WiWi Nürnberg (Fach) / Entscheidungen 3 (Lektion)
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SS15 // Kapitel 7 (Spieltheorie)
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- Was versteht man allgemein unter Spieltheorie? zwei oder mehrere bewusst handelnde Entscheidungsträger, die jeweils auf vorhergehende Entscheidungen des Gegenspielers reagieren oder bei gleichzeitigen Entscheidungen die wahrscheinliche Reaktion des Gegenspielers antizipieren, stehen sich gegenüber (z. B. Papier, Schere, Stein) Analyse von strategischen Entscheidungssituationen, in denen: das Ergebnis von den Entscheidungen mehrerer Entscheidungsträger abhängt -> jeder Entscheidungsträger sich dieser Interdependez bewusst ist -> jeder Entscheidungsträger davon ausgeht, dass alle anderen sich ebenfalls der Interdependenz bewusst sind -> jeder bei seinen Entscheidungen diese Aspekte berücksichtigt strategische Entscheidungssituationen: Interessenkonflikte, Koordinationsprobleme
- Wie lauten die wesentlichen Merkmale des Gefangenendilemmas? Kronzeugenregel Kommunikation (zur Koordinierung/Abschluss bindender Vereinbarungen) nicht zugelassen -> Spielsituation nicht kooperativ dominante Strategie: egal welche Entscheidung Spieler 2 trifft, ist es für Spieler 1 individuell rational, die Tat zu gestehen -> Spieler 2 hat die gleiche Überlegung und so gestehen beide! jede Lösung so gestaltet, dass jeder Spieler ein Eigeninteresse daran hat, von Vereinbarungen abzuweichen (Gleichgewicht) bei bindenden Abmachungen -> kooperatives Spiel (Abmachung durchsetzbar!) nicht pareto-effizient: beide könnten sich durch kooperatives Verhalten besser stellen
- Was versteht man unter Paretoeffizienz? (Grundlegende Begriffe der Spieltheorie) Situation ist paretoeffizient, wenn sich keiner der Spieler verbessern kann, ohne dass ein anderer Spieler schlechter gestellt wird
- Wann liegt ein Nash Gleichgewicht vor? (Grundlegende Begriffe der Spieltheorie) Nash-Gleichgewicht = jeder Spieler, gegeben den Zug es anderen, bereut seinen eigenen Zug nicht, d.h. hat keinen Anreiz in der nächsten Spielrunde sein Verhalten zu ändern -> Untersuchung von direkt angrenzenden Feldern, ob eine Veränderung des Verhaltens aus der Sicht eines Spielers eine Verbesserung ergeben würde (bei gleichem oder niedrigerem Wert besteht kein Wechselanreiz)
- Was versteht man unter einem Zweipersonennullsummenspiel? (Spieltheorie) Sonderform der Konstantsummenspiele (Auszahlungssumme für jedes Ergebnis ist gleich) beim Zweipersonennullsummenspiel ist diese Auszahlungssumme immer 0 (Gewinn des einen Spielers ist Verlust des anderen) Sicherheitsniveau: das, was ein Spieler ohne das Zutun des anderen mindestens erreichen kann (beste mögliche Ergebnisse, wenn der andere gewählt hat) Sattelpunkt: Sicherheitsäquivalente gleich (Minimum der Spaltenmaxima und das Maximum der Zeilenminima haben gleichen Wert) ohne Sattelpunkt -> keine stabile Lösung -> auch nicht durch Kooperation
- Was versteht man unter einem Nicht-Konstant-Summenspiel (nicht kooperativ)? (Spieltheorie) nicht-kooperatives Koordinationsproblem (z. B. Telefongespräch wird unterbrochen) "Schelling-Punkte" (gleiche Antworten auf die Fragen, die zum Teil unendliche Lösungen haben) Formalistische Position: Mehrdeutigkeit kann nicht abgebaut werden -> keine Lösung Pragmatische Lösung: durch einheitliche Formulierung der Probleme -> Lösungshinweise in der praktischen Situation, die zu einem großen Teil in Konventionen/Normen begründet sind Gefangenendilemma (bei Wiederholung des Spiels wird gelernt, dass Kooperation beiden Vorteile bringt), Battle of the Sexes (ohne Kommunikation -> Zufallsentscheidungen; mit Kommunikation -> Verhandlungen -> Sidepayments, Zufallsmechanismus, Einbindung), Chicken/Feigling-Spiel
- Was versteht man unter einem Nicht-Konstant-Summenspiel (kooperativ)? exogene Machanismen, die die Einhaltung von Verträgen bindend durchsetzen Kooperation um größten Nutzen für beide zu erreichen Absprachen mit oder ohne kompensierende Absprachen möglich
- Was versteht man unter Gremienentscheidungen und wie lassen sie sich formal darstellen? (Spieltheorie) Entscheidungen in Unternehmen zunehmend von Personengruppen/Entscheidungsgremien -> Hoffnung auf ausgewogenere Entscheidungen + hohen Komplexität kann besser Rechnung getragen werden zuerst Kommunikationsphase -> Bildung von individuellen Präferenzordnungen, die dann zur einer Gruppenpräferenzordnung aggregiert werden müssen Präferenzordnungsprofil: individuelle Präferenzordnungen (mit P für Präferenz und I für Indifferenz) werden zusammengefasst -> Menge H der vollständigen und transitiven Präferenzordnungen des Aktionsraums A Präferenzordnungsprofil der Gruppe muss dann zu einer Gruppenpräferenzordnung verdichtet werden
- Welche Abstimmungsregeln gibt es und was versteht man unter Koalitionsbildung? (Spieltheorie, Gremienentscheidungen) Präferenzordnungsprofil liegt vor -> Auswahl der Handlungsalternative hängt von der gewählten Abstimmungsregel ab Einstimmigkeitskriterium: Entscheidung nur bei Einstimmigkeit -> Problem: keine schnellen Entscheidungen, da oft lange Kompromisssuche notwendig Single-Vote-Kriterium: nur eine Simme (Erstpräferenz) -> Alternative mit der Mehrheit der Stimmen (absolute (Double Election, wenn keine absolute Mehrheit) oder einfache Mehrheit möglich) Borda-Kriterium: komplette Präferenzordnung der Mitglieder wird berücksichtigt; Punktwertverfahren -> meiste Punkt auf ersten Platz (indifferent gegen lineare Punkttransformation) Kriterium des paarweisen Vergleichs: Alternativen immer paarweise zur Abstimmung, Condorcet-Alternative -> im Vergleich zu den anderen immer besser! Abstimmungen auch strategisch möglich, um Chancen der präferierten Alternative zu erhöhen Koalitionsbildung: für Teil der Mitglieder kann Koalition vorteilhaft sein -> Absprachen notwendig
