Sozialpsychologie (Fach) / Sozialpsychologie (Lektion)

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Chemnitz bei Asbrock WS 18/19

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  • Was ist die Definition von Sozialpsychologie? "Die wissenschaftliche Untersuchung der Art und Weise, wie Denken, Fühlen und Verhalten durch die reale oder vorgestellte Anwesenheit anderer Personen beeinflusst werden."
  • Was ist ein Beispiel für ein Experiment der Kategorie "Beschreiben"? Wie geht man dabei vor und was ist das Problem an der Methode? Z.B. Hüfigkeit der Nutzung aggressiver Medien und Häufigkeit aggressiven Verhaltens Merkmale werden gleichzeitig erfasst (z.B. in einem Fragebogen) und miteinander korreliert Problem: Keine Kausalaussage
  • Was ist ein Beispiel für Experimente der Kategorie "Erklären"? Wie geht man dabei vor? Beispiel: Führt Frustration zu Aggression?  Manipulation einer UV, Messung der AV
  • Welche Schritte gehören zu einem Laborexperiment? -          Manipulation einer UV -          Messung einer AV -          Kontrolle der Störvariablen (Laborbedingungen) -          Randomisierung der VP-Zuweisung zu Gruppen
  • Was lässt sich über die Validität eines Laborexperiments sagen? Interne Validität: hoch (Veränderung der AV kann auf Manipulation der UV zurückgeführt werden) Externe Validität: eingeschränkt (Generalisierbarkeit auf die Untersuchungspopulation möglich? VPn meist Psychologiestudierende)
  • Was sind Alternativen fürs Laborexperiment?  Feldexperiment (Zufallszuweisung im natürlichen Setting)  Quasiexperiment (keine Zufallszuweisung zu Gruppen)
  • Welches Experiment führte Asch 1946 durch? Was waren die Ergebnisse? Asch legte Probanden Adjektivlisten zur Beschreibung einer Person vor: A)      intelligent, geschickt, fleißig, warm, entschlossen, praktisch, vorsichtig B)      intelligent, geschickt, fleißig, kalt, entschlossen, praktisch, vorsichtig Nach dieser Beschreibung, in denen sich nur ein Wort unterscheidet, war die Einschätzung deutlich unterschiedlich. Person B wurde als viel „deprimierender“ wahrgenommen, die Person A viel netter.
  • Welches zentrales Persönlichkeitsmerkmal ergab sich aus Aschs Studie von 1946? Was ist Aschs Erklärung dafür? Wärme ist ein zentrales Persönlichkeitsmerkmal, das wichtige Informationen über die andere Person trägt. Information über Wärme ist evolutionär sinnvoll (angenommene positive Absichten der Person).
  • Was war das Ergebnis bei Aschs Experimenten von 1946, wenn er nicht warm/kalt änderte, sondern höflich/ungehobelt? Kein Effekt auf die Personenbeschreibung feststellbar
  • Wie bezeichnete Asch Persönlichkeitsmerkmale, die nicht zentral sind? Als periphere Persönlichkeitsmerkmale
  • Warum ist nach Asch die soziale Wahrnehmung anderer Personen nonlinear? Soziale Wahrnehmung ist also keine einfache Addition von Merkmalen, sondern unterschiedet sich nicht-linear aufgrund von Signalwörtern wie „warm“
  • Was sind nach Rosenberg et al. (1968) die Dimensionen sozialer Wahrnehmung? Die Dimensionen sozialer Wahrnehmung sind sozial, intellektuell und jeweils gut/schlecht. (= bad social (z.B. humorlos), good social (z.B. populär), bad intellectual (z.B. dumm), good intellectual (z.B. geschickt).
  • Was sind anch Abele & Wojciske (2014) die zentralen Dimensionen sozialer Wahrnehmung? Was sind typische Signalwörter? Wärme (communion, z.B. vertrauenswürdig, ehrlich, nett, hilfsbereit...) Kompetenz (agency, z.B. kompetent, fähig, leistungsbereit, dominant...)
  • Was ist der primacy of warmth Effekt? Bei der Wahrnehmung von fremden Personen ist die Eigenschaft Wärme zentral, bei Freunden und an sich selbst ist Kompetenz wichtiger. --> Wärme ist bei Fremden wichtiger, weil ich die Absichten nicht kenne. Am wichtigsten ist erstmal, ob die Person wohlgesonnen ist. Bei mir selbst und Freunden weiß ich das, also ist Kompetenz für die Einschätzung wichtiger.
  • Was ist der primacy of warmth Effekt? Bei der Wahrnehmung von fremden Personen ist die Eigenschaft Wärme zentral, bei Freunden und an sich selbst ist Kompetenz wichtiger. --> Wärme ist bei Fremden wichtiger, weil ich die Absichten nicht kenne. Am wichtigsten ist erstmal, ob die Person wohlgesonnen ist. Bei mir selbst und Freunden weiß ich das, also ist Kompetenz für die Einschätzung wichtiger.
  • Mit welchem Experiment untersuchten Abele & Wojciszke 2014 den primacy of warmth effect? Probanden beschreiben ein Ereignis, nach denen sie sich besser bzw. schlechter gefühlt haben (between), jeweils für eigene Perspektive, Perspektive eines guten Freundes, Perspektive einer unbekannten Person. Zwei Rater schätzen diese Beschreibungen anhand von Wärme/Kompetenz ein: „ ‘To what extent does this event show that the acting person is agency oriented, that is, that he/she is oriented toward doing things in an efficient way, or that he/she is not oriented toward action and its efficiency?” --> Je höher der Score, desto größer die Kompetenz bzw. Wärme Bei sich selbst wurden eher Dinge beschrieben, die mit Kompetenz zusammenhängen. Bei Fremden eher Dinge, die mit Wärme zu tun haben. Beim guten Freund etwa 50/50 mit etwas mehr Kompetenzinhalt.
  • Was ist die Annahme bei der Power Posing Theorie? Nonverbales Verhalten kann die soziale Wahrnehmung beeinflussen. Es wird zwischen High Power Pose und Low Power Pose unterschieden. High Power Pose ist assoziiert mit Machtgefühl, Risikotoleranz (also Eigenschaften der Kompetenzskala).
  • Welche Ergebnisse hatte die Studie über Power Posing von Carney et al? Bei High-Power Pose steigt Testosteron an und Cortisol sinkt, bei Low Power Pose sinkt Testosteron und Cortisol steigt. --> Diese Studie ist NICHT replizierbar
  • Welchen Effekt hat Power Posing? Power Posing hat einen starken Effekt auf ~gefühlte~ Power
  • Was sind die Annahmen in Heiders (1958) Attributionstheorie? Menschen sind besonders daran interessiert, die Dispositionen anderer Menschen herauszufinden, um das Verhalten zu erklären. Die Attribution von Verhaltensweisen erfolgt auf die Dispositionen der Personen, nicht auf aktuelle Ziele
  • Was sind die Annahmen in Jones & Davis (1965) Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerung? Jones und Davis nehmen wie Heider an, dass Beobachter versuchen, Verhalten auf Disposition zu attribuieren (also auf stabile Merkmale). Beobachter schließen auf Absichten und Dispositionen, die mit den Merkmalen des Verhaltens korrespondieren.  - Es werden Verhaltensmöglichkeiten sowie wünschenswerte und nicht wünschenswerte Ergebnisse berücksichtigt (jede Verhaltensmöglichkeit hat Konsequenzen, davon sind einige wünschenswert, andere nicht) -  Vergleich der Auswirkungen der ausgewählten Handlung mit den Auswirkungen nicht ausgewählter Handlungen -  Annahme, dass Handlung ausgewählt wurde, weil die Konsequenzen dieser Handlung „einzigartig“ waren, also nur durch diese Handlung entstanden -  Allgemeiner gefasst versuchen Menschen laut der Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen herauszufinden, was einen ausgewählten Handlungsverlauf kennzeichnet, sodass dieser gegenüber anderen Handlungsverläufen wünschenswerter erscheint. -->       Analyse nicht gemeinsamer Auswirkungen
  • Was ist eine Einschränkung der Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerung? Nur bei einer freien Entscheidung lässt das Vorgehen Rückschluss auf die Einstellung der entscheidenden Person zu
  • Was zeigten Jones und Harris in ihrem Experiment von 1967? (Studie mit Castro-Aufsatz) Überschätzung persönlicher Ursachen für Verhalten (Fokus auf Dispositionen, nicht auf Umstände.) = Korrespondenzverzerrung
  • Was ist die Definition von Korrespondenzverzerrung? Die hypothetische Neigung, aus einem beobachtetenVerhalten auf eine persönliche Disposition zu schließen,die diesem Verhalten entspricht (korrespondiert),selbst wenn das Verhalten durch die Situationbestimmt war.
  • Was sind die Annahmen der Kovariationstheorie (Kelley, 1967)? Nimmt an, dass Beobachter kausale Schlüsse über Verhalten ziehen, indem sie Daten über vergleichbare Fälle sammeln. Als Verhaltensursache wird vom Beobachter diejenige Person, Entität oder Situation angesehen, die mit dem beobachteten Effekt kovariiert.  --> Wir finden die Ursache einer Wirkung heraus, indem wir beobachten, welche Faktoren konsistent mit ihrem Auftreten einhergehen und welche Faktoren nicht.
  • Was sind die Elemente des KKD-Schemas? (Kelley, 1967) Konsensus (hoch, wenn die handelnde Person reagiert wie andere Personen) Konsistenz (hoch, wenn das Verhalten immer wieder gezeigt wird) Distinktheit (hoch, wenn das Verhalten nur bei einer Entität gezeigt wird) 
  • Wann erfolgt die Attribution auf die Person? (gemäß Kelleys KKD-Schema) Konsensus gering, Konsistenz hoch, Distinktheit gering  (Sie ist die einzige, die den Mitarbeiter anschreit, sie schreit ihn jedes mal an, sie schreit alle Mitarbeiter an --> Attribution auf die anschreiende Person) 
  • Wann erfolgt die Attribution auf die Entität? (KKD Schema nach Kelley) Konsensus hoch, Konsistenz hoch, Distinktheit hoch (Alle schreien den Mitarbeiter an, sie schreit ihn jedes mal an, sie schreit keine anderen Mitarbeiter an --> Entität (angeschriene Person) ist schuld)
  • Wann erfolgt die Attribution auf den Kontext? Konsensus gering oder hoch, Distintheit gering oder hoch, Konistenz gering (Sie hat ihn noch nie angeschrien --> Attribution auf den Kontext) 
  • Was sind die Schwächen den KKD Schemas? KKD-Informationen werden seltener angewendet, als von Kelley angenommen Systematische Analyse ist zeitaufwendig oder nicht möglich Fehlende Informationen werden durch Kausalschemata ergänzt
  • Was sind die Annahmen in Kelleys (1972) Kausalschemata? Kelley vertrat die Auffassung, dass wir fehlende Informationen einfach einfügen. Wirgreifen dabei auf unsere Vorstellungen darüber zurück,wie Effekte zustande kommen (Kausale Schemata). Insbesondereschließen wir aufgrund einzelner Beobachtungenbestimmte Erklärungen aus und machen dabeiAnnahmen darüber, ob unbeobachtete Kausalfaktorenvorhanden sind.
  • Was sind Kausalschemata? Eine Wissensstruktur,die Attributionen steuert. Kausale Schematakönnen entweder abstrakte Repräsentationenallgemeiner kausaler Prinzipien sein (z. B. kausalesSchema der multiplen notwendigen bzw. multiplenhinreichenden Ursachen) oder bereichsspezifischeVorstellungen darüber, auf welche Weise bestimmteUrsachen zu bestimmten Wirkungen führen.
  • Was ist das Schema der multiplen hinreichenden Ursachen? Wenn ein einfach zu erreichender Effekt beobachtet wird, reicht oft ein einziger Faktor als Erklärung aus. (Jeder Faktor für sich allein genommen reicht aus, um den Effekt zu erklären) 
  • Was ist das Schema multipler notwendiger Ursachen? Wenn die Efekte schwer zu erzielen sind, suchen Beobachter nach mehreren Ursachen, um den Effekt zu erklären
  • Was ist das Abwertungprinzip? Wenn eine Ursache für den Effekt bekannt ist, werden andere Ursachen ausgeschlossen (wenn eine einzelne Ursache den Effekt auslösen kann). Beispiel: Hohe Fahrgeschwindigkeit beim bergabfahren wird NICHT auf die Kraft attribuiert, sondern auf die Hangneigung
  • Was ist das Aufwertungsprinzip? Eine Ursache muss stark sein, wenn sie trotz eines dem Effekt entgegenwirkenden Einfluss wirkt. Beispiel: Beim Bergauffahren wird hohe Fahrgeschwindigkeit auf die Kraft/Anstrengung des Radfahrers attribuiert.
  • Welche Kritik üben Hilton und Slugoski (1986) an Kelleys Theorie der Attribution und Kausalschemata? Wir wollen normalerweise die Antwort auf speziellere Fragen wissen: : „Warum geschah dies und nicht das, was normalerweise (unter diesen Umständen) geschieht?“ Beobachter wissen, wo sie nach relevanten Ursachen suchen müssen. --> Weil sie Zugang zu kognitiven Skripts haben, die ihnen sagen, wie sich spezielle Arten von Ereignissen (z. B. Gespräche, Partys, Restaurantbesuche) in der sozialen Welt normalerweise abspielen.
  • Was ist Theorie der leistungsbezogenen Attribution (Weiner, 1985)? Ursachen unseres (Miss-) Erfolges haben einen unmittelbaren Einfluss auf künftige Erwartungen, Motivationen und Emotionen, deswegen ist es für uns besonders relevant, diese Ursachen herauszufinden. 
  • Welche Klassifikation von Ursachen gibt es in der Theorie der leistungsbezogenen Attribution (Weiner, 1985)? 1) intern oder extern (Lokation), 2) stabil oder variabel (Stabilität) und 3) kontrollierbar oder unkontrollierbar (Kontrollierbarkeit)
  • Was ist nach der Theorie der leistungsbezogenen Attribution (Weiner, 1985) die Ursache, wenn Lokation intern, Stabilität gering und Kontrollierbarkeit hoch ist? Anstrengung
  • Was ist nach der Theorie der leistungsbezogenen Attribution (Weiner, 1985) die Ursache, wenn Lokation intern, Stabilität gering und Kontrollierbarkeit gering ist? Energie, z.B. Schwankung durch Krankheit 
  • Wovon geht die Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion (Schachter, 1964) aus? Was sind die zwei Faktoren? Emotionen hängen von Attributionen ab, die wir für unsere Gefühle vornehmen und reflektieren nicht unmittelbar die Gefühle selbst. Somit sagt uns die Wahrnehmung der Erregung (der physiologische Faktor) etwas darüber, dass wir wohl eine Emotion erleben, aber nicht, um welche Emotion es sich genau handelt. Deswegen versuchen wir herauszufinden, warum unser Körper erregt ist (der kognitive Faktor).
  • Was waren die Ergebnisse aus Schachter und Singers Experiment von 1962 über Attribution von Emotionen? Nach Schachters Theorie tritt eine Emotion nur dann auf, wenn die Erregung auf eine emotionale Ursache attribuiert wird (also nur in den Gruppen, die nicht über die Nebenwirkung informiert wurde) und nur dann, wenn es eine physiologische Ursache gibt. Ergebnisse waren nicht eindeutig:  - Die informierten Probanden mit Injektion erlebten weniger Ärger und Euphorie - Die falsch informierten Probanden erlebten stärkere Emotionen (unäbhingig davon, ob flasch oder gar nicht informiert)  - Kontrollprobanden erlebten ebenfalls starke Emotionen, obwohl keine (künstliche) physiologische Erregung bestand
  • Was sind die Ursachen für Korrespondenzverzerrungen? - Unterschätzung situativer Einflüsse - Situative Einflüsse können subtil und schwer feststellbar sein - Verzerrung durch eigene Erwartungshaltung und Annahme, dass andere die eigenen Persönlichkeitsmerkmale und Überzeugungen teilen („falscher Konsensus“: Es macht allen Menschen genauso viel Angst wie mir, vor anderen Leuten zu sprechen) - Disposition als Erklärung ist einfach, Situation kann komplex sein, Änderung der Attribution ist kognitiv aufwendig
  • Ross et al. untersuchten 1977 den Einfluss der Situation auf Attributionen. Was war die Grundannahme der Studie? Soziale Rollen geben Personen unterschiedliche Kontrolle in Situationen (z.B. kann der Dozent in Prüfung fragen, was er selbst gut weiß, Studierende müssen alles wissen), Personen mit mehr Kontrolle wirken klüger 
  • Ross et al. untersuchten 1977 den Einfluss der Situation auf Attributionen. Was waren die Ergebnisse? -          Fragende stufen Allgemeinwissen ähnlich ein -          Kandidaten und Beobachter schätzen Allgemeinwissen des Fragenden höher ein
  • Wovon hängt die Korrespondenzverzerrung ab? Die Unterschätzung situativer Einflüsse hängt vom Kontext ab. Attribution erfolgt auf Disposition oder Situation je nachdem, wie salient Person und Umgebung sind.  -> Die zuerst gesammelten Informationen scheinen ausschlaggebend zu sein 
  • Was ist eine Attributionsverzerrung? Systematische Verzerrungen bei der Sammlung vonDaten bzw. Verarbeitung von Informationen über dieUrsachen eines bestimmten Verhaltens.
  • Was ist eine Korrespondenzverzerrung? Unterschätzung des Einflusses der Situation und bevorzugte Attribution von ursachen auf die Disposition einer Person 
  • Was ist der „Falscher Konsensus“-Fehler? Die Annahme, dass andere Menschen im Allgemeinendie eigenen persönlichen Einstellungen und Überzeugungenteilen.