Sozialpsychologie (Subject) / Sommersemester 13 (Lesson)
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- Meinungen in Gruppen Meinungen gleich verteilt > Kompromiss Majorität anfänglich Richtung à Polarisierung möglich (Risikoschub: nach Gruppendiskussion ist man risikofreudiger) durch sozialer Vergleich (wenn andere ähnlich: „mutiger Vordenker“), selektive Wahrnehmung, Eigengruppe einflussreicher als Fremdgruppe
- potenzielle Produktivität (Gruppen) Hypothetische Gruppenl. bei optimalem Einsatz der Einzelressourcen
- Probleme von Gruppendenken Falsche Entscheidungen, da ment. Problemlösefähigkeit red., Realitätstest/Moral eingeschränkt Grund: hohe Kohäsion, abgeschirmte Gruppe, direktive Führung, Fehlen von Such-/ Bewertungs-kriterien, starker Stress und geringe Hoffnung, eine bessere Lösung zu finden als Leiter Symptome: Illusion der Unverwundbarkeit, kollektive Rationalisierung, unkritischer Glaube an Integrität, stereotypisierte Sichtweise anderer Gruppen, Konformitätsdruck, Selbstzensur, selbst-ernannte Meinungswächter Defekte Entscheidungsfindung: unvollständige Alternativen-Suche, Zielanalyse, Informations-suche, Unvermögen, Risiken der präferierten Entscheidung abzuwägen, anfänglich abgelehnte Entscheidung zu bewerten, Folgen zu bedenken, selektive Informationsverarbeitung
- Mittel gegen Gruppendenken Präferenzen des Leiters sollten anfangs nicht mitgeteilt werden Mitglieder sollten anfangs Einwände und Zweifel mitteilen (krit. Bewerter) Ein Mitglied sollte Rolle des advocatus diaboli übernehmen (Zweifler) Bei einer vorläufigen Entscheidung in der nächsten Sitzung alle Zweifel diskutieren Externer Experte bei jeder Sitzung Entscheidungsschritte mit P., die nicht der Gruppe angehören, besprechen (+ Rückmeldung) (Mehrere Gruppen mit demselben Thema arbeiten > Entscheidungen koordinieren) (Informationen zum Gruppendenken-Phänomen begünstigen dessen Nichtauftreten) (Bildung von Untergruppen) (bei Beziehungen zu Außengruppe dessen Perspektive diskutieren)
- soziales Dilemma (Definition & Beispiele) vorteilhafteste Lösung für Einzelnen, wenn von allen verfolgt à schädliche Auswirkungen auf alle (Erforschung der Strategien von Kooperation und Wettbewerb) z.B.: Gefangenendilemma: 2 Untersuchungshäftlinge werden getrennt verhört, Strafmaß beider von beiden Aussagen abhängig à Freunde: Vertrauen als optimale Lösung (Wiedersehen), Fremde: egoistische Lösung, Konfliktgüterdilemma, public goods dilemma
- Kooperation Kooperation steigt mit kleiner werdendem Interessenskonflikt der Parteien, wenn schlechtest-mögliches Ergebnis nicht wahrscheinlich ist, wenn Partner kooperativ ist („tit-for-tat“-Strategie), wenn Kommunikation/Blickkontakt möglich ist, bei Freunden/wahrscheinlichem Wiedersehen, kooperative persönliche Orientierung, Vertrauen in andere, positive Erfahrungen mit Kooperation, Handeln in kleiner Gruppe (vertrauenswürdiger) Lastwagenspiel (Deutsch & Krauss, 1960, 62): Bei Möglichkeit zur Bedrohung Verlust auf beiden Seiten, ohne eventuelle Einigung
- Konflikteskalation und Gegenmaßnahmen Negative Reziprozität (negative Emotionalität, selektive Infoverarbeitung, Abwertung des „Gegners“, Verbreiterung des Konfliktgegenstandes) Gruppenpolarisation, Konformitätsdruck, Kohäsion, Gruppendenken, vergangene Investitionen werden durch Bindung zusätzlicher Ressourcen gerechtfertigt, voreilige Verwendung von Bedrohungskapazität stachelt reziproke Aggression an, Outgroup wird negativ wahrgenommen Sequenzen einer Konfliktspirale: Verhärtung der Standpunkte à Debatte, Polemik à vollendete Tatsachen schaffen à Koalitionsbildung und Imagekampagnen à gegenseitige Demütigung à immer stärkere (Gegen-)Drohungen à begrenzte Vernichtungsschläge à Zersplitterung à gemeinsam in den Abgrund GRIT (Graduated and Reciprocated Initiatives in Tension Reduction) Osgood, 1962: Ankündigung eines ersten Schrittes zur Deeskalation, Einladung an andere Seite, Ausführung auch ohne Reaktion (Ziel: Vertrauensaufbau), nach Kooperation sofort nachziehen
- Verhandeln Kommunikation mit Einigungsziel Wichtig: integrative Lösung (jede Seite macht Zugeständnisse, die für sie geringe, aber für die andere große Bedeutung hat) Probleme: fixed-pie-perception (es können nicht beide gewinnen), keine win-win-Orientierung, mangelnde Vorbereitung, mangelnder Informationsaustausch
- Was sind Vorurteile Pos./neg. Einstellung ggü. Mitgliedern einer Gruppe, resultierend aus Gruppenmitgliedschaft Affektive Komponente: Vorurteilslevel Bsp.: Nationalität, Rasse, Geschlecht, Alter, physische Erscheinung Messung: explizit (Soz. Erwünschtheit, unbewusste/nicht zugängliche/impulsive Prozesse à Bogus Pipeline) vs. implizit (phsyiologische / Verhaltensmaße, Reaktionszeitmethoden)
- Aktivierung von Vorurteilen Stereotypaktivierung: Priming (Hinweis auf Gruppenzugehörigkeit: Leistungstest neunjähriges Mädchen/„echtes Priming“: Altersstereotyp-Wörter beeinflussen Geschwindigkeit), Stereotypkonsistentes Verhalten (langsames Laufen aktiviert Altersstereotyp) Moderatoren: Assoziationsstärke (Erfahrungsabhängig), Ziele (Gleichheitsziele vs. need to belong), Kapazität (Ablenkung bei Aktivierung vermindert diese), Kontext
- Anwendung von Vorurteilen Rebound-Effekt: Bewusste Unterdrückung von Stereotypen à verstärkte Anwendung möglich Stereotype Threat (indirekt: Self-fulfilling-Prophecy) Motivation (internal oder external), vorurteilsfrei zu handeln (Vorurteilslevel): willentliche Kontrolle nur möglich, wenn Möglichkeit der Beeinflussung bewusst ist und Kapazitäten/ Fähigkeit zur Selbstregulation vorhanden sind (Ablenkung/Zeitdruck/Alkohol) Vorurteilsfreundlicher Kontext? Bedeutsamkeit des Urteils? Stimmung: positive Stimmung à Verwendung übergeordneter Wissensstrukturen, top-down (Schemata / Stereotype), negative S. à Beachtung situationsspezifischer Reize, bottom-up Stereotypinkonsistente Infos (besonders in guter Stimmung, da Kapazitäten gespart)
- Ursprung von Vorurteilen Lernen, Erfahrung (Modell-lernen, Konditionierung): Theorie des sozialen Lernens Kognitive Prozesse (Illusorische Korrelation: Abspeicherung v.a. von auffälligen Infos, insb. negatives Verhalten. Treffen zwei auffällige Ereignisse, z.B. Fremdgruppe + negatives Verhalten, aufeinander, wird Koinzidenz überschätzt; Confirmation-bias: bestätigende Infos werden leichter wahrgenommen und erinnert, Subtyping) à änderungsresistent Sündenbockannahme: Vorurteile/Diskriminierung steigt besonders bei Frustration Theorie des realistischen Gruppenkonflikts: Konkurrenz um Ressourcen (Wirtschaft / Macht / Status) wahre Quelle von Diskriminierung
- Reduktion von Vorurteilen/Diskirminierung Kontakthypothese: wichtigster Faktor ist Kontakt, kann aber unter den falschen Bedingungen auch zu Verstärkung der Vorurteile führen Intergruppenkooperation hilft beim Abbau von Vorurteilen durch positiv bewertetes Gemeinziel, Gelegenheiten Fremdgruppenstereotype zu korrigieren, wechselseitige Abhängigkeit, gleicher Status, geschützt durch soziale Normen Verringerung der Salienz der Kategorisierung Ausweitung des Angebots an Bereichen mit positiver Distinktheit Jigsaw-Klasse
- Problem der psychologischen Forschung - Kultur (Definition von Kultur, Pyramide) 80% der Forscher aus Mittelschicht, angelsächsisch weißes Amerika à Befunde kulturgebunden, Forscher kulturblind Pyramide: Menschl. Natur (ererbt, universell) > Kultur (erlernt, gruppenspezifisch) > Persönlichkeit (ererbt und erlernt, individuel) Soziale Gewohnheiten, geteilte Meinungen, vom Menschen gemachter Teil der Umwelt, moralisches Wertesystem (Kant), kollektive Programmierung (Unterscheidung von Gruppen) Etic (Universalien:von außen betrachtet, möglichst neutral) vs. Emic (kulturspezifisch: von innen betrachtet, nicht neutral): Kulturspezifische psychologische Konstrukte / Theorien? Psychologie mit universeller Relevanz?
- Konformität und Gehorsam (Kultur) Asch (Linien): größere Konformität in nicht westlichen Ländern Milgram: Gehorsamsrate 40 % in Australien, 90 % in Spanien / Holland
- Sozialisation (Kultur) Z.B. Kultur der Ehre: männl. Aggr. für soz. Reputation gefördert / geduldet, Machismo
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- Das Selbst (Kultur) Independetes (individualistische Kultur) vs. Interdependentes Selbst (Kollektivistische Kultur)
- Konzeptualisierung (Kultur) - Dimensionen von Kultur Hofstede: 5 Dimensionen: Machtdistanz (Akzeptanz von Machthierarchien), Unsicherheitsvermeidung (Stabilität im Alltag), Maskulinität – Femininität, Individualismus – Kollektivismus, Zeitperspektive: monochrom (eins nach dem anderen) vs. polychron (Multitasking) Schwartz: 2 Dimensionen: Offenheit ggü. Veränderung vs. Konservatismus, Selbsterhöhung (Leistung, Macht) vs. Selbsttranszendenz (Gleichheit, Harmonie, Ergänzung) Relationale Theorie der Kultur: 4 Basismuster für Modelle der soz. Interaktion: communal sharing (Solidarität, gemeinsame Identität), authority ranking (lineare Hierarchie), equality matching (Balance im soz. Austausch), market pricing (wirtschaftl. und sozial)
- Kontakt zwischen Kulturen Vgl. „Kontakthypothese" Sprachbarrieren: submissiver (chinesisch) vs. selbstbewusster (amerikanisch) Sprachstil, display rules: kulturelle / sit. Regeln, wie angemessen ist Gefühlsausdruck im jeweiligen Kontext Akkulturation: duale Identitäten (aufgewachsen - welche Kultur?)/ bikulturelle Identität (Immigrant: definiert von alter oder neuer Kultur?)
- Führung in Gruppen - Verhaltenstheoretischer Ansatz Verhaltenstheoretischer Ansatz: Unterscheidung von autoritärem, demokratischen, laissez-faire Führungsstil (frühere Forschung), consideration (emotionale Wertschätzung) und initiating structure (Aufgabenorientierung) als Basisdimensionen von Führung (Ohio-Gruppe), aufgabenorienterte vs. sozial-emotionale Führungstypen (Bales)
- Führung in Gruppen - Kontingenztheoretischer Ansatz Kontingenztheoretischer Ansatz: Führer unterscheiden sich im Ausmaß der Aufgaben-/Beziehungsorientierung, Effektivität wird von personalen Eigenschaften und von Situationskontrolle beeinflusst (stait & trait), Verhalten muss kontingent zur Situation sein, Kontingenzmodell von Fiedler: aufgabenorienterte F. beste Leistung bei hoher und niedriger Kontrolle in der Situation, beziehungsorientierte F. beste Leistung bei gemäßigter
- Attribution und Kognition - kulturspezifiscb Malayen zeigen ethnozentrischen Attributionsstil (Malayen: positives Verhalten internal, negatives external, bei Chinesen nicht so), Chinesen nicht Keine kulturellen Unterschiede bis 11 Jahre, danach Amis stärker internal als Hindus Intellektuell: Asiaten holistisch und beziehungsorientiert (bessere Erinnerung an Objekte im Kontext, stärker „feldabhängig“ / kontextabhängig, durch unerwartetes Verhalten weniger überrascht), Amis analytisch
- Eigen- vs. Fremdgruppe Soziale Kategorisierung: Eigengruppe (Eigengruppenbias) vs. Fremdgruppe (Fremdgruppenhomogenitätà stärkere Stereotypisierung und negativere Bewertung) Theorie der sozialen Identität: M. streben nach positiver sozialer Identität > positive Distinktheit, sozialer Vergleichà Eigengruppenaufwertung / Fremdgruppenabwertung
- Paradigma der minimalen Gruppen, Gruppenkonfliktperspektive Paradigma der minimalen Gruppen: willkürliche Aufteilung in minimale Gruppen à Einfluss einer Gruppenzugehörigkeit auf Intergruppales Verhalten) Gruppenkonfliktperspektive: Verhalten mehr intergruppal, wenn Kategorisierung der Gruppen hoch salient ist, Verhalten innerhalb der Gruppen besonders homogen ist, Verhalten bestimmter Person wenig variabel ist (vorhersagbar)
