Sozialpsychologie (Subject) / Klausur (Lesson)

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  • Definition: Soziale Wahrnehmung behandelt Prozesse, wie Menschen zu einem Eindruck über das Verhalten und Eigenschaften anderer Menschen gelangen (Personenwahrnehmung)
  • Bottom-Up-Prozesse Wahrnehmung wird primär von Reizmerkmalen gesteuert
  • Top-Down-Prozesse Wahrnehmung wird primär von Gedächtnisinhalten oder Emotionen gesteuert
  • Definition: Halo-Effekt ein Merkmal einer Person überstrahlt die anderen Merkmalen einer Person. Die zentrale Eigenschaft strahlt sozusagen auf andere Einschätzungen aus.
  • Definition: Priming Voraktivierung von Gedächtnisinhalten
  • Welche zwei fundamentalen Dimensionen der sozialen Wahrnehmung gibt es? Wärme & Kompetenz
  • Definition: Zentrales Persönlichkeitsmerkmal? ein Merkmal einer Person, das von sozial Wahrnehmenden als integraler Bestandteil der Organisation der Persönlichkeit angesehen wird 
  • Definition: Peripheres Persönlichkeitsmerkmal ein Merkmal einer Person, dessen Vorhandensein nicht (bzw. kaum) die Gesamtinterpretation der Persönlichkeit verändert
  • Definition: Attribution Ursachenzuschreibung (an Situation, Verhalten, Person)
  • Welche Elemente beinhaltet die Kovariationstheorie nach Kelly und was besagen sie? Dimensionen rationaler Beurteilung: Distinktheit: Verhalten dieser Person in anderen Situationen Konsens(us): Verhalten anderer Personen in der gleichen Situation Konsistenz: Verhalten dieser Persn in der gleichen Situation meist
  • Welche Attributionsverzerrungen gibt es? Korrespondenzverzerrung: fundamentaler Attributionsfehler --> Tendenz aus einem beobachteten Verhalten auf eine persönliche Disposition zu schließen, die mit dem Verhalten korrespondiert actor-observer-difference: eigenes Verhalten wird eher auf die Situation attribuiert, das Verhalten anderer Menschen eher auf die Person 
  • 2-Stufen Modell von Gilbert & Malone - Attribution 1. spontane Attribution (geht sehr schnell & erfordert keine kognitiven Ressourcen) 2. optional: kognitiv aufwendiger Korrekturprozess - bleibt jedoch aus, wenn uns die kognitiven Ressourcen fehlen
  • Definition: Stereotyp (Pseudo-)Wissen über soziale Gruppen - hängt davon ab, wie oft eine solche Assoziation wiederholt wurde & wann sie zuletzt aktiviert wurde - oft unbewusst (positiv/negativ) kognitive Komponente
  • Definition: Vorurteil Stereotype, die eine starke (positive o. negative) emotionale Reaktion hervorrufen, z.B. Abneigung emotionale Komponente
  • Definition: Diskriminierung negatives o. positives Verhalten gegenüber Mitgliedern einer sozialen Gruppe aufgrund ihrer Gruppenmitgliedschaft Verhaltenskomponente
  • Was besagt das stereotype threat nach Steele & Aronson Angst von Mitgliedern einer sozialen Gruppe, ihr Verhalten könnte einen negativen Stereotyp gegen die eigene Gruppe bestätigen - Angst führt zu Leistungseinbußen Erklärung: durch den Selbst-Stereotyp wird eine Misserfolgserwartung induziert, die sich negativ auf die eigene Leistung auswirkt
  • Was besagt die Social Identity Theory und welche Komponente beinhaltet sie? Soziale Kategorisierung: wir teilen die Welt in soziale Gruppen ein - denen wir elbst angehören und nicht zwei Konsequenzen: Eigengruppenfavorisierung: Zugehörigkeitsgefühl, bevorzugte Behandlung der Eigengruppe Fremdgruppenhomogenitätseffekt: die sind alle gleich, wir sind aber verschieden
  • Was besagt die Konfirmationsbias? (Aufrechterhaltung von Vorurteilen) Wir nehmen bevorzugt Informationen wahr, die unsere Stereotype unterstützen - ständige Bestärkung
  • Was besagt die Linguistiv Intergroup Bias? (Aufrechterhaltung von Vorurteilen) positives Verhalten der Eigengruppe & negatives Verhalten der Fremdgruppe werden abstrakt beschrieben. negatives Verhalten der Eigengruppe und positives Verhalten der Fremdgruppe werden konkret beschrieben.
  • Was sind sich selbst erfüllende Erwartungen bei der Aufrechterhaltung von Vorurteilen? (1) Erwartungen an das Verhalten einer Person werden Realität, indem sie ein Verhalten hervorrufen, welches sie bestätigt (2) stereotype threat
  • Was besagt die Kontakthypothese nach Allport, bei der Frage, was gegen Vorurteile gemacht werden kann? (Welchen Zusatz haben Pettigrew & Tropp geleistet) Annahme, dass Feindseligkeiten und Vorurteile durch vermehrten Kontakt zwischen den Gruppen vermindert werden können. unter folgenden Bedingungen: - Statusgleichheit (gleicher Status für die Mitglieder beider Gruppen) - Kooperation und gemeinsame Ziele - Unterstützung durch Autoritäten / Institutionen (Neuformulierung): Gelegenheiten zum Kontakt sollten häufig sein und es sollte sichergestellt werden, dass der Kontakt keine Bedrohung oder Angst auslöst
  • Welche 2 Faktoren gibt es beim sozialen Einfluss zu beachten? 1. Gehorsam gegenüber Autoritäten - inwiewei wir uns anderen unterordnen 2. Soziale Urteils- und Entscheidungsprozesse - Schwimmen mit oder gegen den Strom
  • Was untersuchte das Milgram-Experiment? Wie unter dem Einfluss von Autoritäten sowas wie der Holocaust entstehen konnte - Einfluss zwischen Lehrer und Schüler (maximale Spannung)
  • Warum leisten wir gehorsam? Soziokulturelle Perspektive: Wir lernen gegenüber Autoritätspersonen gehorsam zu sein & erwarten auf eine legitime, vertrauenswürde Autorität zu stoßen Verpflichtende Faktoren: subtiler Aufbau psychologischer Barrieren gegenüber Ungehorsam, allmähliche Zunahme des Bestrafungsniveaus in Milgrams Forschung bewirkt - "Gefangen in einer Falle" Verantwortlichkeit: Abschieben der Verantwortung: der Untergeordnete in einem hierarchischen System übernimmt keine persönliche Verantwortung für sein Handeln, sondern ordnet diese auf die Person über ihr zu Situative Faktoren: einige Situationen sind so "stark", dass sie unsere Persönlichkeitsunterschiede nivellieren und uns zu extremen Verhalten leiten
  • Welche zwei Einflüsse sind bei Mehr- und Minderheiten zu unterscheiden? (autokinetischer Effekt, Sherif) Informationaler Einfluss:  - basiert auf dem Wunsch, richtige Urteile abzugeben - Einflussgrundlage sind Informationen und Argumente anderer Personen - Führt meist zu einer Meinungsänderung (conversion) Normativer Einfluss: - basiert auf dem Wunsch, von anderen gemocht zu werden - Einflussgrundlage sind Erwartungen darüber, was andere hören möchten - führt meist nur zu einer öffentlichen Meinungsanpassung (compliance), nicht zu einer Meinungsänderung
  • Was besagt die Konversionstheorie von Moscovici? Minoritäts- vs. Majöritätseinfluss induzieren unterschiedliche Konflikte: Majoritätseinfluss: Vergleichsprozess (Wer hat Recht?) Minoritätseinfluss: Validierungsprozess (Was ist richtig?) --> Majoritäten bewirken compliance (Hauptwirkung öffentlich), Minoritäten hingegen Konversion (Hauptwirkung oft privat)
  • Welchen Ansatz vertritt Charlan Nemeth (86) im Hinblick auf Minoritäts- & Majoritätseinfluss? Majoritäts- vs. Minoritätseinfluss induziert qualitativ unterschiedliche Informationsverarbeitungsprozesse Majoritätseinfluss: konvergentes Denken (Fokus auf Majoritätsposition) Minoritätseinfluss: divergentes Denken (Durchdenken einer Vielzahl von Positionen)
  • Wie ist prosoziales & Hilfeverhalten zu definieren? Proziales Verhalten umfasst versch. Verhaltensweisen, z.B. Hilfeverhalten, Zivilcourage... Hilfeverhalten: Unterkategorie von prosozialem Verhalten bei der eine Person ein Verhalten ausführt, das dem Wohlbefinden einer anderen Person zugutekommt HV kann sowohl altruistisch als auch egoistisch motiviert sein
  • Was besagt die Empathie-Altruismus Hypothese nach Batson? zentrale Idee: Menschen zeigen dann HV, das altruistisch motiviert ist, wenn sie Empathie gegenüber der Person in Not empfinden Empathie umfasst 2 Komponenten: - man kann die Perspektive der notleidenden Personen einnehmen - es stellt sich (mehr oder weniger) automatisch Mitleid ein
  • Welchen Einfluss haben Attribution auf HV? sobald die Persn als selbstverantwortlich für ihre Not wahrgenommen wird, reagiert der Beobachter mit Ärger und hilft nicht & andersherum (dann anstelle von Ärger, Mitgefühl)
  • Welchen Einfluss haben Stimmungen auf HV? sowohl positive als auch negative Stimmung wirkt sich förderlich aus in negativer Stimmung: Menschen helfen vor allem aus dem Bedürfnis heraus, eigene Stimmung zu verbessern (negative state relief hypothesis)
  • Welchen Einfluss haben soziale Normen auf das HV? 1. Norm der sozialen Verantwortung: fordert, dass wir Menschen helfen, die auf Hilfe angewiesen sind, z.B. bei älteren Menschen 2. Reziprozitätsnorm: fordert, dass wir Menschen helfen, die uns zuvor geholfen haben
  • Was besagt der Bystander Effekt? Je größer die Anzahl der Zuschauer, die einen Notfall beobachte, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer von diesen Zuschauern eingreift
  • Welche Erklärungsansätze (3) gibt es für den Bystander Effekt? - pluralistische Ignoranz: Mehrdeutigkeit der Situation führt zu Unsicherheit; passives Verhalten wird zum Vorbild; Einschätzung der Situation als ungefährlich - Verantwortungsdiffussion: Je mehr Personen anwesend sind, desto mehr geht man davon aus, dass auch andere etwas tun könnten - Bewertungsangst: durch andere Zuschauer
  • Definition von Aggression A. ist die jegliche Form von Verhalten, das mit dem Ziel verfolgt wird, einem anderen Lebewesen, das motiviert ist, eine derartige Behandlung zu vermeiden, zu schaden oder es zu verletzen (Baron, 77)
  • Welche Formen der Aggression können unterschieden werden? Instrumentelle Aggression: A. dient als Mittel, um ein Ziel zu erreichen, das über die Schädigung des anderen hinausgeht --> sog. kalte Aggression Feindselige Aggression: A. erfolgt aus Emotionen (wie Ärger, Wut) heraus und dien dazu jemandem zu schaden --> sog. heiße Aggression relationale Aggression: Verhalten mit der Absicht, die sozialen Beziehungen der Zielperson zu beschädigen, z.B. hinter ihrem abwertende Bemerkungen gegenüber Dritten zu machen
  • Welche Unterscheidungen zwischen einem aggressivem Impuls und einem aggressivem Verhalten werden unterschieden? aggressiver Impuls (Ärgerimpuls): oft unbewusst, muss nicht zwangsläufig zu aggressivem Verhalten führen aggressives Verhalten: erfolgt meist bewusst, wird i Unterschied zu aggressivem Impuls
  • Dampfkesselmodell nach Lorenz (1973) (theoretische Erklärungsmodelle für Aggression) Annahme, dass im Organismus ständig aggressive Energie produziert wird, bis diese durch einen äußeren Reiz freigesetzt wird (wenn kein bestimmter Reiz, dann spontane Aggression) --> keine empirische Belege
  • Was besagt die Frustrations-Aggressions-Hypothese nach Dollard (1939)? Frustration erhöht die Wahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens (Frustration: Blockierung einer zielgerichteten Tätigkeit) - A. dabei nicht die einzige, sondern eine von vielen möglichen Reaktionen auf Frustration
  • Was besagt die Theorie der Aggressionsverschiebung (displaced aggression)? Tendenz, auf Frustration mit Aggressionen zu reagieren, die sich nicht auf die ursprüngliche Quelle für die Frustration richtet, sondern auf ein leichter erreichbares Ziel
  • Was besagt die Theorie aggressiver Hinweisreize nach Berkowitz? Frustration führt vor allem dann zu A., wenn die Entstehungssituation des Ärgers aggressive Hinweisreize (z.B. Waffen) aufweist. - Aggressive Hinweisreize: situative Hinweisreize mit aggressiver Bedeutung, die die Zugänglichkeit aggressiver Kognitionen beeinflussen A. Hinweisreize wirken also als Moderatorvariable: beeinflussen die Stärke des Zusammenhangs zwischen Frustration und Aggression aktuell: auch ohne vorherige Frustration machen aggressive Hinweisreize aggressives Verhalten möglich
  • Was besagt der kognitiv-neoassozianistischer Ansatz nach Berkowitz (1990)? auch andere Stimuli als Frustration können Aggression hervorrufen - Aktivierung einer Kampf- und Fluchtreaktion A. wird erklärt als Ergebnis eines negativen Affekts, der kognitiv verarbeitet wird und dabei ein Netzwerk aggressiver Gedanken und Gefühle aktiviert (kognitive Bewertung muss nicht immer auftreten)
  • Was besagt die Erregungs-Übertragungs-Theorie nach Zillmann (1971,1988) Annahme, dass die Wirkung von Frustration durch physiologische Erregung aus neutralen bzw. nicht-aggressionsbezogenen Quellen noch verstärkt wird (gilt aber nur, wenn sich die Person der Ursache der ursprünglichen Erregung nicht mehr bewusst ist)
  • Welche Formen der Aggression als erlerntes Verhalten gibt es? Instrumentelles Konditionieren (direkte Verstärkung): Aggressives Verhalten wird oftmals belohnt, z.B. durch: - Erlangen von Gütern durch Drohung oder Entwendung - Erhalt von Status und Anerkennung - Vermeiden von Schmerz Modelllernen (stellvertretende Verstärkung): - Erwerb aggressiver Verhaltensweisen durch Beobachtung und nachfolgende Imitation relevanter Modelle, die mit diesem Verhalten Erfolg haben
  • Was besagt die Katharsis-Hypothese? Annahme, dass das Ausführen jeglicher aggressiver Handlungen (gegen Objekte oder beliebige Personen) Ärger und Aggressionen reduziert Forschungsstand: Zielunspezifische Aggressionen erhöhen nachfolgendes aggressives Verhalten (d.h. genau umgekehrt)
  • Was ist "Deindividuation" und was sind die Ursachen? - Zustand, bei dem Personen ihres Gefühls für die individuelle Identität beraubt sind - fördert aggressives Verhalten Ursache: - D. bewirkt, dass sich Personen für ihre Handlungen weniger verantwortlich fühlen - D. verstärkt den Einfluss von Gruppennormen und vermindert den Einfluss anderer Normen
  • Was besagt der feindselige Attributionsziel bzw. Aggressivität als Persönlichkeitsmerkmal? Tendenz, einer Person, die einen Schaden verursacht hat, eine feindselige Absicht zu unterstellen, obwohl unklar ist, ob der Schaden aus Versehen oder absichtlich herbeigeführt wurde
  • Wie erklärt sich der Einfluss von Mediengewalt auf Aggression? 1. Konsum von M. erhöht die Leichtigkeit, mit der man auf aggressive Gedanken und Gefühle zurückgreifen kann (accessibility) 2. Beobachtung von M. kann soziale Lernprozesse auslösen (Großteil der gezeigten Gewalt bleibt ungestraft) 3. Konsum v. M. führt kurzfristig zu einer Erregungssteigerung 4. Langfristiger Konsum von M. führt zur Abstumpfung bzw. Habituation, die wiederum das Mitgefühl gegenüber den Leiden der Opfer verringert 5. Konsum von M. fördert einen feindseligen Attributionsstil
  • Gibt es einen Einfluss von Alkoholkonsum auf Aggressionsverhalten? Wenn ja, welchen? Alkoholkonsum erhöht Aggressionsverhalten, weil Selbstkontrolle und Verarbeitungskapazität verringert wird. Vor allem bei Menschen mit niedriger dispositionaler Empathie.
  • Welchen Einfluss haben Testosteron und Serotonin auf Aggression? Testosteron steht im leichten Zusammenhang mit Aggression, allerdings scheint dieser Zusammenhang über den Einfluss von Testosteron auf das Streben nach Macht vermittelt sein Serotonin scheint bei Menschen, die generell eine relativ hohe Aggressionsbereitschaft haben, mit Aggression nach einer Provokation in Zusammenhang zu stehen.