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Allgemeine Psychologie (Fach) / Wahrnehmung, Bewegung, und Handlung (Lektion)
Gibson, direkte Wahrnehmung, Affordances etc.
Diese Lektion wurde von Macholocke erstellt.
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- Erklären Sie mir die Theorie von Gibson! Gibson argumentiert, dass Wahrnehmung direkt ist und sich aus der optischen Anordnung von Objekten ergibt und nicht aus den einzelnen Dingen. Dabei sollen keine komplexen kognitiven Verarbeitungsprozesse nötig sein um den visuellen Input interpretieren zu können. Im Gegensatz zur traditionellen Ansicht ist laut Gibson das Endprodukt der Wahrnehmung keine interne Repräsentation des Gesehenen, das man mit abgespeichertem Wissen vergleicht und interpretiert sondern das Erkennen der Affordances eines Objekts Die Optische Anordnung ist all das, was eine Person sieht und besteht aus Raumwinkeln, diese hängen von der Position der Entfernung und der Bewegung des Individuums ab Durch die dynamischen Veränderungen der Raumwinkel, die während der Eigenbewegung entstehen, bilden sich sogenannte optische Flussmuster. Als Beispiel für ein optisches Flussmuster ist der Landeanflug eines Piloten. Dabei visiert er einen Punkt auf der Landebahn an, der auch focus of expansion heißt. Dabei ist zu sehen, dass die optische Anordnung sich mit der Zeit verändert und bestimmte Raumwinkel verschwinden und durch andere ersetzt werden. Um den Anflug zu erleichtern helfen Invarianten, das sind jene Elemente der optischen Anordnung, die immer nach den gleichen Regeln wahrgenommen werden z.B. Texturgradienten, je näher ein Raumwinkel desto gröber ist die Textur einer Oberfläche usw.). Typische Invarianten sind zum Beispiel die Überlappung von Objekten, oder die Höhe im visuellen Feld Dass kognitive Verarbeitungsprozesse nicht notwendig sind erklärt er damit, dass die visuelle Information viel zu groß ist als dies von Vertretern traditioneller Theorien bisher angenommen wurde. Affordances: Wie bereits erwähnt ist das Endprodukt der Wahrnehmung bei Gibson die affordances. Das sind handlungsauffordernde Komponenten eines Objekts, die es dem Individuum ermöglichen adäquat mit einem Obj. zu interagieren. Deshalb nennt man Gibsons Ansatz auch ökologisch, weil für ihn die Wahrnehmung nicht für das Erkennen von Objekten zuständig ist sondern für die adäquate Interaktion mit der Umwelt. Dabei wird die nötige Information direkt aus der Umwelt aufgenommen Außerdem dient die visuelle Wahrnehmung unter anderem der Handlungsorganisation und sieht eine enge Verbindung zwischen Wahrnehmung und Handlungen. Gibson meint, dass wir visuelle Informationen dazu nutzen unsere Handlungen zu organisieren. Außerdem sei der Vorgang der Wahrnehmung adaptiv und dient der Abstimmung zwischen Organismus und Umwelt
- Welche Annahmen charakterisieren die Theorie von Gibson? Der optische Array ist ein strukturiertes Lichtmuster das die gesamte visuelle Informationen der Umwelt enthält, die das Auge erreicht. Der optische Array erzeugt invariante Informationen über die Anordnung von Objekten im Raum. Dazu gehören Texturegradienten, optische Flussmuster und affordances Die Wahrnehmung erfolgt direkt durch die Aufnahme von Informationen des optischen Arrays über die Resonanz mit der Umwelt. Dies geschieht mit geringer oder keiner Informationsverarbeitung
- Was versteht man unter Resonanz? Resonanz erklärt die Fähigkeit von Menschen invariante Information aus dem optischen Array auf zu nehmen/ zu erkennen. Dies geschieht automatisch wenn eine Person auf diese eingestellt ist und schwingt quasi mit seiner Umgebung mit. Diese Fähigkeit haben sich Organismen im Laufe der evolutionären Entwicklung und durch Lernprozesse angeeignet.
- Welche Idee steckt hinter dem optischen Fluss? Beschreibt die Veränderungen des Lichtmusters, die auftritt wenn sich die Position des Beobachters oder eines Objekts in der Umwelt durch Bewegung verändert. Der Optic Flow beinhaltet invariante Info über Richtung, Geschwindigkeit und Höhe. Stellt eine Informationsgrundlage für Organismen dar wenn sie sich im Raum bewegen Der Punkt, auf den sich der Betrachter zubewegt (focus of expansion ) erscheint bewegungslos, während das restliche visuelle Umfeld sich scheinbar von diesem Punkt weg bewegt:- Punkte, die weiter entfernt von diesem Ort sind scheinen sich schneller von diesem weg zu bewegen. Je näher man diesem Punkt kommt desto mehr Details verlassen das visuelle Feld und neue Details in der Nähe des focus of expansion treten hervor (Z. B. wenn Pilot einen Landepunkt anvisiert). Gegenteilige Beobachtung würde man machen, wenn man am Ende eines Zuges sitzt und in entgegen der Fahrtrichtung auf einen Punkt in der Ferne schaut Flussinformation kann folgende Information bieten: Fluss im optischen Array bedeutet Bewegung und keine Fluss bedeutet Stasis Fluss nach außen bedeutet Annäherung Fluss nach innen bedeutet Entfernen Der Fokus of expansion definiert die Richtung der Bewegung Eine Verschiebung des Flusszentrums von einem visuellen Winkel zu einem anderen weist auf eine Richtungsänderung hin
- Was sind Invarianten? = bleiben unabhängig von Bewegung des Betrachter gleich. Werden von Gibson als second-order Charakteristiken des visuellen Arrays bezeichnet, sie bleiben unverändert ungeachtet der Bewegungen des Beobachters bei verschiedenen Blickwinkeln, das macht sie wichtig. Ihre Bewegungsinvarianz stellt einen bedeutenden Faktor für die Wahrnehmung dar. Beispiele für Invarianten: - FOE (Focus of Expansion): ist ein invariantes Merkmal des optic array - Texturgradienten: Texturgradienten an sich. Aber auch für die, auf ihr stehenden Objekte (Objektkonstanz) - Horizont-Ratio Relation: nützlich für Größenkonstanz (Verhältnis der Objekthöhe zur Distanz seiner Basis zum Horizont ist invariant/unabhängig von der Entfernung des Betrachters
- Was sind Affordances genau? Bezeichnet den Aufforderungscharakter zu einer Handlung durch die Wesensart eines Objekts Der potentielle Nutzen/die Bedeutung eines Objektes ist direkt wahrnehmbar (ein Stuhl erfordert Sitzen, bis hin zu Briefkästen). Da Objekte viele unterschiedliche Affordances zugleich haben können, ist die Handlung beeinflussende Forderung abhängig vom aktuellen psychischen Zustand/Befinden des Beobachters oder der Situation (mit Baseballschläger spielen oder als Waffe/Verteidigungsobjekt verwenden)
- Welche Vorteile und Nachteile hat der Ansatz von Gibson? + seine Theorie des optischen Fluss bietet Erklärungsansatz für unsere Orientierung im Raum und hat moderne Forschungzweige beeinflusst (z. B. Robotics) + hat vision for action vorweggenommen + Gibson war der Annahme, dass unsere Wahrnehmung es uns erlaubt schnell und akkurat auf Umgebungsreize zu reagieren ohne, dass wir unser Gedächtnis verwenden (vision-for-action). +Korrekte Annahme, dass visuelle Stimuli viel mehr Informationen beinhalten als früher geglaubt wurde. Gibson war recht in der Annahme, dass wir die meiste Zeit während wir in Bewegung sind wahrnehmen (früher nur statische Experimente) + ungenaue Wahrnehmung geschieht oft aufgrund von sehr künstlichen Situationen. Dabei wird oft die wichtige Rolle der visuellen Wahrnehmung bei der Anleitung von Verhalten vernachlässigt. Z. B. verlieren Illusionen ihre Wirkung, wenn der Stimulus angegriffen wird.
- Planning control model Beschreibt wie visuelle Information dafür verwendet wird Handlungen zu produzieren.Glover geht davon aus, dass wir zuerst ein Plansystem verwenden und dann ein Kontrollsystem wobei sich die beiden mit der Zeit überlappen 1. Plansystem: Wird vor der Bewegungsinitiation verwendet. Es sucht ein geeignetes Ziel aus und entscheidet wie es festgehalten werden soll und legt das timing fest und wieviel Zeit es in Anspruch nimmt Beeinflusst durch die individuellen Ziele, die Art des Zielobjekts, den visuellen Kontext und kognitive Prozesse.= langsam, weil es viel Informationen berücksichtigt und durch bewusste Prozesse beeinflusst wird. Das Planen hängt von visuellen Repräsentationen ab (im inferiorer Parietallappen) und motorischen Prozessen im Frontallappen. Im Genaueren ist unterer Parietallappen im Zusammenführen von Informationen bzgl. Objekterkennung und Kontext sowie motorischem Planen, um Objekte zu verwenden involviert. meisten Fehler passieren durch Plansystem ist besonder anfällig für Illusionen, weil es den visuellen Kontext verarbeitet Nachweise: Entsprechend PKM; PS ist ungenau und KM ist genau =>Planung ist ungenauer als daraus resultierende Handlung. Beim Versuch die Ebbinghauskreise zu packen sollte dem Modell zufolge die Ausrichtung der Greifhand, um das Objekt zu packen genauer werden, je näher sie dem Objekt ist. Dies wurde beobachtet. Vermutlich ist nur die Planung von der Illusion betroffen. Glover und Dixon (2001): Person sollte nach Riegel greifen der so manipuliert wurde, dass er falsch wahrgenommen wurde. Der Illusionseffekt verschwand je näher die Hand dem Objekt war. Hollow Face Illusion 2. Kontrollsystem: - Während der Ausführung von Bewegungen aktiv - Gewährleistet, dass Bewegungen genau sind, führt Anpassungen auf Basis von visuellem Feedback aus - Ist nur von den räumlichen Eigenschaften eines Zielobjekts beeinflusst und nicht vom umliegenden Kontext. - Es ist relativ schnell und verwendet nur wenig Info und ist nicht für den Einfluss vom Bewusstsein anfällig. - Kontrolle hängt von visuellen Repräsentationen im superioren Parietallappen und motorischen Prozessen im Cerebellum ab. Vorteile des Planning-Control Modells gegenüber Perception Action Model: 1. Planprozesse sind genauer beschrieben 2. Fokus liegt auch auf den Veränderungen die während der Ausführung einer Handlung geschehen 3. Hat die Gehirnregionen identifiziert, die dem Planen und Kontrollieren zugrundeliegen
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