Biologische Psychologie (Fach) / Biopsychologie (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 32 Karteikarten
Lernkarten für zusagen Biopsychologie
Diese Lektion wurde von abacaxi erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
- Nennen Sie die 6 Hauptbereiche der Biopsychologie und beschreiben Sie diese kurz. Physiologische Psychologie: Untersuchung der neuronalen Mechanismen des Verhaltens durch die Manipulation des Nervensystems von Tieren in kontrollierten ExperimentenPsychopharmakologie: Untersuchung der Wirkung von Pharmaka und Drogen auf Gehirn und VerhaltenNeuropsychologie:Untersuchung der psychologischen Auswirkungen von Hirnschäden an menschlichen PatientenPsychophysiologie:Untersuchung der Beziehung zwischen physiologischer Aktivität und psychologischen Prozessen am Menschen mittels nicht invasiver physiologischer MessungenKognitive Neurowissenschaft:Erforschung der neuronalen Mechanismen der menschlichen Kognition, hauptsächlich unter Verwendung funktionaler bildgebender VerfahrenVergleichende Psychologie: Erforschung der Evolution, Genetik und Adaptivität des Verhaltens verschiedener Arten, hauptsächlich unter Verwendung der vergleichenden Methode
- Womit befasst sich die Physiologische Psychologie? Untersuchung der neuronalen Mechanismen des Verhaltens durch die Manipulation des Nervensystems von Tieren in kontrollierten Experimenten
- Womit befasst sich die Psychopharmakologie? Untersuchung der Wirkung von Pharmaka und Drogen auf Gehirn und Verhalten
- Neuropsychologie Untersuchung der psychologischen Auswirkungen von Hirnschäden an menschlichen Patienten
- Womit befasst sich die Psychophysiologie? Untersuchung der Beziehung zwischen physiologischer Aktivität und psychologischen Prozessen am Menschen mittels nicht invasiver physiologischer Messungen
- Womit befassen sich kognitive Neurowissenschaftler? Erforschung der neuronalen Mechanismen der menschlichen Kognition (also höhere geistige Prozesse, wie Denken,Gedächtnis und Aufmerksamkeit), hauptsächlich unter Verwendung funktionaler bildgebender Verfahren
- Womit befasst sich die vergleichende Psychologie? Erforschung der Evolution, Genetik und Adaptivität des Verhaltens verschiedener Arten, hauptsächlich unter Verwendung der vergleichenden Methode
- Welche drei Faktoren bestimmen nach Auffassung der modernen biopsychologischen Forschung das Verhalten? Verhalten resultiert aus der Interaktion dreier Faktoren:1) der genetischen Ausstattung eines Organismus als Produkt der Evolution,2) seiner Erfahrung3) seiner Wahrnehmung der aktuellen Situation
- Was versteht man unter Phrenologie? Zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Josef Gall begründete pseudowissenschaftliche LehreVersuch geistige Eigenschaften und Zustände bestimmten & klar abgegrenzten Hirnarealen (einzelne „Organe“, insgesamt 27, 19 davon mit Tieren gemeinsam) zuzuordnen. Unterstellung eines Zusammenhanges zwischen Schädel- und Gehirnform einerseits und Charakter und Geistesgaben andererseits.
- Was versteht man unter Präadaptation? Zufällige Ausbildung von Merkmalen durch Mutation, die sich später bei veränderten Umwelteinflüssen als Selektionsvorteil erweisen.
- Nenne und erkläre 2 Verhaltensweisen, die in der Evolution eine Rolle spielen! Soziale Dominanz: Männchen vieler Spezies legen durch Rangkämpfe mit anderen Männchen eine soziale Dominanzhierarchie fest. Diese Hierarchie führt zur Abnahme der Feindseligkeiten innerhalb der Gruppe. Die dominanten (Alpha) Männchen kopulieren häufiger, als die in der Rangfolge unter ihnen stehenden Männchen und können daher ihre Gene erfolgreicher weitergeben. Balzverhalten:Bei vielen Arten geht der Paarung ein kompliziertes Werbeverhalten voraus. Das Männchen signalisiert dem Weibchen sein Interesse durch olfaktorische, visuelle, auditorische oder taktile Signale. Dies löst beim Weibchen seinerseits ein Signal aus, welches wiederum eine weitere Reaktion beim Männchen hervorruft, bis es zur Paarung kommt. Reagiert einer der beiden Partner nicht oder falsch, unterbleibt die Paarung. Werbeverhalten fördert vermutlich die Evolution neuer Arten.
- Die Evolution des Menschen ist eng an die Entwicklung des Hirns gebunden. Erklären Sie kurz 2 Mechanismen, die zur drastischen Zunahme des Gehirnvolumens bei Homo erectus und Homo sapiens geführt haben könnten. z.B.:Funktionelle Spezialisierung: Spezialisierung von Gehirnarealen (z.B. klettern oder greifen)Neuentwicklung: Zur Anpassung an Lebensraum (z.B. Bereiche zum Sehen von Farbe und stereoskopischen Sehens)Neotenie: Verzögerte Geschlechtsreife/Adultentwicklung bedeutet einen größeren und runderen Kopf, erlaubt ein größeres Gehirnvolumen zu entwickelnPräadaptation: zufällige Vergrößerung des Gehirnvolumens erweist sich als Selektionsvorteil
- Was versteht man unter geschlechtsgebundenen Merkmalen? Welche Besonderheit weisen Sie auf? Geschlechtsgebundene Merkmale sind Merkmale, die von Genen auf dem Geschlechtschromosom beeinflusst werden. Sie werden überwiegend vom X-Chromosom kontrolliert, da das Y-Chromosom klein ist und nur wenige Gene trägt. Besonderheit:dominante Merkmale doppelte Chance, geerbt zu werden bei Weibchen (doppelt so viele X-Chromosomen!)rezessive Merkmale treten eher bei Männchen auf (bei Weibchen müssten zwei rezessive Gene geerbt werden, damit sich diese Merkmale manifestieren)
- Was versteht man unter einem geschätzten Erblichkeitsgrad? Diskutieren Sie Probleme bei der Erblichkeitsbestimmung am Beispiel der Intelligenz. Numerische Schätzung des Anteils der Variabilität eines bestimmten Merkmals in einer bestimmten Population, der durch die genetische Variation bedingt ist.Problem: genetische Unterschiede fördern psychologische Unterschiede über die gemachten Erfahrungen. z.B. suchen sich verschiedene Menschen mit dispositionaler Intelligenz gleiche Erfahrungen, was die Intelligenz fördert, dies führt dazu, dass ein hoher Erblichkeitsgrad bestimmt wird, obwohl die Umwelt einen sehr großen Einfluss hatte.
- Was versteht man unter crossing over? In welcher Phase der Zellteilung tritt es auf? Warum ist es wichtig? Beim Crossing over ordnen sich die zusammengehörenden Chromosomen nebeneinander an und überkreuzen sich gegenseitig an zufälligen Stellen. Dort brechen sie auseinander und tauschen die jeweiligen Abschnitte aus. Auf diese Weise entsteht eine einzigartige Kombination der Chromosomen der Eltern.Das Crossing over findet im ersten Stadium der Meiose, der Prophase I, also nach der Chromosomenverdopplung statt.Es handelt sich um ein bedeutsames Phänomen, da es die Verschiedenheit innerhalb einer Art erhöht, und, da es ein wichtiges Hilfsmittel zur Erstellung von Genkarten ist. Der Grad der Kopplung zweier Gene zeigt an, wie nah sie auf einem Chromosom zusammen liegen, da es bei weiter von einander entfernten Genen wahrscheinlicher ist, dass Crossing over stattgefunden hat.
- Welche Rolle spielt Crossing-Over in Hinblick auf den Erhalt der Art? Das Crossing-over ist die Voraussetzung für die genetische Rekombination und sorgt mit dafür, dass neue Merkmalskombinationen entstehen, die sich als Selektionsvorteil erweisen können.
-
- Nennen Sie die beiden Teilbereiche der „Genexpression“ und beschreiben Sie beide kurz! Transkription: DNA-Strang wird aufgetrennt Synthese eines komplementären mRNA-Strangs (ähnelt DNA; Ausnahme: Uracil statt Thymin) transportiert genetischen Code aus dem Zellkern ins CytoplasmaTranslation: mRNA-Strang heftet sich an ein Ribosom Ribosom bewegt sich entlang des Strangs und übersetzt jedes Kodon (3 Basen) in eine passende Aminosäure Aminosäure wird durch tRNA-Molekül an die wachsende Polypeptidkette geheftet. → Translation bis zum Stopp-Codon → Freisetzung des kompletten Proteins
- Was versteht man unter Neotenie? Infantilisierung des menschlichen Gehirns: Während der menschliche Schädel in etwa die embryonale Form beibehält, wird der Affenschädel länglicher. Wenn man die beiden vergleicht, bemerkt man, dass das menschliche Gehirn größer auswachsen kann und größer ist. -> das infantile (kindliche) bzw. die längere Adultentwicklung ist positiv mit der Gehirngröße korreliert.
- Was versteht man unter der sensitiven Phase? In der Entwicklungspsychologie werden sensible/sensitive Perioden als jene Entwicklungsabschnitte definiert, in denen spezifische Erfahrungen maximale Wirkung haben (= Perioden höchster Plastizität). Sensible Phasen sind somit Zeitabschnitte, in denen spezifische (Um-)lernerfahrungen maximale Wirkung zeigen, wobei viele sensible Phasen durch Stadien der Hirnreifung bedingt sind. In einzelnen psychischen Funktionsbereichen scheint der frühkindliche Einfluss prägend für das gesamte weitere Leben zu sein, was sowohl für kognitive Funktionen als auch für emotionale und soziale Funktionen gilt.
- Worin unterscheiden sich Dendriten und Axome? Dendriten: kurze Fortsätze des Neurons, die Impulse zum Neuron hin leitenAxone: lange Fortsätze, die Impulse vom Neuron fortleiten
- Neurone werden häufig anhand der Fortsätze, die aus dem Zellkörper entspringen klassifiziert. Welche Neuronentypen unterscheidet man dabei? Unipolare Neuronen: einen FortsatzBipolare Neuronen: zwei FortsätzeMultipolare Neuronen: mehr als 2 FortsätzeInterneurone: keine oder nur sehr kurze Axone
- Welche Typen von Gliazellen gibt es im ZNS? Welche Funktionen haben sie jeweils? Astrocyten/Astroglia: Einige Astrocyten ummanteln die Außenfläche der zerebralen Blutgefäße, nehmen Kontakt mit Zellkörpern von Neuronen auf und erlauben/verwehren Transfer chemischer Verbindungen (z.B. Kalium) von Blut in die ZNS-Neurone. Andere erfüllen eine Vielzahl anderer Funktionen.Oligodendrozyten: Myelinisierung von Axonen des ZNS, welche Geschwindigkeit und Effizienz der axonalen Leitung erhöht, bildet mehrere Myelinsegmente ausMikroglia: beseitigen tote/absterbende Neurone und lösen Entzündungsprozesse auf
- Welche Vorteile bietet die Nisslfärbung gegenüber der Golgifärbung? Golgi-Färbung: detaillierte Silhouetten einzelner Neurone werden sichtbar (Färbung mit Silberchromat)Nissl-Färbung: Färbung aller Zellkörper mit Kresylviolett→ Vorteil: Schätzung der Anzahl von Zellkörper in einem Gebiet dadurch möglich
- Nennen Sie die 3 Hauptfurchen und 2 Hauptwindungen (im Telencephalon)! Neocortex Hauptfurchen: Fissura longitudinalis cerebri (Längsfurche), Sulcus lateralis (Sylvische Furche), Sulcus centralis (Zentralfurche)Hauptwindungen: Gyrus precentralis, Gyrus postcentralis
- Was zählt man zu den Basalganglien? Welche Funktionen werden ihnen zugeordnet? Amygdala, Corpus Striatum (Nucleus caudatus und Putamen), Globus Pallidusmotorische Funktion und spielen eine entscheidende Rolle bei der Ausführung willkürlicher Bewegungen
- Nennen Sie drei Strukturen des Tegmentums im Mittelhirn und ihre Funktion! Substantia nigra: Teil des sensomotrischen Systems, ist an der Planung und dem Beginn einer Bewegung beteiligtNucleus ruber: Teil des sensomotorischen Systems; nimmt Einfluss auf den Muskeltonus und die KörperhaltungPeriaquäduktales Grau: Vermittlung der analgetischen (schmerzreduzierende) Wirkung von Opiaten
- Welche Funktion hat das Limbische System? Nennen Sie vier wichtige Gehirnstrukturen im Limbischen System. Regulation motivationaler Verhaltensweisen wie Kampf-, Flucht-; Ernährungs- und Sexualverhalten. (4 F’s: fighting, fleeing, feeding & sexual behavior)Strukturen: Amygdala, Fornix, Septum, Hippocampus, Mamillarkörper und cingulärer Cortex
- Wozu dienen Mitochondrien? Energie liefernde Strukturen im Cytoplasma der Zellen: wichtigste Funktion ist Energiegewinnung durch oxidative Phosphorylierung bei der Zellatmung. Sie wandeln Energie, die beim Umsatz der Nährstoffe mit Sauerstoff frei wird, in Adenosintriphosphat (ATP) um.
- Warum verfügen Neurone des peripheren – nicht aber des zentralen Nervensystems – über die Fähigkeit zur Regeneration? Die Myelinsegmente im PNS werden von Schwannzellen ausgebildet, welche die axonale Regeneration (Nachwachsen des Axons nach Verletzungen) lenken können. Im Gegensatz dazu werden die Myelinsegmente im ZNS von Oligodendrocyten ausgebildet, welche nicht die axonale Regeneration lenken können.
- Was bewirkt die Blut-Hirn-Schranke und wie kommt sie zustande? Die Zellen, die die Wände der zerebralen Blutgefäße bilden, liegen eng aneinander und machen sie für viele große Moleküle (z.B Proteine) unpassierbar. Große Moleküle, die für die Hirnfunktion unabdingbar sind wie z.B. Glukose werden aktiv durch die Wände der zerebralen Blutgefäße transportiert (selektiv permeabel). So wird der Übertritt vieler toxischer Substanzen aus dem Blut ins Gehirn verhindert.
- Nennen Sie 2 Teile des PNS somatisches Nervensystem (SNS) Der Teil, der mit der Umwelt interagiert. (Es besteht aus afferenten Nerven, die sensorische Signale (von Haut, Skelettmuskeln, Gelenken, Augen, Ohren, usw.) zum ZNS leiten und aus efferenten Nerven, die motorische Signale aus dem ZNS zu den Skelettmuskeln leiten.) autonomes Nervensystem (ANS) Der Teil, der das innere Milieu des Körpers reguliert. (Es besteht aus afferenten Nerven, die sensorische Signale von den inneren Organen zum ZNS leiten und efferenten Nerven, die motorische Signale vom ZNS zu den inneren Organen übertragen. efferente Nerven des ANS: Sympathische Nerven stimulieren und organisieren Energieresssourcen, um mit bedrohlichen Situation fertigzuwerden; Parasympathische Nerven tragen dazu bei, Energieressourcen zu konservieren)[Zum Merken: afferent → lösen Affekt aus; efferent → lösen Effekt aus]
- Welche Arten von Neuronen gibt es im ZNS? Nenne und beschreibe! Pyramidenzellen: große, multipolare Neurone mit pyramidenförmigen Zellkörpern, einem großen Dendriten („apikaler Dendrit“, verläuft vom Pyramidengipfel gradlinig zur Cortexoberfläche), ein sehr langes AxonSternzellen: kleine, sternförmige Interneurone
-
