Sozialpsychologie (Subject) / Wintersemester 12/13 (Lesson)

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  • Definition Sozialpsychologie Tatsächliche/vorgestellte/implizierte GG anderer > Auswirkung auf Denken/Fühlen/Handeln Weitergabe von Kultur, einzigartig ↔ gleich, Individuum als Funktion der Gesellschaft oder umgekehrt, egoistisch ↔ sozial, freies ↔ determiniertes Handeln  
  • Sozialpsychologie und Abgrenzung zu Nachbardisziplinen Einfluss der soz. Situation auf alle (nicht individuelle Unterschiede) ↔ Persönlichkeitspsych. Individuum im sozialen Kontext, nicht sozialer Kontext an sich ↔ Soziologie  
  • Sozialer Einfluss - Allgemeines - Studie Ross und Samuels wechselseitige Beeinflussung von Verhalten/Kognition/Emotionen und anderen   Mitbewohner aus dem Studentenwohnheim à kooperativ oder konkurrenzorientiert; beide Gruppen spielen gleiches Spiel („Wall-Street-“/ „Gemeinschaftsspiel“) beide Gruppen beim Gemeinschaftsspiel kooperativer à situatives Merkmal wirkt sich auf Verhalten aus  
  • Subjektivität der sozialen Situation zwei Arten von Bedürfnissen Behaviorismus: „Belohnung“ hat für jeden Menschen gleichen Effekt (stimmt das?) > subjektive Wahrnehmung der Situation!!! Bedürfnis, mit sich selbst zufrieden zu sein („Wunschdenker“): so, wie man sich sehen möchte vs. Bedürfnis, realistisch zu sein („Amateurdetektiv“): Ansatz der sozialen Kognition
  • Sozialpsychologische Betrachtung - vier Ebenen - Zeitperspektiven vier Ebenen: intraindividuell ("Soziale Informationsverarbeitung") interpersonal (Interaktion zwischen Personen) intragruppal (Interaktion in Gruppen) intergruppal (Interaktion zwischen Gruppen)   Zeitperspektiven: Situativer Einfluss („Hier und jetzt“) Entwicklungs- und Sozialisationseinfluss (Ontogenese: struktureller Wandel) Evolutions- und Kultureinfluss (Phylogenese: stammesgeschichtliche Entwicklung)    
  • Evolutionäre Psychologie - Allgemeines -Bedeutung für Sozialpsychologie Ausgangspunkt: Mensch als Produkt des Selektionsprozesses phylogenetisch (Umweltbedingungen), ontogenetisch (Wechselspiel Erbe – Umwelt)   Differentielle Reproduktion: Kennzeichen von Attraktivität und sozialem Status „Inclusive fitness“: Verwandtschaft, Familienbeziehungen, Altruismus Geschlechtsunterschiede: nicht im kognitiven Bereich, dafür bei sexuellen Verhaltensweisen
  • soziale Kognition und soziale Informationsverarbeitung Kognition: mentale Prozesse und Strukturen eines Individuums Soz. Kognition: Auswahl, Interpretation, Speicherung und Abrufung soz. Informationen zur Urteils- und Entscheidungstreffung bzgl. sozialer Realität Beeinflussung durch soz. Kontext und Beeinflussung d. Urteilers in Denken/Handeln/Erleben  
  • Prozessstufen sozialer Infoverarbeitung Enkodierung, Speicherung, Abruf Informationsinput: Reizereignisse > sensorischer Speicher > Arbeitsspeicher (Kurzzeitgedächtnis) > Langzeitgedächtnis (zunehmende Abnahme von Verlusten)  
  • selektive Wahrnehmung, wovon abhängig? Bsp. für selektive Wahrnehmung: „Awareness Test“ (Gorilla-Test), Cocktailparty-Phänomen Top-down (schema-/kategoriebasiert): aktiviertes Schema in allen Phasen à einfacher Bottom-up (attributorientiert/merkmalsbasiert): keine Anwendung von Schemata in allen Phasen d. Infoverarbeitung, Verarbeitung von Personeninfos Attribut für Attribut Auswahl von Information nach Aufmerksamkeit, Bedeutung, Lebhaftigkeit, persönlicher Relevanz, vergangener Erfahrung & „Wahrnehmungshypothesen“, gerade aktiviertem Wissen  
  • Inferenz (wie erfolgt Kategorisierung/Urteilsbildung Kategorisierung über Prototypen (abstrakte Infos: Durchschnitt vs. Ideale) und exemplarbasierte Repräsentationen (Beispiele für bestimmte Kategorie) Integration: Reizinput + reizunabhängiges Wissen über Kategorie > Urteilsentstehung „automatisches“ vs. „kontrolliertes“ Denken (Beispiel Unfall – Chirurgenteam – Sohn)  
  • Automatisches Denken in Schemata - Definition (was & worüber?) - Funktion Einordnung von Wissen in Kategorien, Beeinfl. von Wahrnehmung/Nachdenken/Speicherung wichtigste Merkmale eines Gegenstandsbereiches und Beziehungen zwischen den Merkmalen Höheres Abstraktionsniveau als konkrete Erinnerungen Inhalte: Personenschemata (Wissen über andere M), Selbstsch. (… eigene Person), Rollensch. (… soz. Rollen), Ereignissch. (… Alltagsakitvitäten), Inhaltsfreie Sch. (Allgem. Denkregeln)     Organisation der Umwelt, besonders bei widersprüchlichen, inkonsistenten Infos (Dozent) Mustererkennung, Bedeutungsverleihung, Erinnerungshilfe > Auswirkungen auf Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Erinnerung, Verhalten        
  • Wann werden Schemata am besten erinnert, was passiert mit Erinnerungslücken? Konsistente Infos: Rekonstruktion mit dem Wissen aus übergeordneten Strukturen Inkonsistente Infos: Verarbeitung beansprucht mehr Aufmerksamkeit/Anstrengung Studie Carli: konsistente Schemata bzgl. Vergewaltigung/Antrag nach 2 Wochen besser erinnert als inkonsistente (Vergessen von inkonsistenten Infos mit der Zeit, Wissenslücken mit konsistenten Infos gefüllt)  
  • Wovon ist die Anwendung von Schemata abhängig? Zugänglichkeit (accessibility): Schemata stehen im Vordergrund? > Verwendung bei Urteilen Abhängig von Häufigkeit (frequency) und zeitlicher Nähe (recency) Unterscheidung chronischer/situativer Verfügbarkeit  
  • Preseveranz von Schemata Preseveranzeffekt: Fortbestehen v. Überzeugungen, auch bei Wiederlegung v. Grundannahmen Studie Ross, Lepper & Hubbard: 1. Test mit anschließendem Leistungsfeedback, 2. F. erfunden, 3. Fragebogen (wie gut?) à auch bei Info über erfundenes F. hatten Pbn mit positivem F. positiveres Selbstwertgefühl als Pbn mit negativem F. (Grund: bei F. Erinnerungen an vergangene (Miss-)Erfolge aktiviert, F. zwar verworfen, jedoch nicht aktivierte Erinnerungen) Self-fulfilling prophecy: Schema über andere P (Erwartung des Lehrers), dementsprechendes Verhalten à P verhält sich erwartungskonform (Leistung), bestätigt Schema
  • mentale Strategien und Abkürzungen Urteilsheuristiken: mentale Abkürzungen à schnelle/effiziente Urteilsbildung Verfügbarkeitsheuristik: Urteil beruht auf Leichtigkeit des Abrufens von Gedächtnisinhalten Studie Schwarz: 6/12 Beispiele für (un)sicheres Verhalten, Einschätzung der Selbstsicherheit à Pbn mit 6 Beispielen fühlten sich sicherer als Pbn mit 12 Beispielen (sicher: es ist leichter, sich 6 Beispiele auszudenken als 12 Beispiele) Repräsentativitätsheuristik: Urteil abhängig von Ähnlichkeit Sachverhalt - Prototyp Studie Tversky: Beschreibung einer Person (Demonstrationen), Pbn gefragt, ob sie Bankangestellte oder in Frauenbewegung aktiv ist à 85% sagt B, obwohl es nicht stimmt Ankereffekt: Urteilsunsicherheit à Urteil wird an zugrundeliegenden Ausgangswert angepasst Studie Tversky: Schätzung Prozentsatz afrikanischer Staaten in UNO, Anteil über oder unter Glücksrad (10 à 25% oder 65 à 45%)
  • kontrollierte soziale Kognition: aufwändiges Denken Definition: bewusst, zielgerichtet, willentlich, mit Aufwand, abhängig von Fähigkeit/ Ablenkung und Motivation (steigernde M: höhere Kontrolle, muss nicht richtig sein) Gilbert: Theorie d. automat. Akzeptanz Anfängliche Akzeptanz (a) > Überprüfung d. Wahrheitsgehalts (k) > evtl. Deakzeptieren (k)  
  • Kontrafaktorisches Design - Zusammenspiel automatischer und kontrollierter Prozesse Kontrafaktorisches Design: Veränderung v. Aspekten d. Vergangenheit à hätte sein können? Emot. Konsequenzen: aufwärtsgerichtet (je leichter das Nichteintreffen eines neg. Ereignisses vorstellbar, desto mehr neg. Reaktionen), abwärtsgerichtet (je leichter ein noch neg. Ereignis vorstellbar, desto mehr pos. Reaktionen) Kognitive Konsequenzen: Lernen, zukünftig anders zu handeln  
  • Gedankenunterdrückung Wegener: erfolgreiche Unterdrückung abhängig von Operator (bewusste Ablenkung) und Monitor (automatische Suche nach unerwünschten Gedanken, die bewusst werden wollen) (arschloch scheiße blöd à hihi Pumuckl) Müdigkeit/Ablenkung: Ausfall Operator (M. kann unerwünschte Gedanken nicht verdrängen) „rebound-Effekt“: bei stärkerem Unterdrücken wird es in Stresssituation nicht funktionieren
  • Soziales Denken - automatisches oder kontrolliertes Denken? Modellvorstellungen über „sozialen Denker“: „kogn. Geizkragen“ (faul bei Infoverarbeitung), „motivierter Denker“ (Dissonanzreduktion), „Pragmatiker“ (übergreifende Sichtweise) Verbesserung der Denkprozesse: Durchbruch der Barriere der „subjektiven Sicherheit“, Ansprechen von Fehlern/Aufzeigen von Alternativen  
  • Gefühle - Definition und Untergliederung - Funktionen Organisierte, reaktive Zustände des Organismus auf Ereignisse/Stimuli, 3 Komponenten: 1. Subjektive Erfahrung (Gefühl), 2. Ausdruck/Verhalten, 3. Physiologische Veränderungen Emotionen: intensiv, Objektbezug („Figurphänomene“), Stimmungen: weniger intensiv, dafür länger andauernd, kein Objektbezug („Hintergrundphänomene“)   Kommunikative Funktion: Grundemotionen (angeboren: Ärger, Angst, Ekel, Freude, Trauer, Überraschung) Motivationale (Auslösen von Verhalten) und informative Funktion  
  • "Somatic Marker" Hypothese Emotionen & Gefühle: schnelle adaptive Entscheidungen, Voraussetzung für „Rationalität“ „High Reason“: kaltes Abwägen (dauert lange, rigide) „Somatic Marker“: körperliche Reaktionen (Gefühl/Erregung) auf vorgestellte Handlungsalternativen (schnell, spontan) „Unvernunft“ bei Einschränkung der „Somatic Marker“ (Läsion im PFC à Verlust schneller Entscheidungsfähigkeit, siehe IGT)
  • Auslöser von Stimmungen Abklingende Emotionen, Erinnerung emotionaler Ereignisse, tatsächliche alltägliche Ereignisse pos./neg. Valenz, physiologische Zustände
  • Stimmung und Verarbeitungsstil Neg. Stimmung > Vermeidungsverhalten > detailorientierte Verarbeitung > bottom up Pos. Stimmung > kein Vermeidungsverhalten > globale Verarbeitungsstrategie > top down Studie Isen: Pbn sollten eine Kerze mit Hilfe einer Pappschachtel und reiszwecke so an die Wand montieren, dass das Wachs nicht heruntertropft, waren die Pbn negativer Stimmung, kamen nur 25% auf die Lösung  
  • Stimmung und Wahrnehmung Spez. Emotionen: „Netzwerkknoten“, Verfügbarkeit für emotionskongruentes Material erhöht
  • Stimmung und Gedächtnis/Erinnerung Organisation des Gedächtnis als Netzwerk (Infos untereinander assoziiert, Knoten) Spez. Emotionen wirken bei Gedächtnisprozessen wie Gedächtnisknoten und bestimmen die Verfügbarkeit gespeicherten Materials in Form von „mood congruity“ (Stimmungskongruenz) Zustandsabhängiges Erinnern: in einem bestimmten emot. Zustand Gelerntes ist später in demselben Zustand leichter abrufbar als in einem anderen (Studie Bower)
  • Stimmung und Urteilsbildung Signifikante Korrelation von Stimmung und Einschätzungen (fröhliche Stimmung + fröhliche Urteile), höher bei vager Formulierung und subjektiven Antworten
  • Stimmung als Information, "cognitive tuning" Hypothese, 2 Studien „Wie fühle ich mich damit?“ Heuristik Attribution von Stimmungen bei globalen Urteilen auf Urteilsgegenstand Abwertungsprinzip: externale Erklärung für Befindlichkeit > Einflussverlust der Stimmung „cognitive tuning Hypothese“: negative Stimmung > Gefahr > kognitive Anstrengung; pos. Stimmung > Sicherheit > kognitives Faullenzen Studie Schwarz & Clore: Pbn bei Sonne/Regen angerufen: Angabe der momentanen „happiness“ und globaler Lebenszufriedenheit, 1/3 > beiläufiger indirekter Hinweis auf das Wetter, 1/3 > direkter Hinweis, 1/3 nichts > bei Sonne immer höhere Lebenszufriedenheit, jedoch nur bei „kein Hinweis“ großer Unterschied Studie Abele & Gendolla: Beeinflussung der eigenen Einschätzung verschiedener Bereiche (eigene Freunde/Wohnsituation/Partnerschaft) durch Anschauen einer positiven/negativen Passage eines Liebesfilmes > Partner: signifikanter Kontrasteffekt; soz. Beziehungen: kein signifikanter Unterschied; andere Lebensbereiche: sign. Assimilationseffekt  
  • "Embodiment" von Gefühlen: unauffälliges Facial Feedback Studie Strack: angebliches Testen von Stiften: zwischen Lippen, zwischen Zähnen, in der Hand; AV: Wie lustig ist Cartoon? à Lippe am wenigsten lustig, da Lachen verhindert wird, Zähne am lustigsten, da Lachen induziert wird
  • Stadien der Personenwahrnehmung 1. Erster, äußerer Eindruck 2. Verhaltensbeobachtung - EIgenschaftsimplikationen 3. Eindrucksbildung über "Persönlichkeit" 4. Vorhersage zukünftigen Verhaltens  
  • 1. Erster, äußerer Eindruck "snap judgement" physische Erscheinung, Eindruck aufgrund Verhalten, nonverbaler/paraverbaler MM Aktivitätsreize (Reaktionsbereitschaft): Aktivität des Gesichts, Mimik, Gestik, Stimme, Bein- und Fußbewegungen, Kopfnicken Entspanntheitsreize (soz. Kontrolle): Neigung des Körpers (seit- bzw. rückwärts), Armhaltung, Hände, Stellung der Beine Unmittelbarkeitszeize (Sympathie): Blickkontakt, Körper- orientierung, interpersonale Distanz, Berührungen  
  • 4. Vorhersage zukünftigen Verhaltens Erklärung von beobachtetem Verhalten von zentraler Bedeutung Attributionstheorien: Schlüsse über Gründe für Verhalten anderer Kausalattribution = Zuschreibung von Ursachen
  • Kausale Attribution - Grundannahmen zur Kausalität (Heider) Kausale Einheiten: M als naiver Wissenschaftler, immer Frage nach „warum“ Attribution (=Ursachenzuschreibung), um (Umwelt-)Ereignisse zu erklären Handeln = f{(A x F) + (S + Z)} Grundlegende Attributionsarten: internal (Person), external (Umwelt)
  • Theorie der korrespondierenden Inferenzen (Jones & Davis) Rückschluss von einer Handlung auf zugrundeliegende Persönlichkeit? Beobachtung der Effekte einer Handlung, Erschließen von Intention (Fähigkeiten, Wissen) Erklärung durch internale Ursachen bei hoher Wahlfreiheit, geringer sozialer Erwünschtheit, besondere Merkmale des Objekts Verzerrungen: motivational (Beobachterbetroffen = hedonistische Relevanz), kognitiv (fundamentaler Attributionsfehler)
  • Kovariationsprinzip (Kelley) - wann wird internal, wann external, wann variabel attribuiert? Konsensus: Verhalten anderer Menschen ggü. demselben Stimulus Distinktheit: Verhalten der Person ggü. anderen (ähnlichen) Stimuli Konsistenz: einmaliges oder häufigeres Verhalten z.B. Konsensus: niedrig, Distinkheit: niedrig, Konsistenz: hoch à internal   Probleme: Nicht immer alle notwendigen Informationen verfügbar (müssen erschlossen werden) Extrem aufwändig (nicht genug Ressourcen/Motivation)      
  • Fundamentaler Attributionsfehler, was kann man dagegen tun (+2 Studien) Internale Attribution von Verhalten, Unterschätzen des Einflusses externaler Faktoren Bedeutung der perzeptuellen Salienz, Studie Taylor & Fiske: Beobachter um zwei Akteure platziert (entweder A1, A2 oder beide gesehen) à dominantere Einschätzung des A der jeweils von Pbn gesehen werden konnte Bedeutung verfügbarer Ressourcen/Motivation, Zwei-Stufen-Modell (Gilbert): 1. Personale Attribution (automatisch, schnell, wenig Anstrengung); 2. Miteinbeziehen der Situation (bewusst, mehr Anstrengung, abhängig von verfügbaren Ressourcen/Motivation) kulturelle Unterschiede: Sportartikel in Hongkong eher situativ, in den USA eher dispositional, bei Leitartikeln (mehr kogn. Fähigkeiten): Ausgleich Person – Situation  
  • Akteur-Beobachter-Divergenz Handeln anderer internal, eigenes Handeln external attribuiert Mögliche Gründe: verfügbare Info, perzeptuelle Salienz, motivat. Gründe Studie Storms: kein Video: A schätzt sich deutlich weniger dispositionell ein als B; Video gleiche Ausrichtung: nur verschärft; Video neue Ausrichtung: Umkehrung der Ergebnisse
  • selbstwertdienliche Attribution Erfolge: internal stabil/variabel, Misserfolge: external (oder internal variabel)   Internal external Stabil Fähigkeit Schwierigkeit Variabel Anstrengung Zufall
  • falscher Konsensus Effekt Überschätzung der Ähnlichkeit eigener und anderer Meinungen Studie Krüger: Leute, die selbst Dingen zustimmen gehen auch davon aus, dass die Mehrzahl anderer Menschen genauso denken (und umgekehrt)
  • Eindrucksbildung - Integrationsregeln „primacy effect“: erster Eindruck entscheidend „recency effect“: neuste Eindruck ist entscheidend (am kürzesten zurückliegend) „Negativitätseffekt“: neg. Infos haben stärkeres Gewicht als pos. Infos „Extremitätseffekt“: extreme Infos haben stärkeres Gewicht als mittlere „Kontexteffekt“: Konzept der „zentralen Eigenschaft“ – kontextabhängig („Halo-Effekt“) Studie Asch/Kelley: vorherige Beschreibung einer Person wirkt sich auf Eindrucksbildung aus
  • implizite Persönlichkeitstheorien Schema, in dem bestimmte Persönlichkeitseigenschaften gruppiert sind („Halo-Effekt“) Besonders Effekte bei Schlussfolgerung, (i.d.R.) unbewusste Anwendung, kulturspezifisch Westlicher Raum: Künstlerpersönlichkeit à kreativ, temperamentvoll, unkonventionell (1) Asiatischer Raum: „shi-gú“ à Familiensinn, Erfahrung im soz. Umgang (2) Studie: Geschichte in engl. bzw. chin. gelesen à (1) bzw. (2) bevorzugt  
  • Confirmation Bias Bereits bestehende Meinungen sollen durch neue Infos bestätigt werden (Suche/Interpretation) Preseveranzeffekt (Vorstellungen beibehalten, auch wenn man weiß dass sie nicht stimmen), bestätigendes Hypothesentesten, self-fulfilling prophecy wann nicht?: Unsicherheit über bestehende Meinung; hohe Motivation richtige Eindrucksbild.
  • Priming  Erhöhung der Zugänglichkeit eines Schemas durch vorhergehende Erfahrungen (subliminal, supraliminal, semantisch, affektiv) > Beeinflussung der weiteren Verarbeitung Studie Higgins, Roles & Jones: 1. Priming, Identifizierung verschiedener Farben (darauf Worte: positiv/negativ anwendbar/nicht anwendbar), 2. Lesen und Beurteilung einer Personenbeschreibung à mit negativen Wörtern geprimed: deutlich negativere Meinung) Studie Bargh: UV: Geschwindigkeit beim Verlassen des Labors (Altersstereotyp)  
  • Das Selbst Physisches Selbst (äußere Erscheinung), soziales Selbst (soz. Rollen: Bruder), reflexives Selbst (Persönlichkeitseigenschaften) Subjektives Wissen über eigene Person: Fähigkeit der Reflektion, Betrachtung der eigenen Person „von außen“, Selbst als Wissensobjekt, beeinflusst durch soziale Gegebenheiten
  • Selbstkonzept me: Selbst als Objekt der Erkenntnis (Selbstkonzept) „Theorie“ über das eigene Selbst, aus Erfahrungen abgeleitet Erkennen der eigenen Person als distinkte Einheit, bestehend aus einheitlichem Selbst und multiplen Sub-Selbsten, weitgehend spezifisch für Menschen, mit zunehmendem Alter komplexer und reflexiver
  • Funktionen des Selbst Strukturierende Funktion: Selbstschemata > Strukturierung des Wissens über uns Selbst, Beeinflussung der Wahrnehmung von anderen, Self-Reference-Effekt Selbstregulation (I: Selbst als erkennendes Subjekt/handelndes Ich): Regulation von Handlungen, Entscheidungen, Zukunftsplänen; begrenzte Ressource
  • kulturelle Unterschiede beim Selbst (2 Untergruppen, 2 Studien) Independente Selbstsicht eigene Gedanken, Gefühle, Handlungen (Ursprung bei sich, nicht bei anderen gesucht) Betonung der eigenen Unabhängigkeit und Einzigartigkeit Interdependente Selbstsicht eigene Beziehung zu anderen Menschen, Einbindung in soz. Kontext Eigenes Erleben und Verhalten von anderen beeinflusst (Verbundenheit + Wechselseitigkeit) Studien Amerikanische & japanische Goldmedaillengewinner: Erklärung des Erfolgs à amerikan,: auf sich selbst/Fähigkeiten, japan.: auf Situation bezogen Fragebogen am Flughafen, Ausfüllen mit einem Stift ihrer Wahl (immer 5 Stifte, 1:4, 2:3), AV: Stift der selteneren oder der häufigeren Farbe gewählt? à amerikan. Chinesen wählten zu einem höherem Prozentsatz die selteneren Stifte (70-80%), Koreaner nur zu 15-30%
  • Introspektion als Quelle der Selbsterkenntnis Beobachtung eigener Gedanken und Gefühle Probleme: wir denken zu wenig über uns selbst nach (8% d. tägl. Gedanken), tatsächliche Ursachen des Erlebens/Verhaltens nicht bewusst > Kausaltheorien für plausible Gründe
  • objektive Selbstaufmerksamkeit (OSA) als Quelle der Selbsterkenntnis beurteilende Beobachtung der eigenen Person (Spiegel, Publikum) Theorie Duval/Wicklung: Konzentration auf wichtige Aspekte des Selbst, Salienz innerer Werte und Normen und des augenblicklichen Verhaltens, Salienz von Diskrepanzen Ist und Soll > Feststellung von Diskrepanzen führt zu negativem Affekt > Motivation zur Reduzierung OSA Reduzierung der OSA: Verminderung von Diskrepanzen, Vermeidung von Selbstaufmerksamkeit erregendem Stimuli Folgen: einstellungskonformes Verhalten, Leistungssteigerung/ -minderung Messung: verstärkt „Ich“-Formulierungen, schnelleres Erkennen ichbezogener Wörter Private vs. öffentliche Selbstaufmerksamkeit Praxisrelevanz: Stottern, Prüfungsangst, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Diäten, …
  • Selbstwahrnehmungstheorie (Bem) Beobachtung eigenen Verhaltens, Schließen auf innere Zustände bei sich wie bei anderen gleich (internal: Handlungsfreiheit, geringe äußere Rechtfertigung)  
  • Selbsterkenntnis durch andere Menschen Beobachtung der Reaktionen anderer auf uns („Spiegel-Selbst“)/ soz. Vergleiche selbst-andere Festinger: Einschätzung unserer Selbst durch Vergleich mit anderen, besonders ohne objektiven Maßstab Vergleich mit ähnlichen anderen (höchster Informationsgehalt) Selbsterkenntnis nur ein Grund, soziale Vergleiche anzustreben
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