Sozialpsychologie (Subject) / Sprache & Nonverbale Kommunikation (Lesson)
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Sprache & nonverbale Kommunikation
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- Definition Kommunikation geregelter Austausch von BotschaftenProzess, in dem Informationen von einem SenderIn an eine EmpfängerIn vermittelt werden
- Elemente des Kommunikationsprozesses SenderIn (verschlüsselt, enkodiert)EmpfängerIn (entschlüsselt, dekodiert)BotschaftKanal, Medium
- Soziale Funktionen der Sprache (Karl Büher) Darstellungsfunktion [Zeichen Objekt] Ausdrucksfunktion [Zeichen Sender] Appellfunktion [Zeichen Empfänger]
- Darstellungsfunktion Def + in der Sozialpsychologie Darstellungsfunktion [Zeichen --> Objekt] Sprache kennzeichnet Dinge, weist sie Kategorien zu; wannwird ein Objekt als Tisch bezeichnet, wann als Stuhl?- In der Sozialpsychologie Forschung zu kognitiven Prototypen: Wie werden sozialeInformationen kategorisiert? Kategorien nicht dichotom definiert (ein Objekt gehörtentweder in die Kategorie oder nicht), sondern mitunscharfen Grenzen (ein Objekt kann ein mehr oder weniger„guten“, d.h. prototypisches Mitglieder der Kategorie sein) Prototypen wirken sich auf Wahrnehmung und Gedächtnisaus
- Ausdrucksfunktion Def+ in der Sozialpsychologie Ausdrucksfunktion [Zeichen --> Sender] Sprache ermöglicht es dem Sender, etwas über sichauszudrücken; was er denkt, wie es ihm geht- in der Sozialpsychologie Einstellungsforschung: Äußerung von Einstellungen alsMöglichkeit, sich selbst darzustellen Aber auch: nonverbale Kommunikation als Form derSelbstdarstellung Paralinguistische Aspekte der Kommunikation (Dialekt,Sprechgeschwindigkeit) drücken Persönlichkeit aberauch aktuelle Befindlichkeit aus
- Appellfunktion Def + in der Sozialpsychologie Appellfunktion [Zeichen --> Empfänger] Sprache zielt darauf ab, im Empfänger etwasauszulösen; wie soll er sich verhalten- In der Sozialpsychologie Forschung zur persuasiven Kommunikation(Einstellungsänderung durch Überzeugen und Überreden) Einstellungsänderung durch einstellungskonträressprachliches Handeln (z.B. Theorie der kognitivenDissonanz) Aggressionsforschung: Verbale Aggression und relationaleAggression -> zielt darauf ab, durch sprachliche Mittel diesozialen Beziehungen einer anderen Person zu schädigen
- Semantisches Differential BegriffGut 0-----0-----0-----0-----0-----0 SchlechtStark 0-----0-----0-----0-----0-----0 SchwachAktiv 0-----0-----0-----0-----0-----0 Passiv
- Konnotation Gegenteil Denotation(Grundbedeutung mit inhaltlichen Kerneigenschaften – Definition im Wörterbuch) → untersch. Bewertung eines Begriffs
- Ziel Semantisches Potential Semantische Potential:prominente Methode, um Begriffe o. Kategorien zu differenzieren→ Vorstellungen von Personen mit bestimmten Begriffen,Sachverhalten oder Planungen
- Dimensionen der konnotativen Bedeutung (EPA) Evaluation (Bewertung) gut ----- schlechtPotenz (Kraft, Kontrolle) stark ----- schwachAktivierung (Antrieb) aktiv ----- passiv
- Stereotype (typische) Sprachformen von Frau Frauen Sprache1.) Ziel: Herstellung und Aufrechterhaltung der Beziehung2.) Erfahrungsabgleich, Unterstützung („das kenne ich auch“)3.) Aufrechterhaltung des Gesprächs („Wie war dein Tag?“) → ausgeglichen4.) Responsivität (Nicken als Reaktion auf den Sprecher)5.) Persönlicher, konkreter Stil6.) Vorläufigkeit
- Stereotype (typische) Sprachformen von Männern Männer Sprache1.) Ziel: Ausüben von Kontrolle, Verteidigung von Unabhängigkeit → Autonomie2.) Darstellung von Wissen & Fertigkeiten, Vermeiden persönlicher Informationen, die Verletzbarkeit offenbaren könnten3.) Dominanz im Gespräch (Unterbrechungen, größere Sprechhäufigkeit)4.) Geringere Responsivität (Bereitschaft auf Kommunikation einzugehen) („Yeah“)5.) Abstrakter Stil6.) Entschlossen, authoritativ
- Geschlechtsunterschiede im Sprachverhalten + Kontextbedingung - Sprechen Männer und Frauen anders? Vorläufige Sprache (tentiative Speech)Assertive Sprache (assertive speech)Afflilative Sprache (afflilative Speech)Gesprächigkeit (Menge des Sprechens)Unterbrechungen - Welche Kontextbedingungen vergrößern oder verkleinern Geschlechtsunterschiede? z.B. GruppengrößeGeschlechterzusammensetzung der GruppeBeziehungen zwischen Gruppenmitgliedern
- Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten Frageanhängsel Vörläufigketsfloskeln Intonation korrektheit Rededauer & Häufigkeit "Rapport" Talk vs "Report talk" Unterbrechungen
- Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten Korrektheit präzise Artikulation ; kein Dialektausgeprägter bei Frauen. Sprache ist näher am normalen Standard („Hochdeutsch“ , „Oxford-Englisch“)Interpretation: durch besonders korrekte Sprache soll Statusunterlegenheit kompensiert werden
- Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten Frageanhängsel tag questions „nicht wahr?, oder etwa nicht?“ → „isn´t it?“stärker ausgeprägt bei Frauen (Zweifel o. Zustimmung der Aussage)Interpretation: Mangel an Selbstbewusstsein vs. Einladung zu Kommunikation
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- Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten Vorläufigkeitsfloskeln „disklaimers“: „ich bin mir nicht sicher aber…“) → Zweifel ausdrückenstärker ausgeprägt bei Frauen → trauen sich weniger zu
- Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Wandel Intonation Intonation = Satzmelodie; Betonung Frauen haben eher Variation in ihrer Intonation ♂= 3 vs. ♀= 4 versch. Tonhöhen)dadurch erscheint weibliche Sprache als emotionshaltiger
- Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten Rededauer & Häufigkeit Rededauer & häufigkeit: Stereotyp: Frauen reden mehr als MännerDaten: Männer reden mehr als Frauen → in natürlichen GesprächenInterpretation: Ausdruck männlicher Dominanz
- Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten "rapport" vs. "report"talk Beziehungs (Frauen) vs. Berichts (Männer) Sprache
- Geschlechtsunterschiede in Unterbrechungen EXP N=43, k=52 Stichproben, N 3058 Probanden Unterbrechungen insgesamt d= .12Intrusive (Wortabschneiden) Unterbrechungen d= .23Fremde: d= .17Freunde: d= .-14Gleichgeschlechtliche Interaktion d=.02gegengeschlechtliche Interaktion:d=.16(Männer unter Frauen mehr,als andersherum)→ positive Werte (Höhere Ausprägung bei Männern) → negative Werte (höhere Ausprägung bei Frauen)
- Geschlechtsunterschied Unterbrechungen Unterbrechungen– ♂unterbrechen ♀ häufiger, als ♀-♂keine Geschlechtsunterschiede bei gleichgeschlechtlichen Interaktionen: ♂ & ♀ unterbrechen Geschlechtsgenossen gleich häufigInterpretation: Unterbrechung als Form von Dominanz & Machtausübung
- Erklärungen von Geschlechtsunterschieden im sprachlichen Wandel Sozialisation biologische Ursachen Sexismus in der Sprache
- Erklärungen von Geschlechtsunterschieden im sprachlichen Verhalten Sozialisation Sozialisation Geschlechtersegegrierte Bezugsgruppen ( Kinder im Alter von 2 Jahren präferieren gleichgeschlechtliche Gespräche) führen zur Ausbildung unterschiedlicher Gesprächsnormen & Verhaltensweisen von Jungen & MädchenSozial-konstruktivistische Erklärung: Unterschiede gehen auf unterschiedliche Anforderungscharakteristika an Männer & Frauen zurück, insb. Den höheren Status & die größere Macht von Männern („rapport“Sprache de Frau bei Erziehung wichtig, Männer eher druchsetzten z.b für Wettbewerb)→ beide Theorien miteinander vereinbar
- Erklärungen für Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten biologische Ursachen biologische Ursachen: Evolutionstheorie: Affilation (Zugehörigkeit → Kind versorgen) bei Frauen und Assertivität (Fähigkeit seine Interessen durchzusetzen → Gene weitergeben) bei Männern als Folge des Selektionsdrucks
- Erklärungen für Geschlechtsunterschiede im sprachlichen Verhalten Sexismus in der Sprache Sexismus in der Sprache Unterschiedliche Differenzierungen: Herr vs. Frau bzw. Fräulein (Eng: Mr,Mrs (verheiratete Frau), Miss, Ms (emenzipierte Frau, keine Zuordnung)) Infantilisierung (Bevormundung Frau) Parallelbegriffe & Pejoration (Bedeutungswandel eines Wortes hin zu einem schlechteren Beiklang): unterschiedliche Konnotationen paralleler männlicher & weiblicher Begriffe → negativer ruf Frau
- Beispiele Sexismus in der Sprache „Master“ (Meister) vs. „Mistress“ (Herrin) → Maitress/ Maitrise„Masseur“ vs. „Masseuse“ (mit Happy End) → Masseurin„Herren“ vs. „Frauen“ → Damen„Männer“ vs. „Mädchen“ → Frau = Baby → Frau
- Sexismus in der Sprache --> EXP Das generische Maskulin: das Maskulin als Norm: „der Wähler, der Student, fragen sie Arzt oder Apotheker“ Exp: Wudgmaker = erdachter Beruf → keine Vorurteile Bedingung He → Mann kompetenter BewertetShe → Frau kompetenter BewertetThey, He or she → egal→ „He“ spricht Mänenr „She“ Frauen an feministische Position: sexistische Sprache prägt das Denken (These der linguistischen Relativität)American Psychological Association : fordert „nicht sexistische Sprache“ als Voraussetzung für Publikationen von Arbeiten in ihren Zeitschriftenz.b. Student →Studierende,StudentInnen,Studenten/in,Student_innen, Student*innen Statt „jeder Versuchsteilnehmer wurde gebeten,seine aktuelle Stimmung zu bewertenPlural: „Alle Versuchpersonen wurden gebeten, ihre Stimmung einzuschätzen“Passiv: „ Es wurde eine Einschätzung der aktuellen Stimmung erhoben“
