -         Abstraktes, hypothetisches Denken, systematisches Prüfen von Annahmen, wissenschaftliche Rationalitäto   Bsp.: “Welche Faktoren bestimmen die Pendelfrequenz? Länge der Schnur, Gewicht, Fallhöhe oder Kombination dieser Faktoren?”->  Systematisches Kombinieren aller Bedingungen, tatsächliche von potenziellen Einflussfaktoren trennen, Faktoren nicht gleichzeitig variieren, sondern nur einen und andere konstant halten-> Z.B. kurze vs. lange Schnur + konstante Fallhöhe & Gewicht-> „(der Menschen) wird somit fähig,….. die notwendige Folgerung zu ziehen, was den Anfang des hypothetisch-deduktiven oder formalen Denkens darstellt“-> aus unterschiedlichen Wahrheiten notwendigen Folgen zu ziehen -> Hypothesen aufstellen
  • Kritik an Piagets Theorie o   Wenig empirische Bestätigung des Stadienkonzepts-  Geringe Konsistenz: innerhalb der Stadien und über Domänen (Physik, soziale Kognition, Moral etc.) hinwego   Frühe Kompetenz von Säuglingen & Vorschulkinderno   Verbreitet: Piaget unterschätzt soziale Komponente der kognitiven Entwicklung-  Piaget: soziale Erfahrungen können Erreichen von Stufen beschleunigen/behindern -> erklärt nicht Reihenfolge der Stufen-  Piaget: Soziale Interaktionen wichtig für Überwindung des Egozentrismuso   Wenig Verständnis von kognitiven Prozessen und Mechanismen, die Denkentwicklung anstoßen ->  generell vertritt er starre Strukturen
  • Informationsverarbeitungsansatz: Siegler und Case -         Informationsverarbeitungstheorien: Klasse von Theorien, die die Informationsverarbeitung in den Mittelpunkt stellen, um die Struktur des kognitiven Systems und die mentalen Aktivitäten zu beschreiben, die Aufmerksamkeit und Gedächtnis zum Problemlösen nutzen.o   Denken = Informationsverarbeitung; Mensch – Computer Analogieo   Entwicklung = kontinuierliche kognitive Veränderungen-  Bsp.: Transitive Inferenzen: bei Piaget Logische Operativität, bei IV: Gedächtniso   Analyse von Prozessen, Modelle kognitiver Veränderungo   Das Kind als Problemlöser: Zielbestimmung -> Hindernisse -> Strategie -> Zielo   Fokus auf Lernen, Gedächtnis, Problemlösen
  • Informationsverarbeitungstheorien: Basale, entwicklungssensible IV-Prozesse o   Assoziationsbildung -> Ereignisse)o   Rekognition (Vertrautes wiedererkennen)o   Generalisierungo   Enkodierung (Merkmale von Objekten und Ereignissen im Gedächtnis repräsentieren)o   Die Geschwindigkeit, mit der basale Verarbeitungsprozesse ablaufen, steigert sich beträchtlich im Laufe der kindlichen Entwicklungo   Myelinisierung: Erhöhung der neuronalen Leitfähigkeit -> Assoziationsbildung: Ereignisse die auftreffen, können assoziiert werden -> Schalter und Licht hängen zusammen; Enkodierung: Merkmale von der Kuh dazu repräsentieren; Steigerte Verarbeitung; Myelinisierung: Proteine verbessern Leifähigkeit
  • Informationsverarbeitungstheorien Was entwickelt sich? 1. Grundlegende Prozesse (Enbkodierung, Geschwindigkeit der Verarbeitung)2. Strategien (Rehearsal-> Memorieren v. Infos, Selektive Aufmerksamkeit, Semantische Organisation)3. Inahltswissen (Handlungswissen -> Skripte, Weltwissen) ->4. Interaktion kognitiver Prozesse (1->3)
  • Informationsverarbeitungstheorien: Erwerb und Ausbau von Strategien -         wichtige Quelle der Entwicklung von Lernen und Gedächtnis-> Beginn der Strategienutzung zwischen 4 und 8 Jahren o   Bsp.: Strategien bei arithmetischen Operationen, z.B. Addition1. Abrufen des Ergebnisses aus dem Gedächtnis2. Mengendarstellung durch Finger3. Zählen ohne Finger, wenn zweiter Summand klein (z.B. 7+2)4. Fingerzählen5. Min-Methode: Draufzählen des kleineren Summanden in Einerschritten (aus 2+7 wird 7+2 -> 7-8-9) ->  logisches Denken als qualitativer Schritt -> Gedächtniskapas erweitern sich, Erweiterung des Gedächtnisses um Schritt zu machen-> Strategien die sich zw. 7-8 Jahren entwickeln und angewendet werden
  • Verschiedene Ansätze der IV-Theorien o   Neo-Piagetsche Theorien (z.B. Case)- Festhalten am Stadienkonzept, Strategiekonstruktion- Biologische Reifung (Myelinisierung) -> Gedächtniskapazität o   Sieglers Theorie überlappender Wellen- Aufgeben des Stadienkonzepts, kognitive Variabilität (Gebrauch mehrerer Strategien), Bild der überlappenden Wellen o   Konnektionistische Theorien: Parallele Verarbeitungsprozesse, kontinuierliche Entwicklung o   Theorie dynamischer Systeme- Kognition besteht aus integrierten Prozessen von Wahrnehmung, Gedächtnis, Motorik, Sprache, Emotionen und sozialen Interaktionen (Bsp.: Greifen -> Spielen mit Objekten -> Kategorisieren von Objekten) - Systemischer Ansatz, kognitive Entwicklung als Entwicklung eines komplexen Systems, das sich an eine ständig wandelnde Umwelt anpasst -> Konstruktion aus Erfahrung heraus, Kapas steigern sich durch Myelinisierung, Sieglers Theorie: entscheiden sich für eine Strategie und geben andere auf, Information werden gleichzeitig und kontinuierlich angewandt, dynamischer Systeme: alles spielt eine Rolle und alles wird gleichzeitig angewandt: motorisch, Wahrnehmung etc. -> permanente Anpassung an die Umwelt
  • Domänenspezifische Theorien -         Kernwissenstheorien: Carey, Spelkeo   „Das Kind als ein von der Evolution besonders gut ausgestattetes Produkt“o   „Der kompetente Säugling“ -         Nativistischer Ansatz – Hauptannahmen:o   Angeborenes Wissen: Kinder haben angeborene kognitive Fähigkeiten (frühes begriffliches Wissen), bedingt durch evolutionäre Prozesseo   Biologische Prädisposition (vorbestimmt), bestimmte Konzepte in bestimmten Bereichen (Domänen)-> Bereichsspezifitäto   Evolutionäre Bedeutsamkeit: Bereiche waren in unserer Evolutionsgeschichte bedeutsam-  Kernbereiche mit angeborenem Wissen: (z.B. Physik, Mathematik, Biologie, Psychologie)o   Kind = aktiver Lerner (vgl. Piaget, jedoch mit spez. Lernmechanismen)o   Invarianten ->  angeborene kognitive Fähigkeiten -> Bereich Spezifität nach Domäne -> Lernmechanismen die angeboren sind; evolutionär: welcher Baum hat mehr Äpfel -> ist ein evolutionärer Druck, Wissen von allen Menschen und Tieren angeboren -> Kulturabhängig und Artenunabhängig
  • Domänenspezifische Ansätze: Kernwissenstheorien -         Kernwissen als Grundlage für Schlussfolgerungen über die Entitäten einer Domäne, etwa über Bewegungen & Beschaffenheit physikalischer Objekteo   Bsp. Solidität: Objekte können nicht gleichzeitig denselben Raum einnehmen-         Perzeptuelle und konzeptuelle Verarbeitung sensorischer Reize durch angeborene Input-Analysesystemeo   Beispiel für angeborene Input-Analysesysteme: Gesichts- und Körperkonfigurationen erkennen (Küken erkennen huhnartige Gestalten und bleiben in ihrer Nähe) -> Evolutionäre Bedeutung (Wissen, das zum Überleben notwendig ist)-         Kontinuität über Lebensspanne: Bereichsspezifische Kernprinzipien (z.B. Solidität) werden durch erfahrungsabhängige Lernprozesse angereichert, jedoch nicht revidiert ->  Soliditäten Feste Körper, Stimmulie auf bestimmte Art verarbeiten (Menschen oder Ding) spezifische Mechanismen: perzeptuelle und konzeptuell sensorische Reize, Analyse -> zugehörig zur Art
  • Soziokulturelle Theorien -         Kognitive Entwicklung geschieht in sozialer (interpersoneller) Interaktion-         Gelenkte (angeleitete) Partizipation: Individuen mit Wissensvorsprung strukturieren Aktivität pädagogischo   Kulturelle “Experten” (Eltern, etc.) gestalten Aktivitäten so, dass Novizen (Kinder) etwas lernen und sich auf höherem Niveau beteiligen können, als sie es von sich aus fertigbrächteno   Peu à peu Übertragung von Verantwortung-         Kulturwerkzeuge: Kognitive Entwicklung impliziert Nutzung kultureller Werkzeuge (menschliche Errungenschaften wie Symbolsysteme, Artefakte, Fertigkeiten, Werte, Institutionen)->  soziale Interaktionen -> Entwicklung von Kognition in sozialer Interaktion mit Werten, Normen, Symbolen etc. 
  • Soziokulturelle Theorien: Vygotsky -         Kinder als soziales Wesen, motiviert, an Aktivitäten mit anderen teilzunehmen-         Geformt durch kulturellen Kontext, den sie ihrerseits mitgestalten-         Kognitive Entwicklung als gesellschaftlich vermittelter Prozesse-         Soziale Interaktion als Analyseeinheit & Kerngeschehen, in dem Formen des Denkens und Verhaltens angeeignet werden -> gelenkte Partizipation, Kulturwerkzeuge (psychol. Werkzeuge)-         Reflektieren & Denken = verinnerlichter Dialog mit andereno   Konstitution und Entwicklung von Kognition in sozialen Interaktioneno   Wissen = Internalisierung von sozialen Aktivitäten ->  Piaget: Sozialer Kontext <-> Kind: Denken als verinnerlichtes Handeln->  Vygotsky: Kind innerhalb sozialem Kontext: Denken als verinnerlichte(s) Interkation/Sprechen  
  • Soziokulturelle Theorien: Zentrale Konzepte entwicklungsbedingter Veränderungen o   Intersubjektivitäto   Soziale Stützungo   Zone proximaler Entwicklung -         Intersubjektivität: Wechselseitiges Verständnis/Koordinierung in Kommunikationo   Ausrichtung des Verhaltens des Säuglings auf andere (schon in den ersten Lebensmonaten): Säuglinge lebhafter und interessierter bei Reaktion der Eltern auf ihre Handlungeno   Geteilte Aufmerksamkeit (shared attention) ab 9-15 M.- Orientierung an der Aufmerksamkeit anderer Person: auf gleiches Objekt wie jemand anders blicken, Zeigegesten folgen- Aktive Steuerung der Aufmerksamkeit anderer- Zentrale Rolle im sozialen Lernen (z.B. Spracherwerb) o   Soziales Referenzieren (social referencing): Blick auf Sozialpartner, um in unsicherer Situation Anleitung/Hilfestellung zu bekommen -         Soziale Stützung (scaffolding) Ein Prozess, bei dem eine kompetentere Person zeitweilig ein Rahmengerüst bietet, welches das Denken des Kindes auf einer höheren Ebene ermöglicht, als das Kind es selbst bewältigen könnte.-  Erklärung des Ziels einer Aufgabe, Aufzeigung von Lösungswegen  – Hilfe bei der Ausführung  – Mehr explizite Anweisung & Explikation als bei gelenkter Partizipation o   Zurückschrauben der Stützmaßnahmen mit der Zeit o   Die Qualität der Hilfestellung steigt im Allgemeinen mit Alter und Erfahrung (z.B. Eltern vs. Gleichaltrige)- Bsp. Kinder im Alter von 5-9 Jahren, die Aufgaben zuvor mit ihren Eltern gelöst haben, schneiden bei ähnlichen, neuen Aufgaben besser ab, als Gleichaltrige, die zuvor mit anderen Kindern Aufgaben gelöst haben. -         Zone proximaler Entwicklung Bereich der Leistungsfähigkeit zwischen dem, was das Kind ohne Hilfestellung kann, und dem, was es mit optimaler Unterstützung bewältigto   Entwicklung am wahrscheinlichsten, wenn eine lehrende Person das Denken des Kindes auf geringfügig höherem Niveau unterstützt, als es dem Kind von sich aus möglich wäreo   Wenn einfachere Aspekte einer Aufgabe beherrscht werden, auf höherem Niveau über Aufgabe nachdenkeno   Implizit oft verstanden von Eltern oder Lehrpersonen