Biologische Psychologie (Subject) / 1b.2 Evolution (Lesson)

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Evolution

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  • Evolutionstheorie Auf Basis folgender Belege: Fossilien, strukturelle Ähnlichkeiten im Körperbau lebender Arten, Veränderungen bei Nutzpflanzen und –tieren durch Zuchtwahl, unmittelbare Beobachtungen von gerade ablaufenden Evolutionsprozessen (Galapagosfinken) Charles Darwin: On the Origins of Species (1859)
  • Domestizierung innerartlicher Veränderungsprozess von Wildtieren oder -pflanzen, bei dem diese durch den Menschen über Generationen hinweg von der Wildform genetisch isoliert werden.
  • Variation die in einer Population auftretenden Unterschiede zwischen den Individuen
  • Fitness Die Fähigkeit eines Organismus zu überleben und die eigenen Gene an die nächste Generation weiterzugeben
  • Exaptations Merkmale, die sich entwickelt haben um eine bestimmte Funktion zu erfüllen, wurden später zu Erfüllung einer anderen Funktion kooptiert. Z.B. Flügel von Vögeln
  • Allgemeine Aspekte der Evolution • non-linear• Mensch erst seit kurzem „im Spiel“• Tempo und „Sprunghaftigkeit“ derEvolution• nur wenige Arten überleben• Evolution vollzieht sich nicht alsvorbestimmter Ablauf („exaptations“,Beispiel Vogelflügel)• nicht alle Veränderungen (strukturell,Verhalten) sind adaptiv („spandrels“)• vermeintliche Ähnlichkeiten zwischenArten• homolog versus analog• konvergente Evolution
  • Spandrels Ein zufällig entstandenes, nicht adaptives(=anpassungsfähig) evolutionäres Nebenprodukt. Z. B. menschlicher Nabel
  • homolog Ähnliche Strukturen, die einen gemeinsamen evolutionären Ursprung haben Z.B. Flügel von Vogel und Arm des Menschens
  • analog Ähnliche Strukturen, die keinen gemeinsamen evolutionären Ursprung haben. Entstanden durch konvergente(=sich aneinander annähernd, übereinstimmend) Evolution. z.B. Flügel von Vogel und Flügel von Biene
  • Wirbeltiere Vertebraten. 7 Klassen: 3x Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säuger.
  • Säugetiere = Mammalia Entwicklung vor ca. 180 Mio. Jahren. aus Reptilien.
  • Primaten Herrentieren. 5 Familien: Halbaffen, Neuweltaffen, Altweltaffen, Menschenaffen, Homo (sapiens)
  • Menschenaffen Gibbons, Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen
  • Hominiden Primatenfamilie. Zwei Gattungen: Australopithecus & Homo. Gattung Homo besteht aus zwei Spezies: Homo erectus & Homo sapiens (Mensch) Homo sapiens: einzige Überlebende Hominidenart
  • Australopithecus Eine Gattung der Hominiden. Vormenschen. Vor ca. 6 Mio. Jahren in Afrika
  • Neotenie Neotenie, die Vorverlegung der Geschlechtsreife in ein Larven- oder Jugendstadium, wobei die Entwicklung des Tieren, nicht jedoch sein Wachstum, hinter der Reifung seiner Fortpflanzungsorgane zurückbleibt.
  • Encephalisationsquotient Maß für die relative Größe des Gehirns. EQ = beobachtetes Gehirngewicht / erwartetes Gehirngewicht. Oder: Brain weight / (Body weight)^0,69 Merkmale des menschlichen Gehirns im Vergleich zu anderen Wirbeltieren: Zuwachs vornehmlich beim Großhirn, mehr Windungen der Großhirnrinde des cerebralen Cortex (dadurch Vergrößerung der Oberfläche), Hirnwindungen und Cortexdicke bzw. -dichte
  • Resümee Evolution 1. Menschen als Ergebnis eines 600 Millionen Jahre langen evolutionären Anpassungsprozesses2. Menschen sind mit allen anderen Tierarten verwandtImplikationen:Biopsychologen untersuchen Verhaltensreaktionen und neuronale Mechanismen oft im Hinblick auf deren Anpassungsvorteil und auf den Selektionsdruck, der in der jeweiligen Umwelt dieser Mechanismen zur Evolution geführt hat (funktionaler Ansatz)Sie versuchen häufig, etwas über das Verhalten und die neuronalen Mechanismen einer Art zu lernen, indem sie das Verhalten und die neuronalen Mechanismen verwandter Arten untersuchen – (vergleichender Ansatz)
  • Ethologie Biologische Verhaltensforschung. Klassischer Ansatz: Untersuchung von Instinktverhalten, das als erblich verstanden wurde. (in Bezug auf Erbe/Umwelt-Problem
  • Erbe/Umwelt-Problem Angeboren oder erworben? „zu welchem Anteil genetisch bedingt und zu welchem Anteil durch Erfahrung erworben?“ –verhalten sich genetische und empirische Faktoren additiv? (x Teile Genetik und y Teile Erfahrung?) Biologisches Basismodell: Sämtliche Verhaltensreaktionen ergeben sich aus der Interaktion dreier Faktoren: 1 .aus der genetischen Ausstattung eines Organismus, die ein Produkt der Evolution ist, 2 .aus seiner Erfahrung und 3 .aus seiner Wahrnehmung der gegenwärtigen Situation
  • Verhaltensgenetische Ansätze Annahmen: nicht nur physische, sondern auch psychische bzw. behaviorale Merkmale lassen sich 1. Durch genetische Manipulation gezielt verändern (Knockouts, transgene Tiere) 2. Züchten (Angst, Neugier, Suchtanfälligkeit, Intelligenz) Beispiel: Tyron (1934) – Züchtung von „dummen“ und „klugen“ Ratten Methode von Tryon: Verhalten von Laborratten in einem LabyrinthZüchtung von ,,Labyrinth-klugen" und ,,Labyrinth-dummen" RattenKontrollen: „Adoptionen“ (cross-fostering)Aber selektive Züchtungen, die auf ein bestimmtes Verhaltensmerkmal ausgerichtet sind, „bringen“ normalerweise eine ganze Reihe anderer Verhaltensmerkmale ,,mit ein"!!Daher: Notwendigkeit, Verhalten in einer Reihe von Tests zu vergleichen
  • Evolutionäre Psychologie Betrachtet Erleben und Verhalten des modernen Menschen als Produkt der Evolution (Michael Ghiselin 1973, David Buss)individuelle Variation, natürliche Selektion, Fitnessheutiges Verhalten reflektiert teils die Anpassungsleistungen unserer frühesten VorfahrenKritik: Adaptionismus, Vernachlässigung kultureller, historischer und sozio-ökonomischer Faktoren, empirischer Nachweis, Methoden
  • Ultimate Erklärungen Der Selektionsdruck ist für die Entstehung physischer und behavioraler Merkmale verantwortlich
  • Proximate Erklärungen Evolvierte psychische Mechanismen z.B. Angst vor Spinnen
  • Differentielle Psychologie Zwillingsmethoden: Untersuchung von Individuen mit unterschiedlicher genetischer Ähnlichkeit: eineiige (monozygote) Zwillinge - genetisch identisch zweieiige (dizygote) Zwillinge - genetisch nicht ähnlicher als gewöhnliche Geschwister Adoptionsstudien Z.B. Minnesota-Zwillinge-Studie Gefahr der Überinterpretation derartiger Zahlen (hier ca. 0.70 bei Intelligenz) Überbetonung von Ähnlichkeiten, Vernachlässigung von UnterschiedenGenetische Unterschiede fördern psychologische Unterschiede, indem sie unsere Erfahrung beeinflussen (- Interaktion)
  • geschätzter Erblichkeitsgrad Heritability estimate. Schätzwert für den Anteil der genetischen Varianz an der Gesamtvarianz eines untersuchten Merkmals Gesamtvarianz (genetische Faktoren, Umweltfaktoren)
  • Polymorphismus Analyse genetischer Variation: •Beziehung zwischen Genvariationen und Verhalten –Polymorphismen •Beispiel SNP (single nucleotide polymorphism) –Analyse genetischer Marker mithilfe gentechnischer Verfahren –Psychologische Tests