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Allgemeine Psychologie (Fach) / Gedächtnis (Lektion)

Grundlagen

Diese Lektion wurde von ameliekunow erstellt.

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  • Wie definiert man Gedächtnis? Was ist das Gedächtnis? (Fröhlich, 2005)•       Umfassende Bezeichnung für die Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen des–      Einprägens von Erfahrungen und Behaltens–      Wiedererkennens–      bzw. Erinnerns.•       Grundlagen der Gedächtnisbildung–      bewusste Erfahrungen–      Prozesse des inzidentiellen (zufälligen) und latenten (unbewussten) Lernens–      Einbettung in vorhandenes Wissen
  • Was wird im Gedächtnis gespeichert? •       Informationen und Wissen (deklarativ)–      Symbolische und abstrakte Informationen (verbales Material)–      Meist organisierbar und kategorisierbar•       Erfahrungen (deutlich weiter gefasst)–      Motorische Fertigkeiten (skills)+ prozedurales Wissen („Handlungswissen“)–      Sensorische Eindrücke+ visuelle Wahrnehmung: Bilder (ikonographisch)         –> Augen+ auditive Wahrnemung: Geräusche (echoisch)            –> Ohren+ gustatorische Wahrnehmung: Geschmack                 –> Zunge+ olfaktorische Wahrnehmung: Geruch                          –> Nase+ taktile Wahrnehmung: Berührung                                –> Haut
  • Welche Typen des Gedächtnisses gibt es? •       Sensorisches Gedächtnis / Ultrakurzzeitgedächtnis (UKZG) / Sensorische Register (visuell, auditiv, haptisch)            Kapazität: groß, aber schneller Zerfall•       Kurzzeitgedächtnis / ArbeitsgedächtnisKapazität: 7+/- 2 Informationseinheiten (chunks, Miller, 1956)•       Langzeitgedächtnis            Kapazität: praktisch keine Kapazitätsgrenze, Vergessen Schutz vor zu viel Wissen–      Explizites Wissen (deklarativ): Fakten und Ereignisse+ episodisch: Episoden, Ereignisse, Tatsachen aus dem eigenen Leben+ semantisch: Weltwissen, allgemeine Fakten –      Implizites Wissen (nicht deklarativ): „Verhaltensgedächtnis“+ prozedural: Handlungsabläufe, Fertigkeiten, Konditionierung
  • Was besagt Ebbingshaus Vergessenskurve 1885? –      Erste experimentelle gedächtnispsychologische Untersuchungen (Bei sich selbst)–      Assoziation: Gedächtnisinhalte sind miteinander verknüpft und tendieren dazu gemeinsam aufzutreten–      Verknüpfungen kommen zustande, wenn Gedanken oder Vorstellungen bewusst gemeinsam auftreten Untersuchungsmethoden:+ serielles Lernen: Einprägen einer Liste verbaler Einheiten (2300 sinnlose Silben, z.B. ral, pon, heg), Wiedergabe in der Reihenfolge der Reizdarbietung+ Paar-Assoziationslernen: Itempaare sind in einer vorgegebenen Reihenfolge einzuprägen und wiederzugeben+ freies Reproduzieren: die Reihenfolge der Wiedergabe vorher eingeprägten Materials ist freigestellt+ AV: Lernzeit, Lernaufwand (erforderliche Lernwiederholungen), Lernersparnis, Anzahl reproduzierbarer Silben Ebbinghaus: Wie kann man die Lernleistung optimieren? -> Langzeitgedächtnisè 3h Block sind weniger effizient als 3h verteilt auf 12 Intervalle a 15 Minuten o   -> Verteiltes Lernen
  • Was besagt das Mehr-Speicher-Model nach Atkinson und Shiffren 1968? Das Mehr-Speicher-Model von Atkinson und Shiffren (1968)•       Theorie der Informationsverarbeitung: Analogie zur Struktur und Arbeitsweise von Computern•       Strukturmerkmale–      Erstes Merkmal: Unterscheidung mehrerer Speicher+ sensorische Register+ Kurzzeitgedächtnis (KZG)+ Langzeitgedächtnis (LZG)–      Zweites Merkmal: Einführung von Kontrollprozesse, die willentlich einsetzbare, geistige Operationen bezeichnen sollen+ Wiederholung+ Kodieruung Elaboration •       es gibt permanente Strukturen des Gedächtnisses in Form dreier, separater Speicher (stores):–      Sensorische Register–      Kurzzeitspeicher und–      Langzeitspeicher•       diese Unterscheidung impliziert eine feste Abfolge des Informationsflusses,–      die nicht der Kontrolle unterliegt und–      die unabhängig von einem Inhalt unverändert abläuft:Informationen werden in sensorischen Registern aufgenommen, von da in das Kurzzeitgedächtnis und von dort wiederum in das Langzeitgedächtnis transferiert
  • Was sind sensorische Register? •       stehen am Beginn der Informationsaufnahme und –verarbeitung•       Aufnahme über die Sinnesorgane als Reizmuster•       Speicherung in modalitätsspezifischen Registern in «Rohform», d.h. in einer «reiznah» kodierten Form•       für sehr kurze Zeit festgehalten (Kapazität groß, aber hoher Informationsverlust)•       „Präkategoriale“ Speicherung: unterste und einfachste Stufe der Informationsaufnahme•       Funktion: Reizeinwirkungen auf den Organismus für sehr begrenzte Zeit verfügbar zu halten•       Spezifische Register für die einzelnen Sinnesmodalitäten:–      visuell –> ikonisches Gedächtnis–      auditiv –> echoisches Gedächtnis–      haptisch –> haptisches Gedächtnis
  • Was beinhaltet der Kurzzeitspeicher? •       erhält Informationen aus den sensorischen Registern und aus dem Langzeitspeicher•       zentrale Speichereinheit des Modells•       Inhalte stehen noch wenige Sekunden zur Verfügung, wenn die Aufmerksamkeit von ihnen abgezogen wird•       Dauer der Verfügbarkeit ist länger als in sensorischen Registern•       dominierende Form der Kodierung im KZS ist auditiv-verbal•       Bewusste Informationsverarbeitung muss über den KZS erfolgen•       Er wird mit einem Arbeitsgedächtnis («working memory») gleichgesetzt: begrenzte Informationsmengen werden hier zur bewussten Weiterverarbeitung festgehalten•       Informationen, sofern die Aufmerksamkeit auf sie gerichtet bleibt, können sehr lange festgehalten werden.
  • Was beinhaltet der lanzeitspeicher? •       erhält Informationen aus den sensorischen Registern und dem KZS•       gilt als unbegrenzter, permanenter Speicher•       Übertragung von Informationen aus dem KZS in den LZS kann bewusst oder unbewusst erfolgen•       verschiedene Kodierungsformate für Informationen im LZS: dominierende Form der Kodierung ist semantische Kodierung
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  • nenne ein Experiment zum ikonischen Gedächtnis. •       Automatische Kodierung visueller Reize–      Sperling (1960) bot Versuchspersonen in einem Tachistoskop gleichzeitig 12 Buchstaben für 50 msec dar–      Experiment:+ kurze Darbietung der 12 Buchstaben   + Signal (Ton) zeigt eine Zeile des Buchstabenfeldes an, deren vier Buchstaben von der Versuchsperson genannt werden sollen   + Versuchsperson weiß jedoch nicht vorher, welche Buchstabenzeile sie erinnern soll   + Zweck: die Zeit zwischen Reizdarbietung und Signal kann variiert werden   => Abschätzung der Zeit, die ein Informationselement nach einem sensorischen Input aktiviert bleibt   –      Ergebnisse (Sperling, 1963)+ Gesamtbericht: 4-5 von 12 Itemskorrekt erinnert (30-40%)+ Teilbericht (nur eine Zeile): 3-4 von 4 korrekt erinnert (75%)+ Teilbericht erzielt bessere Erinnerung als Gesamtbericht + Rolle des Delay: kurze Zeit nach dem Stimulus ist noch die komplette visuelle Information verfügbar, sie verblasst jedoch sehr rasch+ Rolle „Maskierung“:  das Verblassen der visuellen Information geschieht bei hellem Untergrund deutlich schneller (ca. 0.5 s) als bei dunklem (4-5 s)
  • Nenne die Zwei Gedächtnisspannen. 2.1.1. Digit SpanTest zur Kapazizätsmessung des Kurzzeitgedächtnisses (KZG). Merken und wiedergeben von Zahlen mit steigender Ziffernanzahl. Die meisten Menschen können sich ca. 7 Ziffern merken. In Verbindung mit fremden Buchstaben wie z.B. kyrillischen Zeichen sinkt die Leistung spürbar. 2.1.2. ChunkingDurch Gruppierungen (171-219-651 statt 171219651) lassen sich Ziffern besser merken. Am besten eignen sich 3er Gruppen. Bei Buchstaben hilft eine Anordnung zu gebräuchlichen Silben. → Die Gedächtniskapazität hängt eher von zu merkenden Objekten als von der Anzahl der Ziffern/Buchstaben ab.
  • Erkläre das Experiment von Peterson und Brown 1959 •       Versuchsaufbau–      Eine 3-er Gruppe aus Konsonanten z. B. TRC soll gemerkt werden–      Anschließendes Rückwärtszählen in 3-er Schritten von einer gegebenen Zahl z. B. Anfangszahl 360 -> 357, 354, 351, …–      Dies entspricht der Brown- Peterson- Aufgabe = Ablenkungsaufgabe, die das Memorieren verhindern soll–      Danach Konsonanten nach unterschiedlicher Zählzeit (Rückwärtszählen) wiedergeben–      Es gibt eine Vielzahl an Versuchsdurchgängen!•       Ergebnis–      Das Erinnerungsvermögen nimmt mit zunehmender Zeitspanne ab vgl. Schaubild  •       Interpretation–      Peterson und Brown erklären das Ergebnis mit der Interferenztheorie–      Interferenz = störende Beeinflussung–      Interferenz in Bezug auf das Gedächtnis bedeutet vergessen durch Ähnlichkeit zwischen erinnertem und interferierendem Material–      Man unterscheidet bei der Interferenz zwischen… +      proaktiver Hemmung = Abruf gelernter Info wird gestört durch Information VOR dem Lernereignis +      retroaktive Hemmung: Abruf gelernter Info wird durch NACHFOLGENDE Information gestört–      Aber: fehlende Ähnlichkeit des verwendeten Materials -> Buchstaben und Zahlen–      Erklärung mittels der Spurenzerfallstheorie/ trace decay theory = Information verblasst, wenn keine weitere Verarbeitung stattfindet–      Es muss mehrere Systeme geben
  • Nenne das Experiment von Keppel und Underwood 1962 •       Versuchsaufbau–      ähnlich dem Peterson- Brown Experiment–      entscheidende Variation: nur 3 Durchgänge •       Ergebnis –      Das erste Konsonantenpaar konnte am besten behalten werden–      Abnahme der Erinnerung mit zunehmender Anzahl an Durchgängen–      Des Weiteren nimmt die Erinnerung auch durch längere Zählzeit ab •       Interpretation–      Proaktive Hemmung und Spurenzerfall
  • Nenne das Experiment von Postamt und Philips 1965 •       Versuchsaufbau–      Listen mit 10, 20 oder 30 Wörtern–      Wiedergabe der Wörter in beliebiger Reihenfolge = Freie Wiedergabe/Free Recall–      Entweder Direkte Wiedergabe der Wörter oder erst nach 15 s aktiver Pause–      aktive Pause = Peterson- Brown- Aufgabe •       Erklärung Primacy Effect–      Es hat keine proaktive Hemmung stattgefunden, da vorher keine Inhalte gelernt wurden–      Durch mentales Wiederholen gehen die ersten Wörter ins Langzeitgedächtnis über•       Erklärung Recency Effect–      Es hat keine retroaktive Hemmung–      Aber: Faktoren die allgemeine Leistung beeinflussen haben keine Auswirkungen auf recency effect–      Es muss sich um eine Leistung des vorübergehenden Kurzzeitspeichers handeln–      Differenzierung in Langzeitspeicher und Kurzzeitspeicher 
  • Was besagt die phonologische Schleife? •       Komponente des Arbeitsgedächtnis von Baddeley •       Geht davon aus, dass visuell-räumliche und sprachliche Informationen nicht in eine Komponente verarbeitet wird•       Aufgaben–      Sprachliche Informationen speichern und verändern–      Sprachliche Informationen werden in phonetischer Form abgelegt–      Kapazität ist begrenzt (1-2 Sekunden Speicherung)•       Wird in 2 Subkomponenten unterteilt–      Passiv phonologischer Speicher+      Stark mit der Sprachwahrnehmung verbunden+      Hält Sprachlaute vor bis sie verblassen–      Artikulatorisches Kontrollsystem+      Frischt sprachliche Informationen auf, damit sie nicht verblassen (dies geschieht durch das aktive innere Sprechen)+      REHEARSAL: Prozess, bei dem Informationen durch das innere Sprechen wiederholt werden 2.3.2.     Zugang zur Phonologischen Schleife•       Gesprochene und geschriebene Informationen haben einen unterschiedlichen Zugangzur Phonologischen Schleife–      Gesprochene Informationen+      Kommen sofort in den passiven phonologischen Speicher+      Speichert die Sprache in Form von Lauten ab +      Informationen liegen in Lautform vor, diese müssen nicht mehr umcodiert werden –      Geschriebene Information+      Müssen in Lautform umcodiert werden (damit der passive phonologische Speicher diesen behalten kann)  Verbalisierung (nicht Rehearsal)•       Rehearsal–      Durch Rehearsal können Informationen, die im passiven phonologischen Speicher „gespeichert“, wieder aktiviert werden. Dient zum Auffrischen, schützt vor dem Vergessen–      Kommt es nicht zu einem Rehearsal, werden die alten Informationen durch neue ersetzt 2.3.4. Effekte der phonologischen Schleife•       Ähnlichkeitseffekt –      Ähnlich klingende Wörter/Buchstaben kann man sich schlechter merken als unähnliche+      Ähnlich: C, T, G, B, D+      Unähnlich: X, S, K, M, Y•       Wortängeneffekt–      Kurze Worte kann man sicher besser merken als lange–      Man kann nur so viele Wörter merken wie man in 2 Sekunden lesen kann –      In diese Zeit passen mehr Kleine als große Wörter•       Auch die Gedächtnisspanne determiniert weniger lange als kurze wiederholt werden (Rehearsal)•       Auflösung des Wortlängeneffekt, wenn Rehearsal durch artikulatorische Suppression mittels repetitiver lauter Sprache („das, das, das…“) verhindert wird2.3.5. Methoden•       Chaining/VerkettungsmethodeA -> B -> C -> D -> E–      Man weiß, dass die Kette mit A beginnt B folgt auf A und C folgt auf B–      Jeder Buchstabe wird mit dem nächsten assoziiert–      Bei der Wiederholung beginnt man bei A; Verbindung mit B–      Problem: wenn die Kette bricht sind alle Nachfolgenden Buchstaben ebenfalls verloren •       Context/Kontextmethode–      Jeder Buchstabe ist mit einem Kontext verbunden–      D.h. Man weiß, dass die Reihenfolge mit A beginnt man weiß, dass B nach A kommt aber vor C•       Primancy-Effect/Primäreffekt–      Die früher eingegangen Information kann sofort ins LZG übergehen, ohne von vorhergegangenen unterdrückt zu werden–      Elemente werden in der Reihenfolge der Stärke abgerufen–      Hat man sich einmal daran erinnert wird dieses unterdrückt und das nächststärkste wird gewählt
  • Welche Arten von implizitem Lernen gibt es? 4 Arten:-       Erwerb von Fähigkeiten (skills; z.B. Schreibmaschinenschreiben)-       priming-       Konditionierung-       non-assoziatives LernenAuch Amnesiepatienten sind fähig implizit zu lernen.  Priming: (Teil d. impliziten Lernens)-       z.B. Wiedererkennen von Wörtern, wenn man sie kurz vorher schon mal gesehen hat („Animal: R_ _ _ IT“ ist leichter auszufüllen, wenn man das Wort RABBIT kurz vorher gelesen hat).-       gilt auch für das Wiedererkennen von Objekten und motorische Tätigkeiten (sensorisch und motorisch). Konditionierung: (Teil d. impliziten Lernens)Evaluative Konditionierung: Bekanntes wird unbekanntem immer vorgezogen. Koreanische Musik wird anfangs als unangenehm empfunden, beim erneuten Hören als angenehmer (funktioniert auch bei Amnesiepatienten, die sich nicht daran erinnern können die Musik schon mal gehört zu haben). Non-assoziatives Lernen: (Teil d. impliziten Lernens)Man lernt die Grammatik einer Sprache auch ohne zu wissen was z.B. in einem Satz Subjekt, Prädikat oder Objekt ist. Die Leistung hängt also nicht ab vom Bewusstsein über den Lernvorgangs (ich kann die Grammatik auch ohne zu wissen was ein Reflexivpronomen ist).
  • Was sind Visual mnemonics. -       Ortsstrategien (zu merkende Items werden im Gedächtnis an bestimmtem Ort deponiert (z.B. an bestimmten Punkten auf dem Campus)-       Bildhafte Vorstellung (zu merkende items lässt man im Kopf interagieren z.B. Jonny Depp reitet auf dem Wal der durch einen Reifen spring, den ein Bauarbeiter hält)-       Anker Strategie (zu jeder Ziffer denkt man sich einen Anker aus (z.B. zur 1 eine Kerze, weil die so ähnlich aussieht) und merke mir dann das 1.item z.B. „Stuhl“ mit meinem Anker bildlich verknüpft; stelle mir also z.B. eine Kerze auf einem Stuhl vor)
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